Kunsthallenkonzert: Kirchner, Lehmbruck, Nolde - Geschichten des Expressionismus in Mannheim
Im Gespräch mit der Mezzosopranistin Ruth Häde blicken wir voraus auf das Konzert Farbentanz – Musik des Expressionismus, das am Samstag, 25. Oktober 2025, im Rahmen von Live im Atrium in der Kunsthalle Mannheim stattfindet. Mit Alban Bergs Sieben frühen Liedern gestaltet sie ein Werk, das zwischen Spätromantik und musikalischem Aufbruch steht: von schwebender Harmonik, feinen Dissonanzen und einer lyrischen Intensität, die Klang und Emotion auf besondere Weise verbindet. Im Interview spricht Ruth Häde über ihre Annäherung an Bergs vielschichtige Klangsprache und die Faszination dieser expressiven Musik.
© Teresa Rothwangl
Im Folgenden spricht Ruth Häde über die Farben der Musik, die besondere Kunst des Liedgesangs und die Herausforderungen, die Alban Bergs Sieben frühe Lieder an sie stellen.

1. Der Konzertabend trägt den Titel „Farbentanz“, nach Kirchners Druckgrafik von 1914. Was macht für Sie den Reiz dieses Programms aus?
Es ist für mich das erste Mal, dass ich mich so intensiv mit den Kompositionen von Alban Berg auseinander setze. Ich finde es wahnsinnig spannend und werde definitiv dran bleiben. Der Titel „Farbentanz“ passt einerseits zu den so verschiedenen Farben in unserem gesamten Programm zwischen denen wir mühelos tanzen und andererseits aber auch zu den sieben frühen Liedern von A. Berg für sich, die ich singen werde. Jedes Lied drückt eine andere Farbe, eine anderes Gefühl aus. Diese genau gezeichneten Gefühle oder Situationen in den teilweise sehr kurzen Liedern stellen für mich den besonderen Reiz dieses Programm aus. Es fordert hohe Konzentration von mir, dem Quartett und auch dem Publikum, sich auf die verschiedenen Bilder einzulassen. Ich liebe diesen Tanz! 

2. Normalerweise sind Sie im Opernfach zu Hause. Am Konzertabend interpretieren Sie Alban Bergs Sieben frühe Lieder. Was begeistert Sie persönlich am Lied und welche Erfahrungen bringen Sie dabei ein?
Ich habe mich schon immer für Lied begeistern können. Es ist wie eine Oper in Kurzform. Man durchlebt die Gefühle, Gedanken oder die Situation der Figur im Zentrum der Texte, hat für diese ganzen Emotionen aber meist nur wenige Minuten. Es ist also sehr komprimiert oder besser: verdichtet. Das macht das Lied so spannend, wie ich finde. Dazu sind viele Lieder technisch höchst anspruchsvoll und es Bedarf höchster Präzision. Es würde mir sehr fehlen, wenn ich diese Gattung ausschließen müsste. 

3. Bergs Lieder verbinden Spätromantik mit frühem Expressionismus. Welche Besonderheiten oder Herausforderungen stellen sie für Sie als Sängerin dar, und wie nähern Sie sich ihrer Interpretation?
Oh, bei diesen Liedern gibt es viele Herausforderungen! Sie liegen für mich einerseits recht hoch, es wird meistens von einer Sopranstimme gesungen. Es gibt jedoch auch einige Mezzosoprane, wie mich, die diese Lieder singen, sie bergen dann nur anderen technische Herausforderungen, als für eine höhere Stimme. Ich beginne meist damit die Musik zu lernen und die Töne richtig singen zu können (das ist bei diesen Liedern schon manchmal etwas kniffelig). Danach beschäftige ich mich mit den Texten, schreibe sie ab und spreche sie laut vor mich hin, um der Emotion und der Intention des Textes so nah wie möglich zu kommen. Danach setze ich beides Zusammen. In diesem Fall spielen wir die Lieder mit dem tollen Ostara-Streichquartett. Eine besondere Challenge, denn wir haben keinen Dirigenten und müssen die Musik so gut kennen, dass wir gemeinsam spüren, wann die Musik nach vorne eilen will und wann wir uns zurücklehnen und der Musik und dem Text Raum geben können. Das war in der ersten Probe echt herausfordernd, aber inzwischen ist es so eine tolle Erfahrung gemeinsam durch die Lieder zu tanzen.
Ausstellungsbesuch: 
Gegen Vorlage des Konzerttickets kann an der Kasse am 25.10.25 ein Ausstellungsticket zum Gruppenpreis von 12 € erworben werden. Der Ausstellungsbesuch ist zwischen 10 Uhr und 18 Uhr möglich. Karten erhalten Sie auf der Homepage der Kunsthalle Mannheim.

1. Akademiekonzert
Mit einem Programm, das von impressionistischen Klangwelten bis zu sinfonischer Monumentalität reicht, eröffnet die Musikalische Akademie Mannheim am 6. und 7. Oktober 2025 im Rosengarten Mannheim ihre neue Saison. Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli stellt Maurice Ravel in den Mittelpunkt: Zwei seiner zentralen Orchesterwerke rahmen den Abend. Ergänzt werden sie durch die von Ravel instrumentierten Bilder einer Ausstellung von Mussorgski sowie das Cellokonzert Nr. 1 von Camille Saint-Saëns, interpretiert von Daniel Müller-Schott.
© Uwe Arens
Saint-Saëns’ Konzert, 1873 in Paris uraufgeführt, gilt bis heute als eines der bedeutendsten Beiträge zur Celloliteratur. Mit seiner Verbindung von Virtuosität und melodischer Eleganz eröffnet es dem Solisten zahlreiche Ausdrucksmöglichkeiten. In Mannheim übernimmt diese Rolle der international renommierte Cellist Daniel Müller-Schott, dessen differenziertes und zugleich kraftvolles Spiel ihn zu einem gefragten Gast der großen Orchester weltweit gemacht hat. 

Ravels Daphnis et Chloé – Suite Nr. 2 eröffnet das Konzert mit impressionistischen Klangflächen von hoher atmosphärischer Dichte. Das Werk, 1912 für das Ballets Russes komponiert, wird oft als Höhepunkt der französischen Orchestermusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Einen besonderen Kontrast bilden Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in Ravels Instrumentierung. Mit feinem Gespür für orchestrale Farben überträgt Ravel den Klavierzyklus in eine sinfonische Dimension. Den Abschluss bildet La Valse, 1920 komponiert, in dem Ravel die traditionelle Form des Wiener Walzers in ein von Dynamik und Abgründigkeit geprägtes Tongemälde überführt. 

Das Konzert wird von SWR Kultur mitgeschnitten und am 23. November 2025 im Abendkonzert ab 20.03 Uhr gesendet.
Konzert in der Kunsthalle
Am Samstag, 25. Oktober 2025, um 19 Uhr ist die Musikalische Akademie Mannheim mit dem Format Live im Atrium in der Kunsthalle Mannheim zu Gast. Das Konzert ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung Kirchner, Lehmbruck, Nolde. Unter dem Titel Farbentanz – Musik des Expressionismus entfaltet der Abend einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Klang und Farbe: Mit Alban Bergs Sieben frühen Liedern, Erwin Schulhoffs erstem Streichquartett und Béla Bartóks Duos für zwei Violinen lotet das Ostara-Streichquartett gemeinsam mit der Mezzosopranistin Ruth Häde die spannungsreichen Facetten des musikalischen Expressionismus aus.

