Samstag, 25. Juli, 19 Uhr
Historische Kulisse, barocke Klangpracht und herausragende Solistinnen und Solisten: Erstmals gastiert die Kammerakademie der Musikalischen Akademie im Schlosstheater Schwetzingen. Ein Konzertabend, der Musik und Architektur auf besondere Weise miteinander verbindet. 

Manchmal findet Musik genau den Raum, für den sie geschaffen scheint. Wenn die Kammerakademie der Musikalischen Akademie am 25. Juli 2026 erstmals im Schlosstheater Schwetzingen gastiert, begegnen sich Programm und Spielstätte auf besonders stimmige Weise. Unter dem Titel „Italienischer Barock“ erklingen Werke von Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Muzio Clementi und Christian Cannabich – Musik, die im prachtvollen Rokokoambiente des historischen Theaters ihren geradezu idealen Rahmen findet.

Der italienische Barock gilt als eine der glanzvollsten Epochen der europäischen Musikgeschichte. Zwischen etwa 1680 und 1750 entstanden Kompositionen voller Erfindungsreichtum, virtuoser Brillanz und eingängiger Melodien. Zugleich entwickelte sich eine neue weltliche Musikkultur, die in Ausdruckskraft und künstlerischem Anspruch der Kirchenmusik ebenbürtig war. 

Für die musikalische Leitung konnte die Musikalische Akademie einen der profiliertesten Spezialisten für historische Aufführungspraxis gewinnen: Gottfried von der Goltz, Konzertmeister des Freiburger Barockorchesters, übernimmt zugleich den Solopart an der Violine. Gemeinsam mit der Mezzosopranistin Shachar Lavi, der Hammerklavierspielerin Anna Khomichko sowie Musikerinnen und Musikern des Nationaltheater-Orchesters entsteht ein Programm, das Oper, Solokonzert und frühe Sinfonik miteinander verbindet. Im barocken Gedanken des concertare – dem musikalischen Wettstreit und Dialog – treten die Solistinnen und Solisten immer wieder miteinander in einen lebendigen Austausch. 

Auch der Konzertort verleiht dem Abend eine besondere Note. Erstmals verlässt die Kammerakademie ihre gewohnte Spielstätte und lädt in das historische Schlosstheater Schwetzingen ein. Das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Theater zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Rokokotheatern Europas und bietet mit seiner intimen Atmosphäre den idealen Rahmen für die Klangwelt des italienischen Barocks. Hier verschmelzen Architektur und Musik zu einem Konzerterlebnis, das den Geist jener Epoche auf eindrucksvolle Weise lebendig werden lässt.
Ein Kurzinterview
Kaum ein Regent hat die Kulturgeschichte Mannheim derart geprägt wie Carl Theodor von der Pfalz. Die Musikalische Akademie und das Nationaltheater Mannheim führen die schöne Tradition der Kammerakademien fort, die sie am 01. Dezember 2024 dem 300. Geburtstag des musikbegeisterten Kurfürsten widmen. Kontrabassist Johannes Dölger ist unser diesjähriger Solist und hat uns an dieser Stelle unsere Fragen zum anstehenden Konzert beantwortet.
Lieber Johannes,
an dieser Stelle möchten wir dir gern drei Fragen stellen:

1. Als Solist der diesjährigen Kammerakademie bist du unter anderen mit Haydns "Concerto per il Contrabasso" zu Gast im OPAL. Wirst Du das Werk am 1. Dezember zum ersten Mal vor Publikum spielen? 

Ich hatte schon Auftritte mit dem Hornkonzert, allerdings nicht mit Orchester, sondern mit einem Streichquartett. Es handelt sich also tatsächlich am Sonntag um eine "Welturaufführung".

2. Was ist das Besondere an diesem Werk und wie bist du eigentlich auf die Idee der Bearbeitung gekommen?
© 
Haydn hat das Konzert für ein Naturhorn in D-Dur-Stimmung geschrieben. Da auch die Kontrabässe/ Violonen zur damaligen Zeit auf die Töne A - D - FIS - A , also einen D-Dur - Dreiklang gestimmt waren, lässt die Solostimme sich wunderbar auf meinem Instrument spielen. Ich habe mir lediglich erlaubt, einige Doppelgriffe zu verwenden. Im Übrigen hat Joseph Haydn ein Kontrabasskonzert komponiert, das aber leider verschollen ist. 

3. Wie ist es als Solist mit den eigenen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne zu stehen - ist man da ganz besonders aufgeregt?

Man ist immer etwas aufgeregt und das ist auch gut so. Nur so kann etwas Besonderes entstehen. Außerdem überwiegt die Freude des Musizierens bei Weitem.

linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram