Für das 8. Akademiekonzert der Musikalische Akademie Mannheim steht ein besonders eindrucksvoller Saisonabschluss bevor: Im Mittelpunkt stehen zwei der berühmtesten Werke von Wolfgang Amadeus Mozart – die Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550 und das Requiem KV 626. Geleitet wird das Konzert von Rinaldo Alessandrini.

Die g-Moll-Symphonie KV 550 zeigt Mozart von seiner eher ernsten und dramatischen Seite. Statt festlicher Leichtigkeit prägen innere Unruhe, Spannung und große emotionale Kontraste das Stück. Immer wieder wechseln sich dunkle, drängende Passagen mit ruhigeren, fast empfindsamen Momenten ab. Gerade diese besondere Mischung verleiht der Symphonie ihre bis heute unmittelbare Wirkung und macht sie zu einer der bewegendsten Schöpfungen Mozarts. 

Mit dem Requiem setzt das Konzert diesen emotionalen Weg fort. Mozarts letzte Komposition bewegt sich zwischen Dramatik, Trost und stiller Eindringlichkeit und zählt zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte. Zugleich ist das Requiem bis heute von zahlreichen Geschichten und Legenden umgeben: der anonyme Auftraggeber, Mozarts angeschlagener Gesundheitszustand und sein früher Tod. Vollenden konnte Mozart das Werk nicht selbst – ergänzt wurde es später von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr. Gerade diese besondere Entstehungsgeschichte trägt bis heute zur der besonderen Ausstrahlung des Requiems bei.

Die enge Zusammenarbeit zwischen der Musikalischen Akademie und dem Nationaltheater Mannheim prägt auch die Besetzung dieses Konzertabends: Die Solopartien übernehmen mit Seunghee Kho (Sopran), Rommie Rochell (Mezzosopran), Sung Min Song (Tenor) und Sung Ha (Bass) vier Ensemblemitglieder des NTM. Gemeinsam mit dem Chor und Extrachor des Nationaltheater Mannheim gestalten sie Mozarts Requiem, in dem insbesondere die Chorstimmen eine zentrale Rolle einnehmen – vom erschütternden „Dies irae“ bis zu den ruhigen, tröstenden Passagen. So entsteht ein großer gemeinschaftlicher Klangkörper, der den Saisonabschluss eindrucksvoll abrundet.

Das 8. Akademiekonzert findet am 22. und 23. Juni 2026 im Mozartsaal des Rosengartens statt – erstmals auch im Rahmen des „Mannheimer Sommers“. Damit verbindet die Musikalische Akademie ihren traditionellen Saisonabschluss mit einem größeren kulturellen Festivalrahmen.

Für unser 7. Akademiekonzert am 11. und 12. Mai ist der chilenische Pianist Alfredo Perl im Rosengarten Mannheim zu Gast. Gemeinsam mit dem Nationaltheater-Orchester Mannheim interpretiert er Klavierkonzert Nr. 24 – ein Werk, das innerhalb von Mozarts Klavierkonzerten eine besondere Stellung einnimmt. Im Vorfeld des Konzerts gewährte Alfredo Perl Einblicke in seine Sicht auf dieses besondere Stück.

“Meine Bekanntschaft mit diesem Konzert begann lange bevor ich an eine Karriere überhaupt denken konnte”
Alfredo Perl
Herr Perl, das c-Moll-Konzert KV 491 von Wolfgang Amadeus Mozart gilt als eines seiner dramatischsten Werke – was fasziniert Sie persönlich an diesem Stück?

Mich hat schon immer der sehr persönliche, subjektive Ton dieser Musik fasziniert, der schon auf die Romantik vorgreift. Und besonders im letzten Satz finde ich die vielen harmonischen Wendungen und die emotionalen Facetten, die zu Tage kommen, besonders bemerkenswert. Und dann natürlich die Eigenschaften, die es mit anderen Klavierkonzerten von Mozart gemein hat, wie z. B. sein grenzenloser Erfindungsreichtum und die Perfektion in der Gestaltung der musikalischen Sprache.

Wie gestalten Sie den Dialog zwischen Klavier und Orchester in diesem Konzert, besonders in den dunkleren, spannungsgeladenen Passagen?

Dieser Dialog muss auf jeden Fall gemeinsam gestaltet werden, und da kommt es darauf an, dass jeder Part in seinem Charakter deutlich herausgearbeitet wird. Der Klavierpart ist in diesem Konzert teilweise in die Textur des Orchester hineingewoben, stellt aber mitunter auch einen Kontrast zur Dramatik des Orchesters her. Und dann ist da noch der kammermusikalischen Dialog mit den Bläsern im zweiten Satz. All dies zu zusammen anzugehen ist eine dankbare Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.
Wie hat sich Ihre Sicht auf dieses Werk im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Meine Bekanntschaft mit diesem Konzert begann lange bevor ich an eine Karriere überhaupt denken konnte. In meiner Kindheit hörte ich es oft und war schon damals besonders von der ruhigen, sanglichen und sanften Melancholie des zweiten Satzes betört. Später fühlte ich mich immer von der Nähe des ersten Satzes zum "Beethovenschen c-Moll" angezogen, und die Düsterheit des dritten Satzes erschloss sich mir erst viel später. Ich fühle, dass sich meine Sicht auf das Konzert später im Laufe meiner Karriere nicht grundsätzlich verändert hat, sondern es hat eher eine Verlagerung der Schwerpunkte gegeben. Anfangs stand für mich eher das Aufgeregt-Aufwühlende im Vordergrund, später das Lyrische, und heute versuche ich, dass die verschiedenen Elemente ein Gleichgewicht finden.
Also sprach Zarathustra von Richard Strauss ist eines jener Werke, die selbst Menschen kennen, die sich sonst kaum mit klassischer Musik beschäftigen – und das liegt nicht nur an seiner berühmten Einleitung. Tatsächlich ist die Tondichtung aus dem Jahr 1896 in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich.

Das Werk basiert lose auf dem gleichnamigen philosophischen Buch von Friedrich Nietzsche. Anders als man vielleicht erwarten würde, „erzählt“ Richard Strauss jedoch keine konkrete Handlung, sondern übersetzt zentrale Gedanken in Musik – etwa Spannungen zwischen Natur und Geist oder zwischen Glaube und Wissen. So entsteht weniger eine Geschichte als vielmehr eine Art klingendes Gedankenexperiment.
Lieber Roberto Rizzi Brignoli, würden Sie dieser Sichtweise zustimmen? Wie nähern Sie sich diesem Werk als Dirigent, und was ist Ihnen in der Gestaltung mit dem Orchester besonders wichtig?
©Miina Jung
"Strauss lässt sich von Nietzsche inspirieren, ohne dessen Gedanken didaktisch „illustrieren“ zu wollen; stattdessen verwandelt er sie in ein offenes, beinahe philosophisches Klangerlebnis."

Ich stimme dieser Perspektive im Wesentlichen zu: Bei Strauss gibt es keine lineare Erzählung, sondern vielmehr eine Reihe von Bewusstseinszuständen. Er lässt sich von Nietzsche inspirieren, ohne dessen Gedanken didaktisch „illustrieren“ zu wollen; stattdessen verwandelt er sie in ein offenes, beinahe philosophisches Klangerlebnis. 

Als Dirigent entspringt mein Ansatz genau dieser Ambivalenz: Ich versuche nicht, eine einzige Interpretation aufzuzwingen, sondern die Spannungen innerhalb der Partitur hervorzuheben. Für mich ist es wesentlich, mit Kontrasten zu arbeiten – Licht und Schatten, Stille und Dynamik, Materie und Transzendenz –, denn dort erwacht das Werk zum Leben. Der so ikonische Anfang ist nicht einfach nur grandios: Er ist eine Geburt, eine Öffnung zu etwas Unbekanntem, und er muss sowohl feierlich als auch geheimnisvoll sein. 

Mit dem Orchester strebe ich nach großer Flexibilität im Klang. Diese Partitur erfordert eine äußerst präzise Kontrolle von Dynamik und Klangfarben, aber auch die Fähigkeit, eine beinahe improvisatorische Dimension entstehen zulassen, als ob die Musik im Moment ihres Entstehens gedacht würde. Anstatt Nietzsche zu „erklären“, möchte ich einen Raum schaffen, in dem der Hörer sich selbst hinterfragen kann, so wie es beim Lesen des philosophischen Textes geschieht.
©Sumo Sebi

Strauss und "A Space Odyssey"

Berühmt ist vor allem der monumentale Anfang, oft „Sonnenaufgang“ genannt: Ein tiefes Orgelpedal und ein mächtiger C-Dur-Akkord bauen eine gewaltige Klangarchitektur auf, die sich langsam entfaltet. Diese wenigen Takte sind so prägnant, dass sie später durch den Film 2001: A Space Odyssey weltweite Popkultur-Bedeutung erlangten. Doch das Werk besteht aus weit mehr als diesem ikonischen Moment. 

Ein besonderer Reiz liegt in der musikalischen Struktur. Strauss gliedert das Stück in mehrere Abschnitte mit philosophisch inspirierten Titeln wie „Von der Wissenschaft“ oder „Das Tanzlied“. Dabei kontrastiert er immer wieder unterschiedliche Klangwelten: streng fugierte, fast „gelehrte“ Passagen stehen neben ekstatischen, tänzerischen oder geradezu rauschhaften Momenten. Diese Gegensätze spiegeln die Spannungen in Nietzsches Denken wider.

Harmonisch geht Strauss ebenfalls weit: Das Werk bewegt sich ständig zwischen verschiedenen Tonarten und vermeidet eine klare, endgültige Auflösung. Besonders auffällig ist das Nebeneinander von C-Dur und H-Dur am Ende – zwei Tonarten, die eigentlich nicht „zusammenpassen“. Dieses offene, schwebende Schlussbild wird oft als musikalische Darstellung einer unbeantworteten philosophischen Frage gedeutet: Es gibt kein einfaches Fazit, keine eindeutige Wahrheit. 

Auch orchestral ist das Stück beeindruckend. Strauss nutzt ein riesiges Orchester mit Orgel, erweiterten Blechbläsern und einer enorm differenzierten Dynamik. Er kann innerhalb weniger Sekunden von fast unhörbarem Pianissimo zu überwältigender Klanggewalt wechseln. Gleichzeitig beweist er ein feines Gespür für Klangfarben – etwa in den solistischen Passagen für Violine oder Holzbläser. 

Was Also sprach Zarathustra letztlich so besonders macht, ist diese Verbindung aus philosophischem Anspruch, klanglicher Radikalität und unmittelbarer Wirkung. Es ist Musik, die sowohl intellektuell herausfordert als auch emotional überwältigt – und gerade dadurch bis heute fasziniert.
7. Akademiekonzert
Das Nationaltheater-Orchester präsentiert am 11. und 12. Mai 2026 sein 7. Akademiekonzert unter der Leitung von Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli. Auf dem Programm stehen Werke von Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart. Den Solopart im berühmten Klavierkonzert Nr. 24 übernimmt Alfredo Perl.
© Büro Schramm für Gestaltung
Mit Till Eulenspiegels lustige Streiche zeichnet Richard Strauss ein präzises musikalisches Porträt der Schelmenfigur. Markante Motive, abrupte Wendungen und eine differenzierte Orchestrierung prägen das Werk, das zwischen Ironie und erzählerischer Zuspitzung changiert. Mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 verschiebt sich der Schwerpunkt vom Erzählerischen auf eine konzentriert musikalische Form. Die Verbindung von klanglicher Dichte und formaler Klarheit prägt ihren Charakter. Alfredo Perl, der zu den profilierten Mozart-Interpreten seiner Generation zählt, verbindet in seinem Spiel strukturelle Klarheit mit klanglicher Differenzierung. 

Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra beschließt das Programm. Das Werk entzieht sich einer linearen Dramaturgie; vielmehr reiht Strauss musikalische Gedanken aneinander, die von Friedrich Nietzsches gleichnamigem Text angeregt sind. Berühmt geworden ist vor allem der Beginn mit seiner strahlenden Fanfare – doch jenseits dieses ikonischen Moments entsteht ein vielschichtiges Gefüge aus Klangflächen, Brüchen und Übergängen. 

Mit diesem Programm wird der Mannheimer Strauss-Zyklus fortgesetzt.
©Miina Jung
GMD Roberto Rizzi Brignoli gibt einen Einblick, was ihn an diesem Programm besonders fasziniert und reizt.

Dieses Programm ist für mich etwas Besonderes, weil es scheinbar weit voneinander entfernte und doch tiefgründig miteinander verbundene Welten vereint. Auf der einen Seite die Ironie, Leichtigkeit und der fast theatralische Geist von Till Eulenspiegel; auf der anderen die dramatische und beinahe metaphysische Tiefe von Zarathustra. Dazwischen verkörpert Mozarts Konzert eine außergewöhnliche Balance: eine Musik, die formale Klarheit und innere Spannung vereint.

Was mich fasziniert, ist genau dieser Ausdrucksbogen: von Tills spielerischerund respektloser Geste über eine introspektivere und dramatischere Dimension bei Mozart bis hin zur beinahe kosmischen Reflexion Zarathustras.Es ist wie eine Reise vom lachenden Mann zum selbstkritischen Mann zum Mann, der sich dem Absoluten stellt.

Wenn ich meine Vision in einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass es in diesem Programm um Freiheit geht: die Freiheit, ironisch zusein, tragisch zu sein, nach Sinn zu suchen, der über das unmittelbar Begreifliche hinausgeht. Und vielleicht ist es das Zitat von Nietzsche, das mich am meisten berührt, wenn auch indirekt: „Man muss Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu erzeugen.“ Es ist ein Bild, das sich meiner Meinung nach durch das gesamte Programm zieht – von Tills Lächeln bis zu Zarathustras Morgendämmerung.
Spielzeit 2026/27
Nach vielen Gedanken- und Rechenspielen, Korrekturrunden und manch schlafloser Nacht ist es endlich wieder soweit: Das Programm der Musikalischen Akademie für 26/27 steht, ist gedruckt und wurde in der heutigen Pressekonferenz vorgestellt.
v.l.n.r. Fritjof von Gagern (1. Vorsitzender der MAM), GMD Roberto Rizzi Brignoli, Eva Röthke (Geschäftsführerin der MAM)
Vier der acht Akademiekonzerte liegen wie gewohnt in den Händen von GMD Roberto Rizzi Brignoli. In den übrigen vier Konzerten darf sich das Publikum auf international renommierte Gastdirigentinnen und -dirigenten freuen, die das Nationaltheater-Orchester mit neuen Perspektiven bereichern. Hochkarätige Solistinnen und Solisten setzen dabei künstlerische Glanzpunkte.
Entdecken Sie das neue Programmheft online und lassen Sie sich inspirieren! Ab sofort können Sie sich Ihr Abonnement sichern: Besuchen Sie hierzu unsere Homepage oder kontaktieren Sie unser Ticketbüro unter service@musikalische-akademie.de. Der Verkauf der Einzeltickets startet am 1. September.
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Pressekonferenz der MAM am 23.04.2026

Wann haben Sie zum ersten Mal erkannt, dass Dirigieren nicht nur ein Beruf, sondern Ihre Berufung ist?