Der Titel dieses Konzertabends in der Kunsthalle Mannheim ist nicht zufällig gewählt: Farbentanz heißt auch eine 1914 entstandene Druckgrafik Ernst Ludwig Kirchners. Drei Frauenfiguren, auf wenige, leuchtende Primärfarben reduziert, bewegen sich in einem ekstatischen Rhythmus, der eher gefühlt als realistisch dargestellt ist. Linien und Flächen scheinen zu vibrieren, der Raum verliert seine Tiefe, und doch entfaltet sich eine mitreißende Dynamik. Kirchners Werk ist ein Sinnbild für den Ausdruckswillen des Expressionismus – für die Aufhebung der Trennung zwischen innerer Empfindung und äußerer Form.
“Oben die Sonne, die farbige Strahlen sendet, rot blau gelb auf die tanzenden Frauen und Blumenwiese unten. Der Entwurf sieht schon jetzt fröhlich und zur Freude auffordernd aus.”
Ernst Ludwig Kirchner an Carl Hagemann, 3.12.1932
© Ernst Ludwig Kirchner: Farbentanz, 1933/34, Druckgraphik, Städel Museum Frankfurt, wikimedia commons
Diese Idee findet im musikalischen Programm ihr Echo: Drei sehr unterschiedliche, aber geistig verwandte Stimmen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begegnen einander. 

Alban Bergs Sieben frühe Lieder (1905–1908) sind noch von der Spätromantik geprägt, doch schon durchzogen von harmonischen Brüchen und schwebender Dissonanz. Naturbilder und Liebeslyrik erscheinen hier nicht idyllisch, sondern in einer gefilterten, fast traumwandlerischen Intensität – wie farbige Flächen, die sich überlagern und ein vibrierendes Ganzes ergeben. 

Erwin Schulhoffs erstes Streichquartett (1924) führt in eine völlig andere Welt: rhythmisch rastlos, scharfkantig, mit einer Mischung aus tänzerischer Energie und beißender Ironie. Hinter der motorischen Kraft blitzt immer wieder ein Abgrund von Melancholie auf – ein Spiegel der zerrissenen Zwischenkriegszeit, in der Vitalität und Verunsicherung untrennbar verbunden waren.
 
Béla Bartóks Duos für zwei Violinen (1931) schließlich destillieren volksmusikalische Motive auf ihre Essenz: archaisch, roh, unverstellt. Hier klingt das archaische Echo ferner Kulturen, das – ähnlich wie in der Bildkunst der Expressionisten – nicht als bloße Folklore verstanden werden will, sondern als Ursprungskraft, aus der Neues erwächst. 

Wie in Kirchners Farbentanz treten auch in dieser Musik Farbflächen – hier Klangfarben – in direkte Konfrontation. Es geht nicht um harmonische Einheit, sondern um das Nebeneinander von Gegensätzen: Licht und Dunkel, Zartheit und Härte, Stille und eruptiver Ausbruch. Der Konzertabend lädt dazu ein, den Expressionismus nicht nur zu sehen, sondern zu hören – als Bewegung, als Spannungsfeld, als tänzerisches Spiel der Emotionen, das bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat. Das Ostara-Streichquartett bestehend aus Dennis Posin (Violine), Barbara Reetz (Violine), Clémence Apffel-Gomez (Viola) sowie Christine Wittmann (Violoncello) – und die Mezzosopranistin Ruth Häde, Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim, schaffen dabei eine Klangwelt, in der musikalische Ausdruckskräfte und grafische Analogien ineinandergreifen.

Ausstellungsbesuch: Gegen Vorlage des Konzerttickets kann an der Kasse am 25.10.25 ein Ausstellungsticket zum Gruppenpreis von 12 € erworben werden, der Ausstellungsbesuch ist möglich am 25.10.25 zwischen 10:00 und 18:00 Uhr 

Karten für diese Veranstaltung sind ab Mitte September erhältlich (weitere Informationen folgen).

Kurator*innen: Johan Holten, Luisa Heese, Dr. Ursula Drahoss 
Kuratorische Assistenz: Dorotea Lorenz





Liebe Freunde der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V., 

vielleicht hat der eine oder andere im gerade vergangenen Sommerurlaub beim Spazieren an einer Küste dieser Welt einen Leuchtturm gesehen. Seit Jahrtausenden dient dieses Bauwerk dazu, den Kapitänen von Hochseeschiffen den Weg in den (manchmal rettenden) Hafen zu zeigen. Ein Leuchtturm hat schon immer eine besondere Bedeutung für die Küstenregionen, man könnte sagen, ohne den Leuchtturm geht eigentlich gar nichts. 

Nun werden Sie sich fragen, ob in meinem Sommerurlaub vielleicht etwas zu viel Sonne auf dem Radweg geschienen hat, denn es geht hier doch nicht um Bauwerke an der Küste sondern um die bevorstehende neue Saison der Musikalischen Akademie Mannheim mit einem wirklich bezaubernden Programm. Diese Frage ist schnell beantwortet: Seit einigen Jahren hat der Begriff des Leuchtturms eine vielschichtige und ganz neuartige Bedeutung erlangt. Er wird benutzt, um etwas ganz Außergewöhnliches, etwas enorm Erfolgreiches, etwas, was es an keiner anderen Stelle der näheren und ferneren Umgebung gibt, zu beschreiben. Ob Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik – wenn man einen Leuchtturm hat, kann man stolz und selbstbewusst sein. 

Die Musikalische Akademie ist ein solcher Leuchtturm hier in Mannheim. Jede unabhängige Begutachtung würde sofort zu dieser Erkenntnis kommen. Der offensichtliche Beweis liegt mit dem künstlerischen Programm für die Saison 2025/2026 auf dem Tisch. Die großartige Auswahl der musikalischen Werke reicht vom wunderbaren (und sehr schwer zu spielenden) 2. Violinkonzert von Bela Bartok (welches er im Jahre 1938, kurz vor seiner Emigration in die USA, komponierte, damals bereits gezeichnet von seiner schweren Leukämie-Erkrankung) bis hin zur „großen Kiste Mahler 6“ mit phantastischer Maximalbesetzung des Orchesters mit mehr als 100 Musikern auf der Bühne. Mitten in dieser künstlerischen Vielfalt das weihnachtliche Konzert mit Tschaikowsky und Strawinsky sowie ein Mozartabend der anderen Art im Frühsommer mit der „Großen g-Moll-Sinfonie“ und dem Requiem. 

Wir sind sehr froh, dass wir unseren Leuchtturm hier in Mannheim auch in der kommenden 247. Spielzeit vorzeigen und weiterentwickeln können. Er hat eine große Bedeutung nicht nur für Liebhaber der klassischen Musik sondern auch für unsere Stadt und ihre Wirkung nach außen. Wir werden unseren Leuchtturm intensiv weiter pflegen und erhalten, denn zurück zur Einleitung (als noch keiner der Leser wirklich vermutete, was der Leuchtturm mit der Musikalischen Akademie zu tun hat): „… ohne den Leuchtturm der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim geht eigentlich (im musikalischen Bereich) gar nichts. 


