


Mitreißend, episch und doch raffiniert elementar – Carl Orffs Carmina Burana bildet den krönenden Saisonabschluss.
„Alles, was ich bisher geschrieben [habe], können Sie nun einstampfen! Mit Carmina Burana beginnen meine gesammelten Werke!“, soll Carl Orff 1937 zu seinem Verleger gesagt haben. Denn er hat damit zu seinem persönlichen, unverwechselbaren Stil gefunden. Die archaische Kraft, mit welcher der Chor in „O Fortuna“ die unberechenbare Schicksalsgöttin anruft, ist kaum zu überbieten.
Mit raffinierter Einfachheit, die mit der Kompositionsweise von Zeitgenossen wie Schönberg oder Strawinsky kaum Gemeinsamkeiten hat, scheint sich das Zusammenspiel aus Sprache und Rhythmus wie von selbst zu ergeben. „Das Wichtige ist der Text. Der wurde mit den Mitteln der Musik Klang und mit den Mitteln der Darstellung Bild.“ Als Carl Orff die im Kloster Benediktbeuern entdeckte mittelalterliche Liedersammlung studiert, spricht ihn die Sprachrhythmik der lateinischen und mittelhochdeutschen Texte augenblicklich an. Diese entspricht seiner langjährigen Beschäftigung mit elementaren Formen von Musik, Tanz, Sprache und Rhythmus. Orff erstellt eine Auswahl von sinnlichen, derben und lebensfrohen Liebes- und Trinkliedern, welche von Glück und Unglück sowie Völlerei und Wollust handeln. In seiner Vertonung erhält der Rhythmus einen besonderen Stellenwert: Durch tänzerische und perkussive Elemente werden die Texte unmittelbar fühlbar und lebendig. In Kombination mit eingängigen Melodien, kraftvollem Pathos und auch Humor – wenn der gebratene Schwan sein Schicksal beklagt – machen sie die Carmina Burana einzigartig.
Zusammen mit dem Opern-, Extra- und Kinderchor sowie Ensemblemitgliedern des NTM wird GMD Roberto Rizzi Brignoli, der bereits mehrfach sein gutes Gespür für Chorwerke bewiesen hat, die Saison glanzvoll beschließen.





