Christoph Gedschold dirigiert Franz Schuberts Große C-Dur Symphonie
Die Musikalische Akademie Mannheim blickt bei Schuberts Meisterwerk auf eine lange Aufführungsgeschichte zurück: Christoph Gedschold, Musikdirektor der Oper Leipzig, nimmt sich dieser im 5. Akademiekonzert am 4. und 5. März 2024 
voller Ehrfurcht an. Das Publikum erwartet zudem die Auftragskomposition Wavering World for orchestra von Dai Fujikura.
Christoph Gedschold  © Thomas Stimmel                               
Beginnend mit Mendelssohns Die Hebriden, auch bekannt als Fingalshöhle, entführen Christoph Gedschold und das NTO die Zuhörer auf eine klangliche Reise zu den wilden Küsten der schottischen Hebriden, wo rauschende Meereswellen und majestätische Landschaften in den Klängen des Orchesters lebendig werden. Mendelssohn versteht es meisterhaft, die Dramatik und malerische Schönheit dieser atemberaubenden Region in Musik zu verwandeln. Dem gegenüber steht die Auftragskomposition Wavering World for orchestra von Dai Fujikura. Der seit seiner Jugend in England lebende Japaner beschäftigt sich in diesem Werk mit japanischen Mythen, der Faszination für die Wandlung von Materie und die Entstehung von Leben, in denen Götter, Menschen und Natur eine friedliche Koexistenz führen.
Dai Fujikura ©Yuko Moriyama
“An uncertain world is floating without knowing what kind of world it will be.” 
Dai Fujikura über Wavering World


Der Fokus im zweiten Teil des Abends ist auf Franz Schuberts Große Symphonie in C-Dur gerichtet - ein wahrhaftiges Meisterwerk der romantischen Musik, das durch seine groß angelegte Struktur und Schuberts Fähigkeit, emotionale Tiefe in jede Note zu legen, besticht. Es handelt sich für geraume Zeit für die längste und üppigste Instrumentalkomposition – den Liedkomponisten hört man dennoch stehts heraus.
Nachruf
Er widmete sich dem Leben im alten Ägypten – und sah darin doch wichtige Hinweise auch für unsere Gegenwart. Mit seiner Frau Aleida Assmann hat er den Begriff und das Konzept des "kulturellen Gedächtnisses" geprägt. Dabei geht es darum, dass ganze Gesellschaften ein kollektives Gedächtnis und eine gemeinsame Erinnerungskultur haben können. Nun ist der Ägyptologe und Friedenspreisträger im Alter von 85 Jahren in Konstanz gestorben.

Im Jahresprogrammheft 2021/22 der Musikalischen Akademie Mannheim schrieb er für unsere Essay-Reihe über sein Verständnis von Musik und kulturellem Gedächtnis. Lesen Sie hier noch einmal den gesamten Beitrag.
Jan Assmann - Ägyptologe, Religionswissenschaftler und Kulturwissenschaftler (1938-2024)
„Als Schüler habe ich mich nur für Musik interessiert und wollte später Musikwissenschaft studieren. Doch nach dem Abitur verließ mich der Mut. Ich entschied mich für Archäologie und bin später in die Ägyptologie gerutscht.“

Musik und kulturelles Gedächtnis: Die Mannheimer Musikalische Akademie
von Jan Assmann
Die Entstehung von Musik-Akademien

Die Mannheimer „Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters“ wurde 1778 gegründet mit dem Ziel, die große Tradition der Konzerte der Mannheimer Hofkapelle, eines führenden Orchesters Europas, mit den Mitteln einer bürgerlichen Musikkultur fortzusetzen, nachdem der Hof 1778 mit über der Hälfte der Musiker nach München umgezogen war. Dieser Umzug hätte normalerweise das Ende des Mannheimer Konzertlebens bedeutet, aber dieses Schicksal konnten die in Mannheim verbliebenen Instrumentalisten des berühmten Hoforchesters abwenden. Sie verstärkten sich durch qualifizierte Amateure, konstituierten sich mithilfe der Stadtgesellschaft als bürgerlicher Konzertverein und veranstalteten in demokratischer Selbstbestimmung Konzerte, denen es in gleicher Weise um die Pflege der großen Tradition – Mozart und Beethoven – als auch um die Aufführung jeweils zeitgenössischer Werke ging. Dieser bürgerlichen Musikkultur sollte die Zukunft gehören. Das 19. Jahrhundert stand im Zeichen der Verbürgerlichung und zugleich der Sakralisierung der Kunst, vor allem der Musik, die in neuen Musentempeln als „Kunstreligion“ gepflegt wurde. 

Was bedeutet nun aber die Bezeichnung dieses Konzertvereins als Akademie? Was hat das mit den seit der Renaissance gegründeten wissenschaftlichen Akademien zu tun? Dass sich ein Orchester „Akademie“ nennt, ist so ungewöhnlich nicht: auch in Berlin gibt es die „Akademie für Alte Musik“ und in London die berühmte „Academy of Ancient Music“ und die „Academy of St. Martin in the Fields“. Fast zwei Generationen vor der Mannheimer Akademie wurde 1726 in London die “Academy of Vocal Music” gegründet, die sich 1731 2 in “Academy of Ancient Music” umbenannte. Sie verfolgte neben musikalischen Aufführungen noch andere Ziele, die der Bezeichnung „Akademie“ eher entsprachen, denn sie widmete sich der Sammlung und kritischen Sichtung von Werken der Vergangenheit. Solche Aktivierung eines spezifisch musikalischen Kulturgedächtnisses schien damals in der Luft zu liegen. 1731 gründeten in London Maurice Green und Christian Festing die „Apollo Academy“, der es gleichfalls um die Verbindung von Konzertaufführungen, den Aufbau eines Archivs der Musikliteratur und gelehrten Diskursen ging. Die „Sozietät der musikalischen Wissenschaften“, die 1738 Bachs Schüler Lorenz Christoph Mizler in Leipzig gründete, war kein Konzertverein, sondern tatsächlich eine reine Akademie mit auf 20 begrenzten Mitgliedern, zu denen u.a. Bach, Telemann, C.H.Graun und ab 1745 auch Händel gehörten. Bei diesen Gründungen spielte zweifellos das Bewusstsein einer Wende eine Rolle, als sich mit dem Aufkommen vorklassischer Stilrichtungen der Gegensatz zwischen „gelehrtem“ und „galanten Stil“ herausbildete und letzterer sich immer stärker durchzusetzen begann. In dieser Situation spürten die führenden Musiker und Musiktheoretiker der Zeit die Notwendigkeit, sich auf einen Kanon des zeitlos Gültigen zu besinnen. 

Kanon und Klassik 

Zur bürgerlichen Sakralisierung der Musik gehörten nicht nur eine neue Andacht des Musizierens und Hörens in säkularen Musentempeln, sondern auch heilige Texte bzw. Werke, wie wir sie normaler Weise mit dem biblischen Kanon verbinden. Was heißt in diesem Zusammenhang „Kanon“? Der Kanon ist die typische Organisationsform eines schriftkulturell verfassten kulturellen Gedächtnisses. Nur in Schriftkulturen können Archive entstehen, aus deren Beständen ein Kanon das Vorbildliche und Verbindliche auswählt. Die Funktion des Kanons lässt sich mit den Begriffen der Maßgeblichkeit, Vorbildlichkeit, 3 Autorität umschreiben. Bei der Bildung eines Kanons scheint die Empfindung einer Wende eine wichtige Rolle zu spielen, der Zeitbruch zwischen dem Alten und dem Neuen, zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die klassischen Werke, die einen Kanon ausmachen, stehen in einem doppelten Bezug zur Zeit: auf der einen Seite gehören sie zu einer Vergangenheit, der Klassik, die in einem charakteristischen Gegensatz zur jeweiligen Gegenwart steht. Es ist also immer die Idee eines Bruchs oder Abbruchs mitgedacht; Klassik ist etwas, was sich in keiner Gegenwart einfach fortsetzt, sondern der Vergangenheit angehört. Auf der anderen Seite aber verkörpern die klassischen Werke zeitlose Werte und Maßstäbe. Eine Klassik ist zugleich vergangen und zeitlos gültig. Dazu kommt ein zweites Paradox: sie ist Vorbild und zugleich unerreichbar, unfortsetzbar und unwiederholbar. 

Die dritte Bedingung eines Kanons ist die Ausbildung eines theoretischen und kommentierenden Diskurses. Zu einem Kanon gehört unabdingbar die Kritik, d.h. ein Diskurs über die Maßstäbe von Schönheit, Vollkommenheit und Richtigkeit, wie sie sich an den Werken des Kanons ablesen lassen. Zu diesem Zweck wurden Akademien gegründet. Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Gründung der Mannheimer „musikalischen Akademie“ nicht nur zusammenfällt mit dem Übergang von der höfischen zur bürgerlichen Musikkultur, sondern ziemlich genau auch mit der Entstehung des im engeren Sinne klassischen Stils in der Musik. 

Was diesen „klassischen Stil“ ausmachen könnte, ist ein zu weites Feld, um es in einem kurzen Essay abzuhandeln. Ein Element des Klassischen, das eng mit meinem Thema, der Beziehung von Musik und Gedächtnis verbunden ist, lässt sich aber vielleicht in einem neuartigen Werkcharakter festmachen. Die große Leistung von Haydn, Mozart und Beethoven, die ihnen und ihren Werken den Rang des Klassischen eintrug, bestand nicht nur darin, Formen zu schaffen, die den Charakter des Endgültigen aufwiesen und Zusätze, Streichungen und 4 Umstellungen ausschlossen, also eben das, was die Komponisten des Barock an ihren Werken von Aufführung zu Aufführung vornahmen, sondern auch eine Art von Verlaufslogik befolgten. Der klassische Sonatensatz etwa erlaubt es einem mit den Formgesetzen vertrauten Hörer, sich im Ablauf des Stückes zu orientieren und zu wissen, wo in der Entfaltung der Form er sich gerade befindet, in der Exposition, der Einführung des zweiten Themas, der Durchführung, der Reprise. Das stellt zugleich ganz neue Anforderungen an das Gedächtnis. Die Aufmerksamkeit des Hörers muss nicht nur auf das Neue, sondern auch auf das in wie immer verwandelter Gestalt wiederkehrende bereits Gehörte gerichtet sein. 

Durch den Kanon eröffnet sich einer Kultur die Möglichkeit, in einer gegebenen Gegenwart die Vergangenheit nicht einfach fortzusetzen, sondern über das Gegebene hinweg auf eine normative, mehr oder weniger ferne und zeitlos gültige Vergangenheit zurückzugreifen und durch solchen Rückgriff einen Rückhalt zu gewinnen. Rückhalt durch Rückgriff, das ist die Formel, mit der sich die Funktion eines Klassikerkanons erklären lässt. Eben dies ist ganz allgemein die Funktion des Gedächtnisses, auf individueller wie auf kollektiver Ebene. Es ist unser Zeit-Sinn, mit dessen Hilfe wir uns in der Zeit orientieren und aus der Vergangenheit Vorstellungen von Zukunft entwickeln können. 

Rückhalt und Rückgriff am Beispiel Händels 

In den Kanon schafft es niemand aus eigener Kraft. Selten galt ein Komponist bereits zu Lebzeiten als kanonisch und behielt diesen Rang über seinen Tod hinaus, und oft wurde einem Komponisten oder einem Werk dieser Rang auch erst mehr oder weniger lange nach seinem Tod zuteil. Ein Kanon entsteht immer im Nachhinein, Kanonisierung ist ein Rezeptionsschicksal, ein Instrument des kulturellen Gedächtnisses, das seine Orientierung aus der Rückschau gewinnt. Hier bildet allerdings Georg Friedrich Händel eine Ausnahme, und zwar als 5 Oratorienkomponist. Mit einigen seiner Oratorien (vor allem Messias, Israel in Egypt, Judas Makkabäus, Alexanderfest) blieb er über seinen Tod hinaus permanent im Kanon und im Repertoire. Als Opernkomponist aber geriet er in Vergessenheit und wurde erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Bach blieb als Tastenvirtuose und -Komponist im Gedächtnis (Beethoven lernte als Schüler das Wohltemperierte Klavier und komponierte später mit wachsender Leidenschaft Fugen), geriet aber mit seiner Vokalmusik in Vergessenheit. Sein Fall ist vielleicht der Spektakulärste überhaupt in der Geschichte des musikalischen Kulturgedächtnisses. Mit der Wiederentdeckung und Aufführung der Matthäuspassion durch den 19jährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy im Jahre 1828 setzte für Bach geradezu eine Vergötterung ein, die auf seiner vergessenen Vokalmusik beruhte und ihn als „fünften Evangelisten“ auf den Gipfel des musikalischen Kanons überhaupt emporhob. 

