Für das 8. Akademiekonzert der Musikalische Akademie Mannheim steht ein besonders eindrucksvoller Saisonabschluss bevor: Im Mittelpunkt stehen zwei der berühmtesten Werke von Wolfgang Amadeus Mozart – die Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550 und das Requiem KV 626. Geleitet wird das Konzert von Rinaldo Alessandrini.

Die g-Moll-Symphonie KV 550 zeigt Mozart von seiner eher ernsten und dramatischen Seite. Statt festlicher Leichtigkeit prägen innere Unruhe, Spannung und große emotionale Kontraste das Stück. Immer wieder wechseln sich dunkle, drängende Passagen mit ruhigeren, fast empfindsamen Momenten ab. Gerade diese besondere Mischung verleiht der Symphonie ihre bis heute unmittelbare Wirkung und macht sie zu einer der bewegendsten Schöpfungen Mozarts. 

Mit dem Requiem setzt das Konzert diesen emotionalen Weg fort. Mozarts letzte Komposition bewegt sich zwischen Dramatik, Trost und stiller Eindringlichkeit und zählt zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte. Zugleich ist das Requiem bis heute von zahlreichen Geschichten und Legenden umgeben: der anonyme Auftraggeber, Mozarts angeschlagener Gesundheitszustand und sein früher Tod. Vollenden konnte Mozart das Werk nicht selbst – ergänzt wurde es später von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr. Gerade diese besondere Entstehungsgeschichte trägt bis heute zur der besonderen Ausstrahlung des Requiems bei.

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Musikalischen Akademie und dem Nationaltheater Mannheim prägt auch die Besetzung dieses Konzertabends: Die Solopartien übernehmen mit Seunghee Kho (Sopran), Rommie Rochell (Mezzosopran), Sung Min Song (Tenor) und Sung Ha (Bass) vier Ensemblemitglieder des NTM. Gemeinsam mit dem Chor und Extrachor des Nationaltheater Mannheim gestalten sie Mozarts Requiem, in dem insbesondere die Chorstimmen eine zentrale Rolle einnehmen – vom erschütternden „Dies irae“ bis zu den ruhigen, tröstenden Passagen. So entsteht ein großer gemeinschaftlicher Klangkörper, der den Saisonabschluss eindrucksvoll abrundet.

Das 8. Akademiekonzert findet am 22. und 23. Juni 2026 im Mozartsaal des Rosengartens statt – erstmals auch im Rahmen des „Mannheimer Sommers“. Damit verbindet die Musikalische Akademie ihren traditionellen Saisonabschluss mit einem größeren kulturellen Festivalrahmen.

© Achim Ringle
Im Rahmen des 8. Akademiekonzerts zeichnete die Musikalische Akademie Mannheim Schülerinnen und Schüler der Mannheimer Musikschule am 24. Juni aus, die beim diesjährigen Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis erhalten haben. 

Als Anerkennung für ihre musikalischen Leistungen überreichte die Akademie den jungen Preisträgerinnen und Preisträgern ein Präsent. Die Unterstützung des musikalischen Nachwuchses ist der Musikalischen Akademie ein besonderes Anliegen. Mit dieser Geste möchte sie junge Talente in ihrer künstlerischen Entwicklung bestärken und ihre Leistungen öffentlich sichtbar machen.

vision string quartet zu Gast beim 8. Akademiekonzert
Im Rahmen des 8. Akademiekonzerts der Musikalischen Akademie dürfen wir ein Ensemble begrüßen, das die Grenzen der klassischen Musik neu definiert: das vision string quartet. Wir freuen uns sehr auf ihren Besuch und sind besonders gespannt auf die Uraufführung  von Florian Willeitner, die an diesem Abend zum ersten Mal im Mozartsaal erklingen wird.
© Harald Hoffmann
Ein Quartett mit Vision
Seit seiner Gründung im Jahr 2012 in Berlin hat sich das vision string quartet als eines der innovativsten Streichquartette seiner Generation etabliert. Die vier Musiker – Florian Willeitner (Violine), Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Violoncello) – verstehen sich gleichermaßen als klassisches Quartett und als Band. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, zwischen klassischem Repertoire und eigenen Kompositionen aus Genres wie Jazz, Pop, Rock und Funk zu wechseln, stellen sie die klassische Konzertwelt auf den Kopf. Ihre Auftritte führen sie in renommierte Säle wie die Elbphilharmonie Hamburg, den Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie oder die Wigmore Hall in London. Dabei scheuen sie nicht vor unkonventionellen Konzertformaten zurück – etwa in völliger Dunkelheit oder mit eindrucksvollem Licht- und Videodesign. Ihr Debütalbum memento wurde 2020 mit dem Opus Klassik für die beste Kammermusikeinspielung ausgezeichnet. Das Nachfolgealbum Spectrum, das ausschließlich Eigenkompositionen enthält, wurde von den Musikern selbst produziert.

Florian Willeitner – Komponist und Geiger 
Florian Willeitner ist Violinist, Komponist und Arrangeur mit einem besonderen Fokus auf genreübergreifende Musik zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik. Er studierte bei Benjamin Schmid am Mozarteum Salzburg, wo er 2017 sein Masterstudium mit Auszeichnung abschloss. 2016 gewann er den 2. Preis beim International Zbigniew Seifert Competition, 2022 wurde er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Erster Geiger des vision string quartet ist Willeitner Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Produktionsfirma Pool of Invention. Kompositionsaufträge erhielt er unter anderem vom Tonkünstlerorchester Niederösterreich, dem Musikfest Stuttgart, der Salzburger Mozartwoche sowie von renommierten Solisten wie Rolando Villazón und Benjamin Schmid. Seine Werke werden weltweit bei bedeutenden Festivals und in großen Konzertsälen aufgeführt.

Tradition der Uraufführungen 
Die Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V. pflegt seit vielen Jahren die Tradition, jedes Jahr eine neue Komposition in Auftrag zu geben und zur Uraufführung zu bringen. Diese Praxis unterstreicht das Engagement der Musikalischen Akademie für zeitgenössische Musik und die Förderung neuer Kompositionen. Bereits seit der Saison 1991/92 werden in diesem Rahmen regelmäßig Auftragswerke präsentiert – eine in der deutschen Orchesterlandschaft einzigartige Kontinuität.

Die diesjährige Auftragskomposition wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Familie Limbourg sowie gefördert durch die Karin und Carl-Heinrich Esser Stiftung und die Heinrich-Vetter-Stiftung. Für dieses wertvolle Engagement bedanken wir uns sehr herzlich.

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