Prof. Dr. med. Wolf-K. Hofmann 
Vorsitzender des Kuratoriums der Musikalischen Akademie 
27. September - Anna-Reiss Saal, 19 Uhr
In Kooperation mit dem Institut français Mannheim lädt die Musikalische Akademie zu einem besonderen Kammermusikkonzert im Rahmen des Salon franco-allemand du livre ein. Im Zentrum des Abends steht Maurice Ravels Streichquartett in F-Dur – ein Werk von poetischer Klangsprache und raffinierter Farbigkeit. Es musizieren Mitglieder des Nationaltheater-Orchesters Mannheim: 
Julika Lorenz und Frederike Gast (Violinen), Julien Heichelbech (Viola) sowie Fritjof von Gagern (Violoncello).
Maurice Ravel, 1925
Ravels einziges Streichquartett gilt als Meilenstein der französischen Kammermusik. In vier Sätzen vereint es klassische Formstrenge mit impressionistischer Klangsprache und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie französische Komponisten um 1900 neue Ausdrucksformen suchten. Die fein austarierten Harmonien und rhythmischen Raffinessen lassen das Werk zu einem musikalischen Kaleidoskop werden, das Zuhörerinnen und Zuhörer gleichermaßen fordert und verzaubert. 

Literarisch begleitet und moderiert wird der Abend von Angela Wendt, die Ravels Musik durch feinsinnige Texte und kontextuelle Einordnungen ergänzt. So entsteht ein Dialog zwischen Klang und Wort, der sowohl die musikalischen Nuancen des Quartetts als auch die literarischen Hintergründe und kulturellen Bezüge des Werks erfahrbar macht. 

Programm: 

Maurice Ravel: Streichquartett F-Dur 
1. Allegro moderato – Très doux 
2. Assez vif – Très rythmé 
3. Très lent 
4. Vif et agité

27. September 2025
Anna-Reiss Saal, D5, Mannheim
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19 Uhr

Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

In ihrer 247. Saison präsentiert die Musikalische Akademie Mannheim erneut acht Akademiekonzerte im Mozartsaal des Mannheimer Rosengarten. Die Konzertreihe vereint ein vielfältiges Repertoire mit international renommierten Dirigentinnen, Dirigenten, Solistinnen und Solisten und setzt damit ein starkes Zeichen für musikalische Exzellenz und künstlerische Vielfalt.

1. Akademiekonzert – 06./07. Oktober 2025 
GMD Roberto Rizzi Brignoli eröffnet die Saison mit Jubilar Maurice Ravel: Mit Daphnis et Chloé und La Valse entführt die Musikalische Akademie in impressionistische Klangwelten. Für Saint-Saëns' berühmtes Cellokonzert konnte Weltklassesolist Daniel Müller-Schott gewonnen werden. Den Abschluss bildet Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in Ravels brillanter Orchestrierung. 

2. Akademiekonzert – 17./18. November 2025 Nach einem glanzvollen Saisonauftakt führt GMD Roberto Rizzi Brignoli auch durch das 2. Akademiekonzert, an seiner Seite Konzertmeisterin Olga Pogorelova als Solistin in Bartoks zweitem Violinkonzert. Das Werk verbindet volkstümliche Elemente mit komplexen Strukturen und außergewöhnlichen Anforderungen an Solistin wie Orchester. Rach- maninows zweite Symphonie gilt als Hauptwerk der russischen Spätromantik und ist prädestiniert für den vollmundigen Klang des NTO. 

3. Akademiekonzert – 08./09. Dezember 2025 Tschaikowskis ikonisches erstes Klavierkonzert trifft auf die schillernde Märchenwelt Strawinskys: Pianist Barry Douglas bringt die funkelnden Kaskaden des Soloparts zum Strahlen, während Dirigent Ingo Metzmacher und das NTO mit dem Feuervogel die ganze Magie der russischen Klangwelt zum Leben erweckt. 

4. Akademiekonzert – 02./03. Februar 2026 Mahlers sechste Symphonie, oft als seine Tragische bezeichnet, fesselt mit schicksalhafter Wucht und legendären Hammerschlägen - GMD Roberto Rizzi Brignoli entfaltet dieses monumentale Werk in seiner vollen Dramatik. Zwischen heroischer Kraft und tiefstem Schmerz erwächst eine Sinfonie von zeitloser Intensität. 

5. Akademiekonzert – 02./03. März 2026 Eintauchen in Böhmens Klangwelt: Während Smetanas Moldau Natur, Menschen und Geister sehnsuchtsvoll miteinander verbindet, zeichnet Dvořák in seiner achten Symphonie gänzlich ohne Programm ein frappierend ähnliches Bild seiner geliebten Heimat. Dem gegenüber steht erstmals ein Solokonzert als Auftragswerk der Musikalischen Akademie: Das erste Violinkonzert von Thorsten Encke. 

6. Akademiekonzert – 13./14.04.2026 Rossinis spritzige Semiramide-Ouvertüre, Webers virtuoses Fagottkonzert und Beethovens ekstatische siebte Symphonie – welch Energie und Spielfreude. Rie Koyama, Solofagottistin der Bamberger Sinfoniker und Geheimtipp in der Fagottwelt, zeigt, wie verkannt dieses wunderschöne (Solo-)Instrument doch ist! 

7. Akademiekonzert – 11./12. Mai 2026 Till Eulenspiegel treibt mit Strauss' berühmter Tondichtung seinen Schabernack, während Alfredo Perl Mozarts 24. Klavierkonzert mit tiefgründiger Intensität zum Leuchten bringt. Den krönenden Abschluss bildet Also sprach Zarathustra mit seinem eindrucksvollen Sonnenaufgang – ein Konzert, das Humor, philosophische Tiefe und orchestrale Pracht vereint. 

8. Akademiekonzert – 22./23. Juni 2026 Endlich wieder eine Mozartsymphonie im Akademiekonzert: Seine „40.“ gilt als trauernde – und passt damit auf bewegende Weise zu seinem sagenumworbenen Requiem. Rinaldo Alessandrini und der Chor des Nationaltheaters sorgen für ein tröstend-bewegenden Saisonabschluss, erstmals im Rahmen des Mannheimer Sommers. 

Kammerakademie – 25. Juli 2026, Schlosstheater Schwetzingen 
Barocke Pracht im historischen Ambiente: Gottfried von der Goltz präsentiert italienische Meisterwerke des 17. und 18. Jahrhunderts. Eine Hommage an die klangvolle Virtuosität und den lebensfrohen Glanz des italienischen Barocks.
Programmheft zum Download
Die Musikalische Akademie Mannheim ist umgezogen: 
Seit diesem Sommer finden Sie unsere Geschäftsstelle in der Hebelstraße 7, nur wenige Gehminuten von unserem bisherigen Standort in der Goethestraße entfernt – und ganz in der Nähe des Nationaltheaters. Auch wenn sich unsere Adresse geändert hat – für Sie bleibt alles, wie Sie es kennen und schätzen. Wir sind weiterhin mit vollem Einsatz für Ihre Fragen, Wünsche und Anliegen da. 

Aktuell befinden wir uns in der Sommerpause. Ab dem 1. September sind wir wieder persönlich für Sie erreichbar – zu den gewohnten Geschäftszeiten, in unseren neuen Räumlichkeiten. 

Wir freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch. Bis dahin wünschen wir allen Freundinnen und Freunden der Musikalischen Akademie Mannheim eine erholsame Sommerzeit – und ein freudiges Wiedersehen zur Spielzeit 2025/26!
© Achim Ringle
Im Rahmen des 8. Akademiekonzerts zeichnete die Musikalische Akademie Mannheim Schülerinnen und Schüler der Mannheimer Musikschule am 24. Juni aus, die beim diesjährigen Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis erhalten haben. 

