

Auftakt zum Beethovenjahr: Während die Ouvertüren zu Egmont und Leonore den Ruf nach Freiheit versinnbildlichen, durchschreitet Richard Strauss in Don Juan und Vier letzte Lieder den Kreislauf von Anfang und Ende, Leben und Tod.
Freiheit – ein Thema, das Beethoven niemals loslässt. Die Französische Revolution hat in Europa große Wirkung hinterlassen, und die Enttäuschung ist bitter, als sich Napoleon selbst zum Kaiser krönt. Vor diesem Hintergrund kann sich Beethoven gut in die Handlung von Goethes Trauerspiel hineinversetzen: Egmont fällt in Brüssel der Unterdrückung durch die Spanier zum Opfer. In einer triumphalen „Siegessymphonie“ blickt er seiner Hinrichtung entgegen – bereit, für die Freiheit seines Volkes zu sterben. Für die Schauspielmusik schreibt Beethoven eine hochdramatische Ouvertüre, die zusammen mit der Leonore-Ouvertüre die Gattung der Konzertouvertüre begründet. Auch Leonore widersetzt sich politischer Willkür und rettet ihren Mann Florestan aus dem Kerker – freudig verkündet ein Trompetensignal die nahende Befreiung.
Der Strauss-Zyklus wird mit zwei Werken fortgesetzt, die Anfang und Ende von Richard Strauss’ Schaffen markieren. Mit gerade einmal 24 Jahren findet der Komponist mit Don Juan zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil. Durch fantasievolle Klangkunst charakterisiert er den Frauenhelden – stürmisch, zügellos und stets auf der Suche nach neuen Abenteuern.
Im Gegensatz dazu zeugen die Vier letzten Lieder von der Abgeklärtheit des inzwischen über 80-jährigen Strauss. Frühling, Herbst, Tag und Nacht: Mit Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff beschreibt er den Kreislauf des Lebens. Erst nach Strauss’ Tod werden sie zu einem Zyklus zusammengestellt – als sein künstlerisches Vermächtnis. Von wehmütiger und doch versöhnlicher Gefühlstiefe durchdrungen, versprechen die Vier letzten Lieder mit der gebürtigen Mannheimerin Hanna-Elisabeth Müller einen wahren Glanzpunkt des Abends!





