

Legendär, brillant und einprägsam – mit der fünften Symphonie schlägt Beethoven neue Wege ein. Zusammen mit dem lyrisch-schönen vierten Klavierkonzert markiert dies den Höhepunkt des Jubiläumsjahrs.
Vier einfache Töne – das wohl kürzeste Motiv, das weit über die Grenzen der klassischen Musik hinaus bekannt wurde. Beethovens Fünfte ist ein Phänomen, das die Musikgeschichte bis heute prägt. Schon die Konstruktion des ersten Satzes ist brillant, in welchem Beethoven das Motiv mit immer wieder neuen Einfällen verändert und weiterführt. Damit gelingt ihm ein revolutionärer Coup. „So pocht das Schicksal an die Pforte!“, soll er laut Sekretär Anton Schindler gesagt haben. Es ist zwar bekannt, dass Schindlers Erzählungen von erfundenen Ausschmückungen durchzogen sind – dennoch ist das schicksalhafte Pochen in der gesamten Symphonie spürbar.
Die Uraufführung des Klavierkonzerts findet am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien statt. Das Konzertprogramm ist gewaltig: Es enthält die sechste Symphonie, die Chorfantasie, eine Arie, Teile der Messe in C-Dur und – das vierte Klavierkonzert! Beethoven selbst spielt den Solopart. Doch das Orchester hatte zu wenige Proben und dem Publikum werden vier Stunden Musik bei eisiger Kälte zugemutet. Kein Wunder, dass die Reaktionen zunächst verhalten sind.
In Beethovens viertem Klavierkonzert verbinden sich kompositorische Reife und ein Drang zu Neuem: Zum ersten Mal beginnt ein Konzert unmittelbar mit dem Soloinstrument, dessen Zusammenspiel mit dem Orchester von symphonischem Geist geprägt wird. Wegen seiner Komplexität wurde von Zeitgenossen eine Programmatik hineingedeutet: So verband man den lyrischen Charakter und die Dramatik des zweiten Satzes mit dem berührenden Gesang des Orpheus. Diese poetisch-zarten Klänge wird Liya Wang, erste Preisträgerin des ARD-Musikwettbewerbs 2025, zum Ausdruck bringen. GMD Roberto Rizzi Brignoli präsentiert die beiden revolutionären Werke einen guten Monat vor dem 200. Todestag des Komponisten.