Ich erkenne es jedes Mal, wenn ich auf das Podium trete. Es ist kein einmaliger Moment der Erkenntnis – es ist eine ständige Bestätigung.
Ich habe das Gefühl, für die Bühne gemacht zu sein: Musik gleichzeitig mit dem Orchester und mit dem Publikum zu teilen. Menschliche Emotionen zu erforschen, sie zu verstehen und sie durch Musik wiederzugeben. 
Was mich am meisten bewegt, ist die Vorstellung, dass das, was wir fühlen – selbst in unseren intimsten, uns unergründlichen Momenten – nie wirklich nur uns allein gehört. Große Denker und Künstler haben es vor uns gefühlt. Durch Musik geben sie diesen Emotionen eine Form, sie benennen sie und führen uns durch sie hindurch. 
Wie Somerset Maugham schrieb: „Es ist ein Rätsel, das mit dem Universum die Eigenschaft teilt, keine Antwort zu haben.“ Und doch – lässt uns die Musik in diesem Geheimnis leben. 
Wenn Sie das Programm als eine Geschichte wiedergeben müssten, welche Emotionen oder Bilder würden Sie wählen, um es zu beschreiben? 

Es ist eine freudige, leidenschaftliche, lebensbejahende Reise – wie eine Feuerwerksnacht. 

Wenn ich es in drei Worten beschreiben müsste: 
• TEATRO – für Gioachino Rossini: voller Figuren, Bewegung und ständig wechselnder Szenen, wie eine Oper, die sich vor Ihren Augen entfaltet. 
• ELEGANTE – für Carl Maria von Webers Fagottkonzert: raffiniert, anmutig, mit Charme und Witz. 
• CON FUOCO – für Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie: pure Energie, Rhythmus und eine unaufhaltsame Lebenskraft. 
 © Carlo Bonini                            
Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit einem Orchester, das Sie möglicherweise zum ersten Mal dirigieren? 
Was ist Ihnen dabei wichtig? 

Für mich geht es immer um die Musik – und darum, die tiefe Leidenschaft, die wir alle für sie haben, zu teilen. 
Wenn ich zu einem Orchester komme, besonders zu einem mit so reicher Tradition wie in Mannheim, spüre ich eine starke Kontinuität. Dort wird seit Jahrhunderten Musik geschaffen, gelebt und geatmet. 

Meine Aufgabe ist es, meine eigene Geschichte in diese Tradition einzubringen – meine Kultur, meine Erfahrungen, die Menschen, denen ich begegnet bin, die Aufführungen, die ich erlebt habe – und sie mit der ihren zu verbinden. 

Es wird zu einem Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart, etwas, das im Moment lebt und zugleich in die Zukunft blickt. 

Und es ist ein Prozess: Er beginnt mit dem allerersten Atemzug der ersten Probe… und endet eigentlich erst mit dem gemeinsamen Lächeln nach dem letzten Konzert. 

In gewisser Weise ist es also – selbst jetzt – noch ein Werk im Entstehen.
Gibt es einen Moment im Konzert, auf den das Publikum besonders achten sollte? 

Keinen Schlüsselmoment – aber ich sage Ihnen Folgendes: 

Bleiben Sie aufmerksam… denn vielleicht könnten Sie einen verpassen.
Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der zum ersten Mal ein klassisches Konzert besucht? 

Haben Sie Spaß. 

Es ist alles für Sie. 
Jede Note, jede Geste, jede Stille. 

Wir sind alle aus einem Grund da: um Ihre Augen zum Leuchten zu bringen.
Nachdem die ursprünglich angekündigte Fagottistin Rie Koyama ihr Mitwirken aufgrund des geltenden Mutterschutzes absagen musste, freuen wir uns sehr, dass unsere orchestereigene Fagottistin Antonia Zimmermann die Solopartie im 6. Akademiekonzert übernimmt. 

Auf dem Programm am 13. und 14. April steht Carl Maria von Webers meisterhaftes Konzert für Fagott und Orchester – eines der bedeutendsten Werke der Fagottliteratur. Mit einer Mischung aus lyrischen Passagen, brillanter Virtuosität und charaktervollem Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester wird Antonia Zimmermann die klangliche Vielfalt und Ausdruckskraft ihres Instruments erstrahlen lassen.
© Franziska Gilli
Seit 2016 ist Antonia Zimmermann Solofagottistin des Nationaltheater-Orchesters Mannheim. Sie studierte bei Prof. Georg Klütsch in Köln und war während des Studiums Mitglied des European Union Youth Orchestra, der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals sowie der Jungen Deutschen Philharmonie. Meisterkurse bei Klaus Thunemann und Dag Jensen runden ihre Ausbildung ab. 

Sie ist regelmäßig zu Gast im Konzerthausorchester Berlin, bei den Göteborger Symphoniker, bei der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, in der NDR Radiophilharmonie, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und im Münchner Kammerorchester. Seit 2024 arbeitete Antonia Zimmermann außerdem im Orchester der Bayreuther Festspiele mit Dirigenten wie Daniele Gatti, Pablo Heras Casado und Christian Thielemann zusammen. 

Solistisch war sie mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, den Solistes Européens Luxembourg und den Hofer Symphonikern zu hören sowie 2019 mit dem Nationaltheater-Orchester in Richard Strauss‘ Duett-Concertino. 

Darüber hinaus gilt ihre besondere Leidenschaft der Kammermusik: Mit dem Acelga Quintett ist sie Stipendiatin des Deutschen Musikrats und der Oscar und Vera Ritter Stiftung sowie Preisträgerin des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München 2014. Es folgten Konzerte beim Rheingau Musik Festival, beim Bachfest Leipzig, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und beim Festival Spannungen in Heimbach. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen unter anderem Ensembles und Künstler wie das Armida Quartett, das Gémeaux Quartett, Sarah Christian, Antje Weithaas, Claudio Bohórquez und Sharon Kam.