Als Anerkennung für ihre musikalischen Leistungen überreichte die Akademie den jungen Preisträgerinnen und Preisträgern ein Präsent. Die Unterstützung des musikalischen Nachwuchses ist der Musikalischen Akademie ein besonderes Anliegen. Mit dieser Geste möchte sie junge Talente in ihrer künstlerischen Entwicklung bestärken und ihre Leistungen öffentlich sichtbar machen.

Dirigentenwechsel beim 8. Akademiekonzert am 23. und 24. Juni
Die Dirigentin des 8. Akademiekonzerts, Anna Rakitina, muss ihr Engagement krankheitsbedingt leider absagen. Wir wünschen ihr eine rasche Genesung und freuen uns zugleich sehr, dass Kerem Hasan kurzfristig das Dirigat im Mozartsaal übernimmt. Der britische Dirigent gehört zu den vielversprechendsten Talenten seiner Generation. Internationale Erfahrung sammelte er u. a. mit dem Concertgebouworkest, dem London Symphony Orchestra, dem SWR Symphonieorchester und dem Toronto Symphony Orchestra. Von 2019 bis 2023 war er Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. 

Wir sind dankbar, mit Kerem Hasan einen erfahrenen und musikalisch profilierten Künstler für diese kurzfristige Übernahme gewonnen zu haben – und laden Sie herzlich ein, ihn im 8. Akademiekonzert live zu erleben.
© Marco Borggreve
Kerem Hasan gilt als einer der vielversprechendsten jungen britischen Dirigenten. 2017 gewann er den renommierten Young Conductors Award bei den Salzburger Festspielen und war von 2019 bis 2023 Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. 

In der Saison 2024/25 dirigiert er u. a. das Danish National Symphony Orchestra, die Dresdner Philharmonie, das Staatsorchester Stuttgart und das City of Birmingham Symphony Orchestra. Debüts führen ihn zum Residentie Orkest, Antwerp Symphony Orchestra, Izmir State Symphony Orchestra und Orchestre symphonique de Québec. 

Im Opernbereich leitete er u. a. Carmen und Così fan tutte an der English National Opera, Die Zauberflöte in Glyndebourne, The Rake’s Progress mit Glyndebourne on Tour sowie La forza del destino an der Welsh National Opera. Des Weiteren dirigierte er u. a. das London Symphony Orchestra, das SWR Symphonieorchester, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das Toronto Symphony Orchestra und das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra. 

Er assistierte seinem Mentor Bernard Haitink u. a. beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim Concertgebouworkest und beim Chicago Symphony Orchestra. Kerem Hasan wurde 1992 in London geboren und studierte Dirigieren am Royal Conservatoire of Scotland sowie bei Johannes Schlaefli an der Zürcher Hochschule der Künste.
vision string quartet zu Gast beim 8. Akademiekonzert
Im Rahmen des 8. Akademiekonzerts der Musikalischen Akademie dürfen wir ein Ensemble begrüßen, das die Grenzen der klassischen Musik neu definiert: das vision string quartet. Wir freuen uns sehr auf ihren Besuch und sind besonders gespannt auf die Uraufführung  von Florian Willeitner, die an diesem Abend zum ersten Mal im Mozartsaal erklingen wird.
© Harald Hoffmann
Ein Quartett mit Vision
Seit seiner Gründung im Jahr 2012 in Berlin hat sich das vision string quartet als eines der innovativsten Streichquartette seiner Generation etabliert. Die vier Musiker – Florian Willeitner (Violine), Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Violoncello) – verstehen sich gleichermaßen als klassisches Quartett und als Band. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, zwischen klassischem Repertoire und eigenen Kompositionen aus Genres wie Jazz, Pop, Rock und Funk zu wechseln, stellen sie die klassische Konzertwelt auf den Kopf. Ihre Auftritte führen sie in renommierte Säle wie die Elbphilharmonie Hamburg, den Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie oder die Wigmore Hall in London. Dabei scheuen sie nicht vor unkonventionellen Konzertformaten zurück – etwa in völliger Dunkelheit oder mit eindrucksvollem Licht- und Videodesign. Ihr Debütalbum memento wurde 2020 mit dem Opus Klassik für die beste Kammermusikeinspielung ausgezeichnet. Das Nachfolgealbum Spectrum, das ausschließlich Eigenkompositionen enthält, wurde von den Musikern selbst produziert.

Florian Willeitner – Komponist und Geiger 
Florian Willeitner ist Violinist, Komponist und Arrangeur mit einem besonderen Fokus auf genreübergreifende Musik zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik. Er studierte bei Benjamin Schmid am Mozarteum Salzburg, wo er 2017 sein Masterstudium mit Auszeichnung abschloss. 2016 gewann er den 2. Preis beim International Zbigniew Seifert Competition, 2022 wurde er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Erster Geiger des vision string quartet ist Willeitner Mitbegründer und künstlerischer Leiter der Produktionsfirma Pool of Invention. Kompositionsaufträge erhielt er unter anderem vom Tonkünstlerorchester Niederösterreich, dem Musikfest Stuttgart, der Salzburger Mozartwoche sowie von renommierten Solisten wie Rolando Villazón und Benjamin Schmid. Seine Werke werden weltweit bei bedeutenden Festivals und in großen Konzertsälen aufgeführt.

Tradition der Uraufführungen 
Die Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V. pflegt seit vielen Jahren die Tradition, jedes Jahr eine neue Komposition in Auftrag zu geben und zur Uraufführung zu bringen. Diese Praxis unterstreicht das Engagement der Musikalischen Akademie für zeitgenössische Musik und die Förderung neuer Kompositionen. Bereits seit der Saison 1991/92 werden in diesem Rahmen regelmäßig Auftragswerke präsentiert – eine in der deutschen Orchesterlandschaft einzigartige Kontinuität.

Die diesjährige Auftragskomposition wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Familie Limbourg sowie gefördert durch die Karin und Carl-Heinrich Esser Stiftung und die Heinrich-Vetter-Stiftung. Für dieses wertvolle Engagement bedanken wir uns sehr herzlich.

Ein Kurzinterview mit unserer Solo-Flötistin
Charlotte Kuffer hat ihr Probejahr als Solo-Flötistin erfolgreich bestanden und ist nun fester Bestandteil des NTO. Wir gratulieren herzlich und freuen uns, sie künftig als festes Mitglied in unseren Reihen zu wissen.
© Clara-Sophie Gross
Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Probejahr! Wie fühlt sich dieser Moment für Dich an?
Ich kann es immer noch gar nicht glauben, dass ich Teil dieses Orchesters sein darf - das ist ein überwältigendes Gefühl. Auch freue ich mich in Mannheim bleiben zu dürfen, da ich die Stadt in mein Herz geschlossen habe und schöne Freundschaften schließen durfte. Gerade da es sich um meine erste feste Stelle handelt, ist es nochmal etwas ganz Besonderes. 