Mit Antonia Zimmermann als Solistin darf sich das Publikum somit auf eine interpretatorisch wie persönlich besonders spannende Perspektive auf das Werk freuen – präsentiert von einer Musikerin, die das Orchester aus dem Inneren heraus kennt und zugleich als vielseitige Solistin und Kammermusikerin geschätzt wird.
Mit „Die Moldau“ aus dem Zyklus Má vlast schuf Bedřich Smetana ein klingendes Symbol Böhmens. Die sinfonische Dichtung zeichnet den Lauf des Flusses von den Quellen bis nach Prag nach. Naturbilder, Volksfeste und dramatische Stromschnellen verdichten sich zu musikalischer Identität. Das berühmte Hauptthema, Sinnbild des stetigen Fließens, entstand 1874, als Smetana bereits vollständig taub war. Ein Werk innerer Klangvision.
©  Silvano De Forheger, Teatro Regio Torino
Auch die Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Antonín Dvořák ist von Naturerfahrung und Heimatverbundenheit durchzogen. Zwischen pastoraler Ruhe, tänzerischer Energie und strahlender Heiterkeit entfaltet sich eine Musik voller melodischer Fülle und klanglicher Weite. Beide Werke verbindet die Sehnsucht nach einer intakten, lebendigen Welt – ein inneres Band, das bis in die Gegenwart reicht. 
© Zuzanna Jagodzinska, Nils Ole Peters
Genau hier setzt das Violinkonzert von Thorsten Encke an. Encke versteht Musik als „Lebendigkeit des Klangs“ – als ein Geschehen, das sich im Moment entfaltet. Sein Konzert ist viersätzig, doch die Sätze gehen ohne Pause ineinander über: flight, fright, fringe und unbridled joy with a touch of madness beschreiben eine Entwicklung von flirrender Bewegung über Verdunkelung und fragile Zwischenräume bis hin zu einer fast ekstatischen Ausgelassenheit.

Enckes Konzert ist dabei bewusst polyphon gedacht: Die Solovioline agiert als prima inter pares, das Orchester ist ihr ebenbürtiger Partner. Reverenzen an das große Violinkonzert von Ludwig van Beethoven blitzen auf, etwa in der markanten Rolle der Pauke, werden jedoch in eine zeitgenössische Klangsprache transformiert. 

Unter der Leitung von Michał Nesterowicz und mit Tianwa Yang als Solistin entsteht so ein Programm, das Naturpoesie des 19. Jahrhunderts und heutige Klangforschung miteinander verbindet. Zwischen Moldau und moderner Klangvision spannt sich ein Bogen, der zeigt: Die Fragen nach Heimat, Natur und Lebendigkeit sind zeitlos, doch ihre musikalischen Antworten verändern sich.
Die Auftragskomposition der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V. wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Firma Lochbühler Aufzüge GmbH, Frau Dr. Maike-Tjarda Müller / Kanzlei Dr. Müller, Herrn Peter Römer sowie einer anonymen Spende. Ihnen gilt unser großer Dank.
Die in der Musikalischen Akademie organisierten Mitglieder des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V. sind seit über 240 Jahren Veranstalter der Konzertreihe Akademiekonzerte. Unter den Theater- und Symphonieorchestern ist die demokratische Struktur der Akademie und ihre damit verbundene programmatische sowie finanzielle Eigenständigkeit einzigartig. In acht Doppelkonzerten pro Saison präsentiert sich heute das Orchester, das sonst im Operngraben erklingt, im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens. 

Zur Unterstützung der Geschäftsstelle suchen wir ab dem 01.04.2026 oder nach Absprache eine Leitung des Ticket- und Abonnementbüros in Vollzeit (38,5 Std. / Woche) oder nach Absprache auch Teilzeit möglich.
Ihre Tätigkeiten
• Sie arbeiten an der Schnittstelle von Projektleitung, Marketing und Geschäftsführung
• Unterstützung bei der Umsetzung von Marketingmaßnahmen zur Gewinnung neuer Kund:innen und Zielgruppen 
• Disposition des Ticketbüros und Betreuung einer Minijob- sowie FSJ-Stelle
• Verantwortung für den Kund:innen- und Abonnent:innen-Service 
• Gestaltung, Betreuung, Einrichtung und Abwicklung des Kartenverkaufs (Online, Geschäftsstelle, VVK-Stellen und Abendkasse, Erstellung von Saalplänen) 
• Entwicklung und Anpassung der Abonnementstruktur in Absprache mit der Geschäftsführung 
• Abonnementberatung und -verkauf 
• Vorbereitende Buchhaltung (Einnahmenkalkulation, Abrechnung u. Ä.) 
• Kommunikation und Versände 
• Datenbankpflege
Wir bieten Ihnen 
• eine unbefristete Festanstellung 
• 30 Tage Urlaub (bei Anstellung in Vollzeit) 
• Gehalt nach Vereinbarung 
• Gleitzeit und flexible Abläufe 
• eigenverantwortliche Arbeitsweise 
• abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tätigkeit, die Sie kreativ mitgestalten 
• flache Hierarchien 
• starker Teamzusammenhalt, offene Kommunikation und echte Mitgestaltung 
• familiäre Atmosphäre in kleinem Team 
• Freitickets für die Akademiekonzerte
Ihr Anforderungsprofil 
• erfolgreich abgeschlossenes Studium oder Ausbildung im Kultursegment 
• sichere Beherrschung aller gängigen Office-Softwarelösungen 
• Erfahrung im Veranstaltungs- und/oder Kultursegment 
• Kommunikations- und Teamfähigkeit 
• Einfühlungsvermögen und Freude am Umgang mit Kund:innen 
• sichere und souveräne Kommunikation in Wort und Schrift 
• Erfahrung mit Datenbanken und/oder Ticketsystemen von Vorteil (WinThea/eventim inhouse) 
• Affinität zu klassischer Musik von Vorteil

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung an Eva Röthke bis zum 13.03.2026 unter Angabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins ausschließlich elektronisch in einem zusammenhängenden Dokument (max. 5 MB) an: service@musikalische-akademie.de. 

Für inhaltliche Fragen zur Stelle steht Ihnen Frau Claire Pham telefonisch unter 0621 260 44 oder per E-Mail an service@musikalische-akademie.de zur Verfügung.
Im 4. Akademiekonzert der Musikalischen Akademie Mannheim am 2. und 3. Februar 2026 steht mit Gustav Mahlers Symphonie Nr. 6 eines der eindrucksvollsten Werke der spätromantischen Orchesterliteratur auf dem Programm. Das Nationaltheater Orchester Mannheim spielt unter Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli im Mozartsaal des Rosengartens.
© Musikalische Akademie
Das Interview von Stefan M. Dettlinger mit Roberto Rizzi Brignoli: Mannheims Generalmusikdirektor über Musik, Kultur und Mut.
Link Mannheimer Morgen
Zum Werk
Mahlers Sechste, häufig als „Tragische“ bezeichnet, zeichnet ein kompromissloses musikalisches Panorama von großer emotionaler Spannweite: Strenge Marschrhythmen, scharf konturierte Kontraste und eine hoch expressive Instrumentation prägen den Charakter der Symphonie. Besonders das Finale mit seinen berühmten Hammerschlägen verdichtet die existenzielle Dramatik des Werkes zu einer eindringlichen Aussage.

Mahler widmete die Symphonie seiner Frau Alma und integrierte darin ein musikalisches Motiv, das er selbst als ihr klangliches Porträt verstand. Umso bemerkenswerter ist Almas zwiespältige Reaktion auf das Werk: Sie empfand dessen Grundcharakter als zu düster, das Andante hingegen als zu schön im Verhältnis zur übrigen Ausrichtung der Symphonie. Verunsichert änderte er mehrfach die Abfolge von Scherzo und Andante – eine Entscheidung, die bis heute Gegenstand musikwissenschaftlicher Diskussionen ist. Für GMD Roberto Rizzi Brignoli ist es eine Premiere: Mit der „Sechsten“ nimmt er sich zusammen mit dem NTO zum ersten Mal eine Mahlersymphonie vor.
 © Musikalische Akademie


Unsere Solo-Piccolistin Yeoshin Jang hat ihr Probejahr erfolgreich bestanden. Ihre musikalische Ausbildung absolvierte sie am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, welche sie mit einem Bachelor- und Masterstudium abschloss. Es folgte ein weiterer Masterstudiengang mit Bestnote an der UdK Berlin; derzeit absolviert sie ihr Konzertexamen an der Hochschule für Musik in Freiburg. Im Interview spricht Yeoshin Jang über ihre Erfahrungen im Nationaltheater-Orchester Mannheim und darüber, was diese Zeit für sie persönlich und künstlerisch bedeutet.
© Sunwoo Kim
1. Wie haben Sie Ihr Probejahr in unserem Orchester erlebt? Es war eine sehr intensive und zugleich äußerst lehrreiche Zeit. 
Sowohl musikalisch als auch menschlich konnte ich mich schnell weiterentwickeln und hatte zunehmend das Gefühl, als Teil des Orchesters anzukommen und meinen Platz zu finden.

2. Was hat Sie im ersten Jahr im Orchesteralltag besonders überrascht? 
Mich hat die große Bandbreite der Werke und die Vielfalt der Aufführungsformen sehr beeindruckt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, dass die geforderte Flexibilität und Anspannung – wenn man zwischen Oper, Ballett und Konzert wechselt – deutlich höher ist, als ich es erwartet hatte. 

3. Was macht die Position der Solopiccolonistin für Sie besonders und welche Anforderungen stellt sie? 
Die Piccoloflöte ist meiner Meinung nach ein Instrument, das selbst in ganz kleinen Momenten im Orchesterklang eine enorme Wirkung entfalten kann. Es ist eine Position, die exaktes Timing, eine sehr fein abgestimmte Klanggestaltung und die musikalische Verantwortung verlangt, den Gesamtklang immer mitzudenken. 


“Die Piccoloflöte ist meiner Meinung nach ein Instrument, das selbst in ganz kleinen Momenten im Orchesterklang eine enorme Wirkung entfalten kann.”

© Sunwoo Kim
4. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen erlebt? 
Ich konnte in einer sehr warmen und offenen Atmosphäre arbeiten und bin dankbar, dass ich von den erfahrenen Kolleg*innen viel lernen durfte und mich dabei jederzeit respektiert und wertgeschätzt fühlte.

 5. Gibt es ein Akademiekonzert oder ein Werk aus dem Probejahr, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? 
Unter den Akademiekonzerten ist mir insbesondere das erste Konzert dieser Saison in Erinnerung geblieben, in dem ich als Piccolosolistin und an der dritten Flöte Werke von Maurice Ravel (Daphnis et Chloé, La Valse) sowie Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung spielte; das Konzert wurde vom SWR aufgezeichnet. Gerade das kurze, aber sehr prägnante Piccolosolo in Daphnis et Chloé war mir besonders wichtig, und ich habe diesen Moment mit großer Konzentration und viel Freude gestaltet. Insgesamt hat mir die Arbeit an Ravels Musik sehr viel bedeutet. Während meiner Probezeit hat dieses Programm bei mir auch persönlich viele Erinnerungen und Emotionen geweckt. Ich habe dabei oft an meine Studienzeit am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris zurückgedacht, und diese Erfahrungen haben mein Spiel auf natürliche Weise geprägt. 

6. Gibt es musikalische Ziele, die Sie sich für die nächsten Jahre gesetzt haben? 
Mein größtes Ziel ist es, im Orchester noch stabiler zu werden und mir als Musikerin langfristig Vertrauen zu erarbeiten. Gleichzeitig möchte ich meine künstlerischen Projekte kontinuierlich ausbauen und mich als Musikerin stetig entfalten.

Gustav Mahlers Symphonie Nr. 6 nimmt innerhalb seines sinfonischen Schaffens eine besondere Stellung ein. Sie gilt bis heute als eines der eindringlichsten Werke des Komponisten und wird aufgrund ihrer Dramatik und düstren Atmosphäre bis heute häufig als die „Tragische“ bezeichnet.

Mahler widmete die Symphonie seiner Frau Alma und integrierte darin ein musikalisches Motiv, das er selbst als ihr klangliches Porträt verstand. Umso bemerkenswerter ist Almas zwiespältige Reaktion auf das Werk: Sie empfand dessen Grundcharakter als zu düster, das Andante hingegen als zu schön und idyllisch im Verhältnis zur übrigen Ausrichtung der Symphonie. Diese Kritik traf Mahler empfindlich. Verunsichert änderte er mehrfach die Abfolge von Scherzo und Andante – eine Entscheidung, die bis heute Gegenstand musikwissenschaftlicher Diskussionen ist und die innere Spannung des Werkes zusätzlich unterstreicht.

Eine der eindrücklichsten Besonderheiten der Sechsten findet sich im Finale. Hier greift Mahler zu einem bis dahin unerhörten Klangmittel: Ein großer Holzhammer schlägt mit dumpfem, beinahe vernichtendem Ton auf eine massive Holzkiste. Ursprünglich sah Mahler drei solcher Hammerschläge vor, strich jedoch später den dritten aus der Partitur. Oft wird diese Entscheidung mit den schweren Schicksalsschlägen in Verbindung gebracht, die kurz nach der Komposition folgten – dem Tod seiner Tochter Maria, der Diagnose einer schweren Herzkrankheit und dem Ende seiner Tätigkeit als Direktor der Wiener Hofoper.

Unabhängig von biographischen Deutungen prägen die Hammerschläge den Charakter des Finales entscheidend: Sie bieten keinen versöhnlichen Ausblick, stattdessen verleihen Sie dem Schluss eine schonungslose Konsequenz und machen sie zu Mahlers wohl radikalstem Werk. 

Im 4. Akademiekonzert widmet sich GMD Roberto Rizzi Brignoli Mahlers Sechster Symphonie, die er am 2. und 3. Februar erstmals gemeinsam mit dem Nationaltheater-Orchester im Mozartsaal des Rosengartens aufführt.
Der Vorverkauf hat begonnen!
Tradition trifft Lebensfreude, wenn am Sonntag, den 8. Februar 2026 um 11 Uhr die 43. Mannheimer Fasnachtsmatinee den Mozartsaal im Rosengarten wieder in ein Meer aus Musik, Frohsinn und festlicher Stimmung verwandelt.

Unter der bewährten musikalischen Leitung und charmanten Moderation von Karl-Heinz Bloemeke präsentiert das Nationaltheater-Orchester ein schwungvolles Programm voller musikalischer Überraschungen und heiterer Momente. Besondere Glanzpunkte bereiten in diesem Jahr die Gesangssolisten Irakli Kakhidze und Seunghee Kho, die mit ihren ausdrucksstarken Stimmen und ihrer Bühnenpräsenz für berührende wie beschwingte Augenblicke sorgen. Freuen Sie sich auf einen Vormittag, der ganz im Zeichen der Mannheimer Fasnacht steht – mit Musik, Esprit und jener einzigartigen Atmosphäre, die diese Matinee Jahr für Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
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Ein Jahr reich an bewegenden Klängen, anregenden Begegnungen und besonderen künstlerischen Momenten neigt sich seinem Ende zu. Für Ihre langjährige Verbundenheit und Ihr Vertrauen danken wir Ihnen herzlich. Möge die Weihnachtszeit Ihnen Augenblicke der Ruhe und des Innehaltens schenken, erfüllt von Licht, Wärme und Musik – und möge diese Sie auch im kommenden Jahr begleiten. 

Wir bitten um Beachtung, dass unsere Geschäftsstelle vom 22. Dezember 2025 bis einschließlich 6. Januar 2026 geschlossen bleibt. Ab dem 7. Januar 2026 stehen wir Ihnen wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung. 

Schon jetzt möchten wir Ihren Blick auf einen besonderen musikalischen Höhepunkt des neuen Jahres lenken: das 4. Akademiekonzert am 02. und 03. Februar 2026. Auf dem Programm steht mit Gustav Mahlers Sechster Symphonie eines der eindringlichsten Werke der sinfonischen Literatur. In dieser „Tragischen“ verdichten sich existentielle Fragen, visionäre Klangbilder und eine kompromisslose musikalische Sprache zu einem Werk von außergewöhnlicher emotionaler Wucht. Unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli offenbart dieses monumentale Werk seine ganze dramatische Tiefe – zwischen heroischer Kraft und tiefstem Schmerz.

Für alle, die noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk in letzter Minute sind, sei der Besuch eines Akademiekonzerts wärmstens empfohlen: Konzertkarten oder Gutscheine der Musikalischen Akademie schenken nicht nur Vorfreude, sondern ein gemeinsames Erlebnis, das über den Abend hinaus nachklingt.
Ein musikalischer Adventskalender des Nationaltheater-Orchesters
Auch in diesem Jahr möchte das Nationaltheater-Orchester Mannheim die Vorweihnachtszeit mit Klang füllen. Gemeinsam mit der Musikalischen Akademie haben die Musikerinnen und Musiker einen besonderen Adventskalender gestaltet, der Tag für Tag ein neues kleines Geschenk bereithält.

Seit Generationen begleitet uns der Adventskalender durch die Vorweihnachtszeit. Hinter jedem kleinen Türchen verbirgt sich eine Überraschung – ein Moment der Vorfreude, der uns im oft hektischen Dezember innehalten lässt. Was einst als einfache Papieridee begann, ist längst zu einer liebevollen Tradition geworden, die Groß und Klein mit täglichen Lichtblicken beschenkt. 

In diesem Jahr öffnen die Musikerinnen und Musiker des Nationaltheater-Orchesters Mannheim gemeinsam mit der Musikalischen Akademie ihren ganz eigenen Adventskalender: Jeden Tag erwartet das Publikum eine kleine musikalische Überraschung – persönlich, vielfältig und mit spürbarer Freude gestaltet. 

Der musikalische Kalender wird über die sozialen Kanäle der Musikalischen Akademie sowie auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht. 

Hier geht’s zu den täglichen Beiträgen: 

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Mit diesem besonderen Adventsbegleiter wünschen wir Ihnen eine  besinnliche Vorweihnachtszeit!
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3. Akademiekonzert
Am 8. und 9. Dezember 2025 präsentiert des Nationaltheater-Orchester unter der Leitung von Ingo Metzmacher zwei ikonische Werke der Orchestermusik. Als langjähriger Begleiter der Musikalischen Akademie und seit dem letzten Jahr ihr Ehrenmitglied steht er für musikalische Präzision und stilistische Klarheit.
© FeliXbroede
Als Solist ist Barry Douglas zu erleben, der 1986 mit dem Gewinn der Goldmedaille beim Internationalen Tschaikowski-Klavierwettbewerb weltweit bekannt wurde. Dazu passend interpretiert er im Rosengarten Tschaikowskis erstes Konzert für Klavier und Orchester. Das wohl bekannteste Klavierkonzert der Musikgeschichte verbindet heroische Dramatik mit lyrischer Wärme und fordert sowohl große technische Virtuosität als auch feinsinnige Klanggestaltung. 

Im zweiten Teil erklingt die Suite aus Igor Strawinskys Feuervogel - ein zauberhaftes, wie mythisches Klangmärchen. Strawinsky schafft durch seine orchestrale Farbenpracht, von schillernden Holzbläsern über Harfe bis hin zu mächtigen Blechbläsern, eine geheimnisvolle Atmosphäre, die das dramatische Märchen um Prinz Iwan, den Feuervogel und den bösen Magier Kastchej lebendig werden lässt. Rhythmisch komplex und mit markanten Spannungsbögen entfaltet die Suite unter Ingo Metzmacher ihre ganze Wirkung.
Für den Saisonbeginn der Musikalische Akademien des Nationaltheater-Orchesters Mannheim wählt Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli den "Tagesanbruch" aus Ravels Daphnis et Chloé; das der Komponist als ein „großes musikalisches Freskogemälde“ bezeichnete. Im Ravel-Jahr 2025 erklingen außerdem Ravels berühmte Orchesterierung der Bilder einer Ausstellung
Als Solist tritt Daniel Müller-Schott im Mannheimer Rosengarten auf, dessen „intensive Expressivität“ die New York Times würdigte und ihn als „einen furchtlosen Spieler mit überragender Technik“ beschrieb. 

Hören Sie unter folgendem Link das gesamte Konzert!

SWR-Link.

Im 2. Akademiekonzert am 17. und 18. November im Rosengarten Mannheim wird die Konzertmeisterin des Nationaltheater-Orchesters Mannheim, Olga Pogorelova, solistisch zu erleben sein. Sie präsentiert Béla Bartóks 2. Violinkonzert, ein Werk von großer technischer Brillanz und expressiver Tiefe, das sowohl Virtuosität als auch feinfühlige Musikalität verlangt. Im Interview spricht sie über ihre Herangehensweise an dieses anspruchsvolle Werk, die Vorbereitung und den Wechsel von der Rolle als Konzertmeisterin zur Solistin.
Das zweite Violinkonzert von Béla Bartók gehört zu den großen Herausforderungen des Repertoires. Was fasziniert Sie persönlich an diesem Werk, und welche Aspekte machen es für Sie besonders reizvoll, es solistisch zu spielen?

Das Werk ist zweifelsohne eines der bedeutendsten Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts. Auch heute noch, 86 Jahre nach seiner Uraufführung, ist es für den Solisten nicht unbedingt leicht zugänglich, doch damals muss es absolut neuartig und revolutionär gewesen sein. Fast zwei Jahre lang (1937-38) hatte der Komponist an diesem Stück gearbeitet, was für ihn ungewöhnlich lang war. Es war eine sehr schwierige Zeit für Bartók, der düstere Vorahnungen im Hinblick auf die Zukunft Europas, sowie sein eigenes Schicksal hatte. Die Musik ist überaus bildhaft, sie spiegelt auf eine eindringliche Weise die Stimmung jener Zeit wider: Bartók präsentiert uns hier die ganze Palette an Emotionen eines sensiblen Künstlers und Humanisten angesichts der drohenden Katastrophe des großen Krieges.  
Die unglaublich kontrast- und farbenreiche Musiksprache ist es, wie immer bei Bartók mit unverkennbarem folkloristischem Touch, die es mir besonders angetan hat, in Verbindung mit der großartigen Orchestrierung - eine unglaubliche, einzigartige Mischung!