Kannst Du uns etwas über Deinen musikalischen Werdegang erzählen?
Mit 11 Jahren wurde ich Jungstudentin für Flöte und Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. 2016 zog ich für mein Bachelor Studium nach München und gerade befinde ich mich mitten in meinem Master Studium am Mozarteum in Salzburg. Nach Verträgen am Staatstheater Kassel und an der Oper Hannover darf ich nun hier in Mannheim spielen. Aushilfen führten mich unter anderem in das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder zum Norwegian Radio Orchestra nach Oslo.

Wie würdest du den Probenalltag im Nationaltheater-Orchester beschreiben?
Das Schöne an meinem Beruf ist, dass trotz fester Probenzeiten nicht jeder Tag gleich ist. Was ich so faszinierend finde, ist, dass wir als Gemeinschaft jeden Tag etwas Neues erarbeiten und zusammen etwas erschaffen.

Gibt es ein Akademiekonzert, das dich während des Probejahrs besonders berührt hat? Warum?
Das Konzert mit Beethoven 9 hat mich besonders berührt. Danach habe ich mir besonders gewünscht, hier bleiben zu dürfen.

Auf welche Akademiekonzerte oder Projekte am Nationaltheater freust Du Dich besonders in der kommenden Spielzeit?
Das ist eine schwierige Frage, da ich die Programmauswahl der ganzen Spielzeit total toll finde! Wenn ich mich entscheiden müsste, wären besondere Highlights für mich Daphnis et Chloé und das 7. Akademiekonzert mit Till Eulenspiegel und Also sprach Zarathustra!
“Das Schöne an meinem Beruf ist, dass trotz fester Probenzeiten nicht jeder Tag gleich ist. Was ich so faszinierend finde, ist, dass wir als Gemeinschaft jeden Tag etwas Neues erarbeiten und zusammen etwas erschaffen.”

© Clara-Sophie Gross
Mezzosopranistin Gerhild Romberger ist für das 7. Akademiekonzert am 26. und 27. Mai 2025 bei uns zu Gast in Mannheim und singt die Alt-Rhapsodie von Johannes Brahms. Wir haben ihr vor den Proben drei Fragen zum Werk und ihrer Spezialisierung im Konzertgesang gestellt.
© Rosa Frank
Sie werden in unserem Konzert die Alt-Rhapsodie von Brahms singen – ein Werk, in dem Goethes Gedicht Harzreise im Winter musikalisch umgesetzt wird. Wie gelingt es Brahms, die Stimmung von Goethes Gedicht in seine Komposition zu übertragen?

Brahms hat eine einzigartige Fähigkeit, Text in Musik zu verwandeln, und das zeigt sich in der Alt-Rhapsodie ganz besonders. Die dunkle, suchende Stimmung von Goethes Versen spiegelt sich in der tiefen, oft melancholischen Orchesterfarbe wider. Die chromatische Harmonik, die drängenden Linien und die sehnsuchtsvollen Wendungen der Singstimme machen die innere Zerrissenheit der lyrischen Figur spürbar. Erst mit dem Einsatz des Chores verwandelt sich diese Einsamkeit in eine Art Trost – ein wunderschönes Beispiel für Brahms’ feines Gespür für emotionale Tiefe.

Sehen Sie in diesem Werk besondere Herausforderungen – sei es vokal, interpretatorisch oder emotional?

Ja, die Alt-Rhapsodie ist ein Werk, das von der Sängerin große Ausdruckskraft und gestalterische Sensibilität verlangt. Vokal ist es herausfordernd, die langen, fließenden Linien mit der nötigen Tragfähigkeit zu gestalten, ohne dass die Intensität darunter leidet. Interpretatorisch ist die Balance zwischen innerer Verzweiflung und der späteren hoffnungsvollen Wendung eine spannende Aufgabe. Emotional ist das Werk besonders berührend, weil es so tief in die Seelenlandschaft eines verzweifelten Menschen eintaucht – und genau das macht es für mich so faszinierend.

Sie haben sich auf den Konzertgesang vom Barock bis hin zu zeitgenössischer Musik spezialisiert. Was hat Sie an dieser Ausdrucksform besonders gereizt, und welche künstlerischen Freiheiten oder Herausforderungen sehen Sie darin im Vergleich zur Oper?

Der Konzertgesang bietet mir eine ganz besondere künstlerische Freiheit. Während die Oper stark durch szenische Vorgaben geprägt ist, liegt im Konzert die gesamte Ausdruckskraft in der Musik und im Text selbst. Das erfordert eine andere Art der Gestaltung – alles muss über die Stimme, die Phrasierung, die Klangfarben vermittelt werden. Gleichzeitig empfinde ich die enge Verbindung zum Orchester oder Ensemble als etwas sehr Besonderes. Im Konzertgesang geht es oft um eine tiefere, unmittelbarere musikalische Kommunikation, und diese Vielseitigkeit, von Barock bis zur Moderne, empfinde ich als große Bereicherung.

Brahms und Liszt im Akademiekonzert
Am 26. und 27. Mai 2025 laden GMD Roberto Rizzi Brignoli und das Nationaltheater-Orchester Mannheim zum 7. Akademiekonzert – und bringen dabei Musik und Literatur in einen besonderen Dialog: Schauspielerin Ragna Pitoll wird mit Auszügen aus Goethes Trilogie der Leidenschaft einen literarischen Akzent setzen, der den geistigen Raum der romantischen Epoche auf eindrucksvolle Weise erweitert.

Goethes Texte fügen sich inhaltlich in ein Programm, das zentrale Themen der Romantik aufgreift: Brahms’ Alt-Rhapsodie, basierend auf einem Vers aus Goethes Harzreise im Winter, ist ein eindringliches Klangbild existenzieller Vereinsamung und innerer Zerrissenheit. Die Altpartie, gesungen von Mezzosopranistin Gerhild Romberger, verleiht dieser seelischen Not eine unmittelbare, klanglich geerdete Stimme. Sie scheint stellvertretend für einen Menschen zu sprechen, der sich von der Welt entfremdet hat – ein Motiv, das in Goethes Lyrik ebenso anklingt wie in Brahms’ expressiver Tonsprache.

Liszts Faust-Symphonie entfaltet in drei Charakterbildern – Faust, Gretchen und Mephistopheles – eine psychologische Dramaturgie, die Goethes Figuren musikalisch interpretiert und ihre inneren Konflikte erlebbar macht. Der zweite Satz zeichnet das Porträt Gretchens in sanfter, gesanglicher Lyrik und lässt ihre emotionale Tiefe sowie ihre innere Reinheit durchscheinen. Der dritte Satz stellt einen scharfen Kontrast dar: Mephistopheles greift Fausts Themen auf, verzerrt sie jedoch durch eine ironische, zerrüttete Klangsprache. Im abschließenden Epilog übernimmt Christopher Diffey den Tenorpart.
26./27.05.2025
Erstmals erhält das Akademiekonzert eine literarische Stimme: Schauspielerin Ragna Pitoll bereichert das Programm mit ausgewählten Texten aus Goethes Trilogie der Leidenschaft. An beiden Konzertabenden liest sie die bewegenden Passagen „Elegie“ und „Aussöhnung“ – eindringliche Reflexionen über Liebe, Verlust und Versöhnung, die sich thematisch mit der Musik des Abends verweben.
© Fabian Raabe
Zur Person:
Ragna Pitoll studierte an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Rostock. Es folgten Engagements u.a. in Rostock, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, in Dortmund, Heidelberg, Wiesbaden, Mainz, Düsseldorf und zuletzt in Stuttgart. Seit 2003 gehört Ragna Pitoll zum Ensemble des Nationaltheaters Mannheim. Neben ihrer Arbeit am Theater ist sie immer wieder in Film- und Fernsehrollen zu sehen wie zuletzt im »Taunuskrimi«, im Stuttgarter Tatort »HAL« oder demnächst im Tatort „EX IT“.
* 8.10.1963 - † 28.4.2025
In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Matthias Gromer, unserem ehemaligen stellvertretenden Soloposaunisten, der viel zu früh von uns gegangen ist. Neben einer beeindruckenden musikalischen Karriere hinterlässt Matthias auch eine Vielzahl von Erinnerungen und Inspirationen in den Herzen seiner Kolleginnen und Kollegen.