© Roman Petrowsky
Es bedarf einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit der Partitur, um das zunächst scheinbar "Beliebige" als das absolut "Zwingende" zu erkennen und nachzuempfinden, um so der Musik Bartóks näher zu kommen. Dies betrifft absolut alles: die Tempi (die Angaben des Komponisten sind äußerst präzise und lassen dem Interpreten kaum Freiraum!), die rhythmische Struktur, die Tonartwechsel usw. Manche Motive wiederholen sich recht oft, in leicht abgewandelter Form (beispielsweise das legendäre 12-Ton Seitenthema des ersten Satzes kommt in dem ganzen Stück insgesamt mehr als 30-mal vor, aber nie absolut identisch). Was anfangs wie eine rein intellektuelle Übung wirkt, hat in Wirklichkeit eine ganz klare und logische Struktur, die es zu begreifen gilt. Dabei ist die Musik höchst expressiv, mit einer riesigen Bandbreite an Klangfarben, nichts klingt einfach nur" verkopft"! Darin liegt für mich die eigentliche Herausforderung und das Reizvolle zugleich: der Denkweise des Komponisten, aber auch seiner Gefühlswelt näher zu kommen.
Bartóks Violinkonzert gilt als technisch und interpretatorisch anspruchsvoll. Welche Passagen stellen für Sie die größten Herausforderungen dar, und wie begegnen Sie ihnen beim Üben? 

Das 2. Violinkonzert war für den Freund und Duopartner Bartóks, den Violinisten Zoltan Szekely geschrieben und es ist unverkennbar, dass der Letztere bei der Entstehung des Werkes aktiv mitgewirkt haben muss. Bartók, selbst Pianist, schrieb hier jedenfalls ein Werk, das die Geige extrem fordert, ja teilweise fast schon bis an die Schmerzgrenze führt. Die Fülle an Doppelgriffen (Sekunden, Quart- und Quintreihen) und drei- oder sogar vierstimmigen Akkorden ist schon enorm, doch nie wirken diese als reiner Selbstzweck, alles Technische ist dem großen Ganzen untergeordnet und ist stets ein Ausdrucksmittel.  
Ungewöhnlich für die Geige, zumeist ja ein Melodieinstrument, die teilweise recht polyphone Struktur: zwei Stimmen, die sich völlig unabhängig voneinander entfalten (zweite Hälfte der Kadenz). Aber auch der ständige Wechsel der Stimmungen, beispielsweise in den Variationen (2. Satz), ist geigerisch und interpretatorisch nicht leicht. Insgesamt glaube ich, dass kaum ein anderer Komponist so viel "kopflastiges Üben" erfordert- mit und ohne Instrument- um die Musik wirklich innerlich zu "begreifen".   

Wie nähern Sie sich einem so komplexen Werk wie Bartóks 2. Violinkonzert? Gibt es bestimmte Methoden oder Rituale, die Ihnen helfen, sowohl Technik als auch musikalischen Ausdruck zu entwickeln? 

Es braucht ja schon recht viel Zeit, um so ein komplexes Werk einzustudieren. Das geht eben nicht von heute auf morgen. Bartóks Musik ist vor allem kognitiv eine große Herausforderung.  
Während der letzten Monate war das Stück eigentlich mein ständiger Begleiter: ob auf Reisen oder bei einem Spaziergang, irgendwie ist es permanent präsent. Es tauchen im Kopf immer wieder irgendwelche Abschnitte auf, diese Musik lässt einen einfach nicht in Ruhe. Etwa wie ein Hintergrundrauschen, was nie wirklich weg ist, wenn man es so sagen will.  
Meine erste Auseinandersetzung mit diesem Werk war vor rund 13 Jahren, damals führte ich das Stück mehrere Male mit verschiedenen Orchestern auf.  
Als ich mit den Vorbereitungen für die kommenden Mannheimer Auftritte begann, war mir die Musik also einerseits durchaus vertraut, doch vieles entdeckte ich neu, bzw. aus einer anderen Perspektive. Mehr als alles andere betrifft dies die Tongebung. Dieses Konzert wird oft sehr laut aufgeführt. Natürlich gibt es einige laute und sogar brutal klingende Stellen, doch auch unglaublich intime Momente, die oft zu kurz kommen. Es ist wichtig die für jeden Abschnitt richtige Stimmung zu manifestieren. Und das hat für mich nicht unbedingt mit einem Ritual, doch sehr viel mit Konzentration und auch der Vorstellungskraft zu tun.
© Roman Petrowsky
Als Konzertmeisterin kennen Sie die Perspektive des Orchesters sehr gut. Wie verändert sich Ihr Erleben der Musik, wenn Sie nun die solistische Rolle übernehmen und das Orchester Sie begleitet? 

Danke für diese sehr interessante Frage! Wir haben hier in der Tat mit zwei vollkommen verschiedenen Herangehensweisen zu tun, die miteinander kaum vergleichbar sind.  
Es ist ein großer Unterschied, ob ich als Teil der Gruppe der 1. Violinen auftrete oder ein Solostück von 35 Minuten Länge auf der Bühne spiele, klanglich wie gestalterisch.  
Als Solistin bin ich selbstverständlich zumeist tonangebend, während die Rolle als Orchestermusikerin viel mehr mit Anpassungsfähigkeit, dem Verschmelzen mit der Gruppe, sowie dem Aufgreifen der Impulse des Dirigenten und deren möglichst präzisen Umsetzung zu tun hat. Dabei ist die Freude am Zusammenspiel und das gemeinschaftliche Erleben eines Werkes essenziell!
 Wie unterschiedlich diese beiden Arten auch sind, so haben beide natürlich ihren eigenen Reiz. Die Schwerpunkte verschieben sich, so auch die Aufgabenverteilung. 
Doch selbst beim solistischen Spielen begreife ich mich immer als eine zwar wichtige, jedoch immer noch eine einzelne Zeile unter den vielen Stimmen in der Partitur. Nur in der perfekt aufeinander abgestimmten Interaktion mit den anderen Musikinstrumenten kann die Solostimme am besten zur Geltung kommen, nur so macht die musikalische Aussage am meisten Sinn. 

Und vielleicht gerade deshalb war es mir wichtig, in Mannheim ein Violinkonzert aufzuführen, in dem die Rolle des Orchesters nicht nur auf die Begleitfunktion reduziert wird. Bartóks Werk ist anspruchsvoll nicht nur aus der Sicht der Solovioline, sondern ist ein Gesamtkunstwerk, das einige spannende Aufgaben für das Orchester bereithält. Für mich ist es eine besondere Auszeichnung, dieses große und vergleichsweise nicht so oft gespielte Violinkonzert gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf die Bühne zu bringen! 