1989 bis 2017 war Matthias ein fester Bestandteil des Nationaltheater-Orchesters Mannheim und des Bayreuther Festspielorchesters. Seine Leidenschaft für die Musik war unverkennbar und sein Engagement für die Kunst und für seine Mitmenschen außergewöhnlich.

Nach seiner Zeit am Nationaltheater widmete sich Matthias als Professor für Posaune an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bis zuletzt der Ausbildung junger Talente. Sein Unterricht war geprägt von einem riesigen Engagement für die Musik und einem unermüdlichen Einsatz, seine Schülerinnen und Schüler zu inspirieren und zu fördern. Viele von ihnen werden seine Lehren und seine Begeisterung für die Musik in ihrem eigenen Schaffen weitertragen. Neben der Posaune galt seine große Leidenschaft der Basstrompete, mit der er insbesondere beim Ring des Nibelungen in nahezu allen bedeutenden Opernhäusern unseres Kontinents zu Gast war.

 Matthias Gromer wird in der Musikwelt und darüber hinaus schmerzlich vermisst werden. Sein wunderbarer Klang wird in Erinnerung bleiben, nicht nur in den Herzen derjenigen, die das Privileg hatten, ihn zu kennen und mit ihm zu musizieren. Möge er in Frieden ruhen und uns seine Musik in den zahlreichen Arrangements für die Blechbläserwelt weiterhin begleiten. 

Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und all jenen, die das Glück hatten, ihn kennengelernt zu haben. 
Nationaltheaterorchester Mannheim
Mit großer Freude gratulieren wir Gabriel Faur herzlich zum bestandenen Probejahr als 1. Solocellist des Nationaltheater-Orchesters Mannheim! Wir freuen uns auf viele gemeinsame Konzerte mit der Musikalischen Akademie und haben die Gelegenheit genutzt, ihm einige Fragen zu stellen.
© Hans-Georg Fischer
Was hat Sie zum Violoncello geführt? Gab es einen prägenden Moment oder eine inspirierende Person, die Ihre Entscheidung beeinflusst hat? 

Schon als Kind war ich ständig von der warmen, tiefen Klangfarbe des Violoncellos umgeben – und das lag nicht zuletzt daran, dass mein Vater Cellist ist. Cellomusik war quasi immer im Hintergrund – besonders Schallplatten mit dem Cellisten Daniil Shafran liefen bei uns rauf und runter. Ein Moment, der mir immer in Erinnerung geblieben ist, war, als ich etwa zehn Jahre alt war und mit meinem Vater zu einem Konzert des berühmten Cellisten Lynn Harrell ging. Ich war so hin und weg, dass ich ihm nach dem Konzert sagte: „Eines Tages will ich genauso spielen wie er!" Diese Begeisterung für das Cello hat mich nie losgelassen, und Jahre später hatte ich tatsächlich das Glück, bei Professor Lynn Harrell selbst zu studieren – ein echter Traum! Aber ehrlich gesagt, jedes Mal, wenn ich mein Cello in die Hand nahm, dachte ich: Warum klingt es immer so viel besser, wenn er spielt? Bis heute fasziniert mich die Vielseitigkeit des Instruments, und es treibt mich an, immer weiter nach neuen klanglichen Möglichkeiten zu suchen.

Welche ersten Eindrücke haben Sie von Mannheim und der Musikalischen Akademie?

Meine ersten Eindrücke von Mannheim und der Musikalischen Akademie waren durchweg positiv. Zuvor habe ich fünf Jahre beim Berner Symphonieorchester gespielt, und der Unterschied zwischen Bern und Mannheim ist einfach riesig! Bern ist eine gemütliche, eher ruhige Stadt, in der um 21 Uhr alles schläft. Mannheim hingegen ist viel lebendiger und pulsiert auch abends noch richtig. Ich liebe die Vielfalt der Stadt – mehr Restaurants, mehr Kultur und definitiv mehr Action – etwas, das ich sehr schnell zu schätzen gelernt habe. Die Innenstadt rund um den Wasserturm ist wirklich wunderschön. Aber was ich in Bern fast täglich erlebt habe und tatsächlich ein bisschen vermisse, ist der atemberaubende Blick vom Konzertsaal, Casino Bern, auf die weite Alpenlandschaft mit der Jungfrau – einfach beeindruckend. Ganz ehrlich, ich konnte mich nie sattsehen. 

Gibt es einen Aspekt an der Musikalischen Akademie, der Sie überrascht hat?

Was mich hier wirklich überrascht hat, ist die lange Tradition der Musikalischen Akademie. Die Akademiekonzerte gehören zu den ältesten Konzertreihen Deutschlands – das war mir vorher nicht bewusst. Ich glaube, außerhalb Mannheims wissen das viele gar nicht, was eigentlich schade ist, denn diese Tradition und die Konzerte sind wirklich einzigartig. Ein besonderes Merkmal der Musikalischen Akademie ist, dass sie – im Gegensatz zum Opernbetrieb im Nationaltheater – allein von den Mitgliedern des Orchesters organisiert wird: von der Programmgestaltung über die Wahl der Solisten und Dirigenten bis hin zur finanziellen Verantwortung. Diese Struktur macht die Akademie in dieser Form wirklich besonders. Es wäre schön, wenn diese außergewöhnliche Konzertreihe noch stärker über die Stadtgrenzen hinausstrahlen könnte. Dieses wunderbare Orchester, das als eines der kulturellen Aushängeschilder Mannheims gilt, verdient es, noch stärker in den Fokus gerückt zu werden. Tourneen oder CD-Produktionen wären großartige Möglichkeiten, um diese herausragende Musikkultur weiterzutragen – allerdings sind solche Projekte immer von verschiedenen Faktoren und Ressourcen abhängig.

Gab es ein Akademiekonzert in der aktuellen Spielzeit, das Sie äußerst berührt oder inspiriert hat?

Es gab schon einige Konzerte, die mich total bewegt und inspiriert haben. Aber eines, das wirklich heraussticht, war die Aufführung von Mahlers 5. Symphonie unter der Leitung von Ingo Metzmacher. In dieser Symphonie gibt es viele Momente, in denen die Celli mit wunderschönen Kantilenen hervortreten, und es war das perfekte Konzert, um meine Kolleginnen und Kollegen – und sie mich – besser kennenzulernen. Die Celli haben so großartig geklungen, und in diesem Moment wusste ich: Mein Platz ist hier! Das Besondere an diesem Erlebnis war nicht nur die emotionale Tiefe der Musik, sondern auch das Gefühl, Teil eines perfekt abgestimmten Ensembles zu sein. Musik kann so unglaublich kraftvoll sein – sie verbindet uns, bewegt uns und lässt uns unvergessliche Momente erleben. Dieses Konzert wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
© Natalie Grebe


Gibt es ein Stück, das Sie immer wieder gerne aufführen?

Oh, da gibt es viele! Da fällt es mir schwer, nur eines zu nennen. Ich liebe besonders die Musik der Romantik. In der Orchesterliteratur komme ich immer wieder auf die Sinfonien von Brahms, Mahler, Bruckner, Dvořák oder Tschaikowski zurück. Apropos Tschaikowski – ich habe viele Jahre beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn gespielt und in dieser Zeit sicher über 100 Mal seine Streicherserenade aufgeführt. Doch auch nach all diesen Aufführungen macht es immer noch riesigen Spaß, dieses Werk zu spielen und das Publikum damit zu begeistern. In der Opernliteratur bin ich übrigens ein riesiger Puccini-Fan. Aber auch die Musik von Richard Strauss und Wagner hat es mir angetan. Wagners Orchestrierung ist einfach unglaublich – das, was wir Musiker im Orchestergraben hören, ist faszinierend. Im Saal nimmt man das oft nicht in dieser Intensität wahr, weil der Fokus mehr auf dem Bühnengeschehen liegt. Vielleicht sollte man Wagner-Opern zweimal erleben: einmal mit Konzentration auf die Bühne und ein weiteres Mal, um sich ganz auf die Orchesterklänge einzulassen.

Welche Werte sind Ihnen in der Zusammenarbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern wichtig? 

In der Zusammenarbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern sind mir vor allem gegenseitiger Respekt, Offenheit und ein gemeinsames musikalisches Verständnis wichtig. Letzteres funktioniert zwar nicht immer, aber man versucht, sich gegenseitig zu überzeugen – das gehört wohl dazu. Musik lebt vom Zuhören – nicht nur technisch, sondern auch emotional. Ein gutes Ensemble entsteht, wenn jeder bereit ist, sich auf die anderen einzulassen, aufeinander zu reagieren und gemeinsam einen Klang zu formen. Und ganz wichtig: Der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen! Musik soll lebendig, mit Leidenschaft und einem Hauch Humor gespielt werden – besonders, wenn man miteinander gut auskommt. Wenn Professionalität, Vertrauen und Freude zusammenkommen, entsteht eine ganz besondere Energie, die nicht nur uns Musiker, sondern auch das Publikum berührt.
© Hans-Georg Fischer
“Ich bin ein leidenschaftlicher FC Bayern München-Fan und sogar Vereinsmitglied.”

Abseits der Musik – wie verbringen Sie Ihre Zeit? 

Abseits der Musik verbringe ich meine Zeit am liebsten mit meinen beiden Kindern, die in Heilbronn leben, und mit meiner Lebensgefährtin. Ich bin außerdem ein echter Stadtmensch und liebe es, verschiedene Städte in Europa und weltweit zu besuchen – nicht nur wegen der Atmosphäre und kulturellen Vielfalt, sondern auch, weil ich ein leidenschaftlicher Restaurantbesucher bin, bereiten mir neue kulinarische Erlebnisse einfach große Freude. Ein weiteres großes Hobby von mir ist Fußball. Ich versuche, so viele Spiele wie möglich zu sehen und freue mich schon darauf, in der nächsten Saison einige Spiele live im Stadion zu erleben. Hoffentlich steigt der 1. FC Kaiserslautern auch noch in die Bundesliga auf – dann käme noch ein weiteres Stadion in der Nähe hinzu!


Im 6. Akademiekonzert am 17. und 18. März 2025 ist Pianistin Suzana Bartal unter der Leitung von Marc Minkowski mit Edvard Griegs Klavierkonzert in Mannheim zu Gast. Vor Beginn der Proben haben wir uns mit ihr über das Werk und ihre Arbeitsweise und Vorbereitung vor Auftritten unterhalten.
© Emilie Moysson
Gibt es Stellen in Griegs Klavierkonzert, die für Sie besonders herausfordernd oder bewegend sind und wenn ja, warum?

“Ich denke, dass der folkloristische Charakter, der sich durch das gesamte Werk zieht, eine besonders eindrucksvolle melodische und rhythmische Struktur bietet. Durch die meisterhafte Orchestrierung und harmonische Gestaltung sowie das außergewöhnlich schöne thematische Material nimmt dieses Werk einen zentralen Platz im Repertoire der Klavierkonzerte ein. Für den Solisten ist insbesondere die große und sehr virtuose Kadenz im ersten Satz ein entscheidender und spektakulärer Moment.”

Was ist Ihrer Meinung nach der Schlüssel zu einem guten Zusammenspiel zwischen Klavier und Orchester in diesem Werk?

“In diesem Werk entfalten der Pianist und das Orchester ein höchst inspirierendes Zusammenspiel: Entweder fügen sich Solist und Orchester auf wunderbare Weise ineinander, indem sie einander thematisch ergänzen und gemeinsam dramatische Phrasen aufbauen, oder das Orchester schafft eine klanglich reiche und harmonisch facettenreiche Grundlage, mit der der Solist in einen lebendigen Dialog tritt. Die Orchestration ist dabei so meisterhaft gestaltet, dass der Klavierpart selbst in den klanglich opulenten Passagen des Orchesters stets klar und strahlend hervortritt.”

Könnten Sie uns etwas über Ihre Arbeitsweise und Vorbereitung für ein Konzert erzählen?

"Die Vorbereitung auf ein Konzert ist immer eine aufregende Reise, da sie sowohl langfristige als auch kurzfristige Ziele bedeutet. “Auf längere Sicht muss man sich zunächst mit dem Werk vertraut machen, es auswendig lernen und, wenn es sich um ein Konzert handelt, auch den Orchestertteil erarbeiten. In der Vorbereitungsphase und mit dem Näherrücken der Aufführung versuche ich zu dem Stück eine tiefe Verbindung aufzubauen und eine ganz persönliche Sichtweise zu finden, dabei jedoch die Hinweise des Komponisten mit größter Sorgfalt zu respektieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich bei genialen Komponisten die meisten ihrer musikalischen Intentionen bereits durch aufmerksames Studium der Partitur offenbaren. Unsere Aufgabe als Interpreten besteht dann darin, die Musik mit unserer eigenen Persönlichkeit zum Leben zu erwecken und jenes magische Zusammenspiel mit dem Publikum entstehen zu lassen.”

Wie gehen Sie an eine Komposition heran, die Sie schon oft gespielt haben und wie an eine, die Sie zum ersten Mal in einem Konzert spielen?