Bartóks Musik ist bekannt für ihre rhythmische und harmonische Eigenständigkeit. Wie finden Sie ihren persönlichen Ausdruck in diesem Werk, und welche musikalischen Aspekte liegen Ihnen besonders am Herzen

Die Suche nach dem persönlichen Ausdruck in diesem Stück ist für mich untrennbar mit dem Verständnis der Musiksprache Bartóks, seinem Erleben des Zeitgeschehens, sowie seinen Wurzeln als Musiker verbunden. 
Wie schon angemerkt ist Bartók in seinen Partituren recht eindeutig. Vieles wird sehr klar, wenn man das Stück näher kennenlernt, Rätselraten gibt es hier tatsächlich nicht.  Doch der musikalische Ausdruck wird natürlich nicht allein aus den Metronomzahlen geboren. Es ist sehr wichtig, die Wurzeln dieser Musik zu studieren, bzw. ihren nationalen Hintergrund. Ungarn war und ist nach wie vor das Heimatland herausragender Geiger, deren Spielweise wertvolle Hinweise zum Verständnis der Klangsprache Bartóks und gleichzeitig eine Inspiration mit sich bringen. Es ist vor allem eine enorme Kraft, tonliche Reinheit, ein durchaus differenziertes Vibrato und eine freie oder besser gesagt, im Zeitmaß frei wirkende, zuweilen improvisierende Rhythmik, die für diese Art zu spielen bestimmend sind. 

Zurück zu dem Violinkonzert. Der erste Satz wirkt fragmenthaft, die Stimmungswechsel sind manchmal sehr abrupt, als wäre man innerlich zerrissen. Die Solovioline (der Erzähler), die das Stück mit einer Cantilene beginnt, erlebt die Außenwelt (das Orchester) zunehmend bedrohlich und chaotisch. Die langsamen, lyrischen Abschnitte beruhigen zwar immer wieder das Geschehen, die Entwicklung ist jedoch unausweichlich, die Spannung steigt bis hin zum orchestralen (beinahe) Kollaps, mit dem die Kadenz eingeleitet wird. Dieser Monolog der Solovioline ist für meine Begriffe absolut einzigartig in der Musikgeschichte. Fast nichts aus dem musikalischen Material des ersten Satzes kommt in der Kadenz vor, was normalerweise üblich ist. Sie wirkt wie eine verzweifelte Auseinandersetzung mit dem Geschehen, wie ein Ringen um ein Weiterkommen, im Leben wie in der Musik. Der Wirbel der inneren, sich streitenden Stimmen wird gegen Schluss der Kadenz bis zum Einsetzen des Orchesters immer heftiger. Und hier geschieht ein musikalisches Wunder: das Wiederkommen des ersten Themas, aber dieses Mal transformiert, mit einer ganz anderen Orchestrierung. Es wirkt wie eine Erlösung, wie ein Geistesblitz, aber auch wie ein "Nachhausekommen". Dieser Moment gehört ohne Zweifel zu den schönsten und berührendsten Bartóks... 
Ganz andere Stimmung im zweiten Satz, dessen Thema nach einer alten fernen Volksweise klingt. Die Solovioline agiert hier, als wäre es eine Stimme nicht von dieser Welt, für den Solisten tonlich und rhythmisch eine schöne Herausforderung. Schließlich der dritte Satz, auch hier mit versteckten Variationen, die auf groteske Weise den ersten Satz imitieren und dabei umkehren. Dazwischen plötzlich die Anspielung auf einen Walzer, dieser ist aber schon zu Ende bevor er in Fahrt kommen konnte. Der Schluss des Konzerts setzt noch eins drauf mit vollem Orchesterapparat und opulenten Klängen!

Im 2. Akademiekonzert am 17. und 18. November stehen unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli zwei herausragende Werke des 20. Jahrhunderts auf dem Programm: Béla Bartóks Zweites Violinkonzert, interpretiert von Olga Pogorelova, Konzertmeisterin des NTO, und Sergej Rachmaninows Zweite Symphonie.

Den Auftakt bildet Bartóks Violinkonzert Nr. 2, an dem der Komponist ab 1937 fast zwei Jahre arbeitete. Das Werk vereint folkloristische Anklänge, romantische Klangpoesie und moderne harmonische Ideen in einer eigenständigen Form. Auf Wunsch seines Auftraggebers, des Geigers Zoltán Székely, komponierte Bartók das Konzert in traditioneller dreisätziger Anlage und entwickelte dennoch seine charakteristischen Variationen und kontrastreichen Motive. Konzertmeisterin Olga Pogorelova übernimmt den anspruchsvollen Solopart und wird Bartóks vielschichtige Klangwelt mit Präzision, Ausdruckskraft und feinsinniger Musikalität zum Leuchten bringen. 

Im zweiten Teil des Abends erklingt Rachmaninows Zweite Symphonie, ein Hauptwerk der russischen Spätromantik. Nach dem Misserfolg seiner ersten Symphonie durchlebte Rachmaninow eine tiefe Schaffenskrise, bevor er in Dresden neue Inspiration fand. Mit schwärmerischen Melodien, epischen Bögen und großen dynamischen Steigerungen entfaltet die Symphonie eine überwältigende emotionale Kraft, die zwischen Schmerz und Hoffnung schwebt. Das Konzert unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli verspricht einen Abend, an dem die kontrastreichen Stimmungen und opulenten Klangfarben des Werkes eindrucksvoll zur Geltung kommen.
© Roman Petrowsky
Nach einem glanzvollen Saisonauftakt widmet sich das 2. Akademiekonzert am 17./18. November zwei Komponisten, deren Werke auf unterschiedliche Weise zwischen Tradition und Erneuerung oszillieren. Unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli erklingen Béla Bartóks Violinkonzert Nr. 2 und Sergei Rachmaninows Symphonie Nr. 2 – zwei Schlüsselwerke der europäischen Musik des 20. Jahrhunderts, die von leidenschaftlicher Sehnsucht, virtuoser Ausdruckskraft und einem tiefen Humanismus durchdrungen sind. 

Bartóks 1938 vollendetes zweites Violinkonzert markiert einen Höhepunkt seines Spätwerks: Es verbindet die formale Strenge klassischer Konzertarchitektur mit der rhythmischen Energie und den modalen Färbungen der ungarischen Volksmusik. Der Komponist lotet darin die Grenzen zwischen Soloinstrument und Orchester neu aus – als partnerschaftlichen Dialog, in dem die Violine immer wieder aus dem orchestralen Geflecht heraustritt, um lyrische, fast vokale Linien zu entfalten. Olga Pogorelova, Konzertmeisterin des Nationaltheater-Orchesters, interpretiert dieses anspruchsvolle Werk mit jener stilistischen Klarheit und klanglichen Präsenz, die Bartóks komplexe Tonsprache erfordert. 

Rachmaninows Symphonie Nr. 2 in e-Moll op. 27, 1908 in St. Petersburg uraufgeführt, gilt als Inbegriff spätromantischer Ausdrucksfülle. In weiten melodischen Bögen und schimmernden orchestralen Farben beschwört sie eine Welt zwischen Verklärung und Melancholie. Das berühmte Adagio – mit seiner weitgespannten, von Sehnsucht getragenen Kantilene – bildet den emotionalen Kern dieser großdimensionierten Symphonie, deren thematische Dichte und organische Entwicklung Rachmaninows Meisterschaft als Symphoniker offenbart. 

GMD Roberto Rizzi Brignoli entfaltet dieses monumentale Werk in seiner vollen Dramatik. Zwischen heroischer Kraft und tiefstem Schmerz erwächst eine Symphonie von zeitloser Intensität. 
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