“Ein bereits aufgeführtes Werk erneut zu erarbeiten, gleicht der Rückkehr an einen wohlvertrauten Ort – die Erfahrung des Einstudierens und Aufführens ist bereits vorhanden. Gleichzeitig offenbart sich mit jeder neuen Interpretation eine weitere Facette der Musik, und jede Aufführungssituation ist einzigartig. Gerade darin liegt ihr besonderer Reiz. Bei einem völlig neuen Werk hingegen ist ein längerer Vorbereitungsprozess erforderlich. Es gehört zur Aufgabe eines konzertierenden Künstlers, einschätzen zu können, wie viel Zeit und Arbeit ein Stück benötigt. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, ob mir ein Werk bereits durch das Hören vertraut ist – selbst wenn ich es noch nie selbst gespielt habe. Das Gehirn besitzt die erstaunliche Fähigkeit, gespeicherte musikalische Eindrücke zu nutzen und so Abkürzungen im Einstudierungsprozess zu schaffen.”
Im 6. Akademiekonzert steht am 17. und 18. März Dirigent Marc Minkowski am Pult des Nationaltheater-Orchesters. Mit seiner stilistischen Raffinesse und klanglichen Sensibilität wird er gemeinsam mit Pianistin Suzanna Bartal den Naturbezug in der Musik in den Fokus rücken.
© Benjamin Chelly
Den Auftakt bildet Griegs Klavierkonzert – ein Werk, das nordische Weite mit romantischer Emphase verbindet. Bereits der markante Eröffnungsschlag des Soloinstruments setzt ein expressives Zeichen, dem sich kantable Linien und tänzerische Elemente anschließen. Die französisch-ungarische Pianistin Suzanna Bartal wird mit ihrem feinsinnigen Gespür für Ausdruck und Struktur die kontrastreichen Spannungsfelder dieses Meisterwerks ausleuchten.

Den zweiten Teil des Abends widmet das Nationaltheater-Orchester Beethovens Sinfonie Nr. 6, besser bekannt als Pastorale. Dieses Werk zählt zu den frühesten programmatischen Sinfonien und spiegelt seine tief empfundene Naturverbundenheit wider. In fünf poetisch betitelten Sätzen entfaltet sich eine vielschichtige Klanglandschaft: von der friedvollen Heiterkeit ländlicher Szenen über das ausgelassene Treiben eines Dorffestes bis hin zum Aufziehen eines Gewitters, das schließlich in einen verklärten Dankgesang mündet. Unter der Leitung von Marc Minkowski, dem berühmten Spezialisten für historische Aufführungspraxis, wird das Nationaltheater-Orchester die feinen Nuancen und die emotionale Bandbreite dieses Meisterwerks authentisch zum Ausdruck bringen.

6. Akademiekonzert 2024/25

Rosengarten Mannheim, Mozartsaal 
Montag, 17. und Dienstag, 18. März 2025
20 Uhr, Einlass 19:00 Uhr 
Einführungsveranstaltung 19:15 Uhr

Marc Minkowski 
Dirigent

Suzanna Bartal 
Klavier

Nationaltheater-Orchester Mannheim

Programm

Edvard Grieg (1843—1907) 
Konzert für Klavier und Orchester 
a-Moll op. 16 

Ludwig van Beethoven (1770—1827) 
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 
Pastorale
Headline
Die traditionelle Mannheimer Fasnachtsmatinee gehört zu den Höhepunkten der Konzertsaison und ist ein Muss für alle Fasnachtsfreunde. Am Sonntag, 23. Februar 2025 um 11 Uhr ist es wieder soweit: Das Nationaltheater-Orchester präsentiert gemeinsam mit zwei Überraschungsgästen aus dem Opernensemble im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens ein anspruchsvolles, buntes Programm unter der Leitung von Karl-Heinz Bloemeke, der wie immer auch die Moderation übernimmt. 

Freuen Sie sich auf einen Vormittag voller Heiterkeit, Frohsinn und musikalischer Höhepunkte – und eine einzigartige Atmosphäre, die die Tradition der Mannheimer Fasnacht in ihrer vollen Pracht zur Geltung bringt. Akademievorsitzender Fritjof von Gagern: "Die Fasnachtsmatinee ist nicht nur fester Bestandteil im kulturellen Kalender der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Auch beim Nationaltheaterorchester ist sie so beliebt, dass in manchen Stimmgruppen gar gelost wird, wer denn spielen darf!" Tilmann Pröllochs, Geschäftsführender Intendant des Nationaltheaters, betont: „Musikalische Genüsse, humorvolle Moderationen und eine mitreißende Atmosphäre: Die überaus beliebte Fasnachtsmatinee ist ein besonderes Ereignis, das die Mannheimerinnen und Mannheimer begeistert und zusammenbringt. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, den Geist, den das Ehepaar Hartung dieser einzigartigen Institution in über 40 Jahren mitgab, zu bewahren und in eine neue Zeit zu transferieren!“ 

Karten sind ab dem 02.12.2024 im VVK für 28,00 Euro an der NTM Theaterkasse erhältlich.
Zum 5. Akademiekonzert am 17. und 18. Februar 2025 präsentiert die Ausnahmebratschistin Tabea Zimmermann ihre eigene instrumentierte Fassung von Bartóks Konzert für Viola und Orchester. Wir haben ihr vorab drei Fragen zu ihrer Interpretation des Werkes und ihrer Verbundenheit zur Musikalischen Akademie gestellt.
Tabea Zimmermann © Marco Borggreve
Was macht Bartóks Violakonzert für Sie so einzigartig - und wie spiegelt sich das in Ihrer Interpretation wider?

Bartóks Bratschenkonzert ist nach wie vor eines der größten und schönsten Konzerte, die es für mein Instrument gibt. Béla Bartók schrieb es für den wunderbaren William Primrose und hat uns mit dem musikalischen Material ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Solokonzert geschenkt, mit dem man das Instrument Bratsche auch so wunderbar vielseitig präsentieren kann. Die Bratsche singt, tanzt, weint, tröstet, ist nachdenklich, sportlich und zum Ende hin ausgelassen… einfach alles da.

Durch Ihre Arbeit mit Bartóks Handschriften haben Sie eine eigene Fassung erarbeitet. Was war Ihr wichtigstes Ziel dabei? 

Mein Blick auf das Konzert hat sich insbesondere durch die Veröffentlichung der Handschrift des Komponisten verändert. Bis 1995 kannte man nur die vom befreundeten Komponisten Tibor Serly vollendete Fassung, für die man zwar dankbar sein muss, die aber sehr viele Probleme aufwirft, da Serly sich viele Freiheiten genommen hat bei der Erstellung einer kompletten Fassung der - zugegebenermaßen - schwer lesbaren Handschrift und der offensichtlich nicht ganz fertig auskomponierten Orchesterstimmen. Durch das jahrelange Studium der Handschrift wollte ich vor allem die von Serly hinzugefügten bzw. veränderten Töne in der Solostimme rückgängig machen und musste dazu auch die ein oder andere Änderung am Orchestermaterial vornehmen. Es war ein jahrelanges Probieren und ist auch weiterhin ein work in progress, denn auf viele Fragen gibt es keine endgültige Antwort. Serly hatte die Instrumentation gewählt, hat Dynamik, Tempi, Phrasierung festgelegt und eben einiges nach nicht nachvollziehbaren Kriterien verändert. Mit der eigenen Fassung habe ich versucht, meine Interpretation des vorhandenen Materials in eine spielbare Version zu formen. Diese fast archäologische Arbeit hat neben viel Arbeit auch sehr viel Freude gemacht und mich in viele Werke von Bartók eintauchen lassen.

Sie haben Bartóks Violakonzert bereits in der Saison 89/90 in Mannheim gespielt. Wie hat sich Ihr Blick auf das Werk seither verändert? 

Es freut mich, dass ich meine Sicht auf das Werk noch einmal in Mannheim spielen darf. Mir ist als Künstlerin bei all meinen Konzerten wichtig, die schwarzen Pünktchen auf dem Notenpapier lebendig zum Klingen zu bringen und meine Interpretation immer wieder zu hinterfragen, neue Ansätze auszuprobieren und in ein organisch wirkendes Ganzes einzufügen.
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