Ein zentrales Instrument der Kanonisierung ist die Gesamtausgabe. Auch hier war Händel vorausgegangen. Die vierzigbändige Ausgabe seiner Werke von Samuel Arnold (1787ff.) war die erste Gesamtausgabe überhaupt, die einem Komponisten zuteil wurde. Der Harfenist Stumpff hatte die 40 roten Bände der Arnoldschen Händelausgabe 1826 Beethoven kurz vor dessen Tod zum Geschenk gemacht, und es heißt, er sei mit einem Band in den Händen (und was könnte das anders sein als Messiah) gestorben. Die Blütezeit der musikalischen Gesamtausgaben war das 19.Jh., dieselbe Zeit, in der sich ein musikkritischer Diskurs entfaltete, Haydn, Mozart und Beethoven als Klassiker den Romantikern gegenübergestellt wurden und die Programme der jetzt aufblühenden bürgerlichen Musikkultur Musik der Vergangenheit favorisierten. So kommt es im 19. Jahrhundert, dem Jahrhundert des Historismus, zu einem Auseinandertreten von Alt und Neu in der Musikkultur und damit zu einer entscheidenden Wandlung des musikalischen Kulturgedächtnisses. 

Es ist aufschlussreich, dass Mozart und Beethoven, als sie vor dem Problem der Erneuerung des konventionellen Kirchenstils standen, gerade auf Händels Musik zurückgriffen. Mozart zitierte im Requiem den Eingangschor des Funeral Anthem für Königin Caroline für den Eingangschor “Requiem aeternam” und den Chor “We will rejoice” aus dem Dettingen Anthem für das “Kyrie eleison”. Dieses Kyrie kopierte und analysierte auch Beethoven bei der Arbeit an seiner Missa solemnis ohne zu ahnen, dass Mozart dabei auf Händel zurückgegriffen hatte. Besonders ließ Beethoven sich aber von Händels Messiah inspirieren und sein wörtliches Zitat der Fuge „And he shall reign for ever and ever“ aus dem Halleluja (T.41-51) im Dona nobis pacem seiner Missa Solemnis (T. 216-226) ist als eine Huldigung oder Widmung zu verstehen. Was an diesen Beispielen deutlich wird, ist der Zusammenhang von Erinnerung und Innovation im kulturellen Gedächtnis der Musik. Gerade der Rückgriff auf alte Musik oder alte Stile ermöglicht es Händel und Bach, Mozart und Beethoven, Strawinsky, Hindemith und Schönberg, sich vom Zeitgeschmack zu emanzipieren und ganz Neues zu schaffen. „Kehren wir zum Alten zurück“, schrieb Verdi 1871 in einem Brief an Francesco Florimo, „es wird ein Fortschritt sein.“ Diese Verbindung des Alten mit dem Neuen, diese Aktivierung des kulturellen Gedächtnisses im Interesse der Schaffung von Neuem, ist es, was im Namen „Akademie“ als Bezeichnung für Konzertvereine seit bald 300 Jahren mitschwingt.
4. Akademiekonzert 05./06. Feb 2024
Im vierten Akademiekonzert am 5. und 6. Februar widmen sich GMD Roberto Rizzi Brignoli und das NTO der symphonischen Fantasie Aus Italien. Solist Filippo Gorini spielt Beethovens fünftes und letztes Klavierkonzert.
Solist Filippo Gorini © Simon Pauly
1886 von Richard Strauss mit nur 22 Jahren komponiert, entsteht die symphonische Dichtung Aus Italien nach einer vorangegangenen Bildungsreise in den Süden. Fasziniert von der majestätischen Schönheit der Alpen, Roms Ruinen und den belebten Straßen Neapels, entwickeln sich diese Eindrücke zu einer fesselnden musikalischen Reise. An den Dirigenten Hans von Bülow schreibt Strauss: „Ich habe nie so recht an eine Anregung durch Naturschönheiten geglaubt, in den römischen Ruinen bin ich eines Besseren belehrt worden, da kamen die Gedanken nur so geflogen“. Das Werk bildet den Auftakt des Mannheimer Strauss-Zyklus, den Roberto Rizzi Brignoli gemeinsam mit dem NTO in den kommenden Spielzeiten fortführen wird. 

Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, komponiert zwischen 1809 und 1811 während einer turbulenten Periode in Europas Geschichte, spiegelt die kraftvolle Resilienz und die triumphierende Geisteshaltung des Komponisten wider. Das Werk, das oft als "Emperor-Konzert" bezeichnet wird, ist berühmt für seine majestätische Energie und die anspruchsvolle Verbindung von Orchester und Klavier. Die dynamische Ausdruckskraft und das innovative Zusammenspiel von Klavier und Orchester ist wie gemacht für den italienischen Pianisten Filippo Gorini, 1. Preisträger des Beethovenwettbewerbs von 2015.

 

Kunsthalle Mannheim 
Samstag, 27. Januar 2024 - 19 Uhr
Im Rahmen der Reihe LIVE IM ATRIUM präsentiert die Kunsthalle Mannheim Kammerkonzerte, Performances und musikalische Interventionen, die die Ausstellungen der Kunsthalle Mannheim begleiten.
Konzert mit der Musikalischen Akademie des Nationaltheater Orchester e. V. zur Ausstellung „Hager Hoover Lassnig“ und der Gelegenheit zum Ausstellungsbesuch.                                 
Die Vielfältigkeit der experimentierfreudigen und innovativen Künstlerinnen Hoover, Hager und Lassnig spiegelt sich in dieser außergewöhnlichen Auswahl an Komponisten wider, die im 20. Jahrhundert gleichermaßen Akzente gesetzt haben. Krasse Brüche, Abgrenzungen wie changierende Übergänge und die damit einhergehende eigene Befreiung weisen in beiden Genres über die eigene Epoche hinaus. Dabei hält sich Ernest Bloch in seiner Suite für Violoncello solo Nr. 1 noch an traditionelle Formen nach dem Vorbild Bachs. Im Gegensatz dazu sprüht Leonard Bernsteins Klaviertrio vor farbenfrohen Ideen und hält mit Folklore und Jazzklängen einige Überraschungen bereit. Große Bekanntheit erlangte Samuel Barber mit dem zweiten Satz seines Streichquartetts. Das melancholische Adagio, meist als Bearbeitung für Streichorchester gespielt, erklang bei den Begräbnissen berühmter Persönlichkeiten wie Roosevelt oder Einstein. Den Facettenreichtum der Musik von 1930 bis heute ergänzen zwei Kompositionen für Marimbaphon, dessen stimmungsvoller Klang wie geschaffen für das Atrium der Kunsthalle ist. 

Programm
Ivan Trevino (*1983) 
Catching shadows (2013)
Marimba duo

Ernest Bloch (1880 – 1959) 
Suite für Violoncello solo Nr. 1 (1956) 
I. Prelude 
II. Allegro 
III. Canzona 
IV. Allegro 

Samuel Barber (1910 – 1981) 
Streichquartett h-Moll op. 11 (1936) 
I. Molto allegro e appassionato 
II. Molto adagio – Molto allegro (come prima) – Presto

--------- 45 Min. Ausstellungsbesuch-------- 

Michael Burritt (*1962) 
Sweet Dreams and Time Machines (2017)
Marimba Duo

Leonard Bernstein (1918 – 1990) 
Klaviertrio (1937) I. Adagio non troppo - Più mosso - Allegro vivace 
II. Tempo di marcia III. Largo - Allegro vivo et molto ritmico


Violine Sabine Lehr 
Violine Yurie Tamura 
Viola Alexander Petersen 
Violoncello Eun-Ae Junghanns
Klavier Asli Kilic 
Marimbaphon Jens Knoop 
Marimbaphon César Larenas
Tickets: 25,- €, ermäßigt: 20,- €
Anmeldung im Online Ticket-Shop der Kunsthalle Mannheim.

Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket im Vorverkauf!
Nach dreijähriger Pause ist es endlich wieder so weit: Die traditionelle Mannheimer Fasnachts-Matinee, die das Ehepaar Angelika und Roland Hartung vor vierzig Jahren ins Leben rief, kehrt mit einem festlichen Spektakel zurück auf die Bühne des Mozartsaals im Rosengarten. 
Freuen Sie sich auf musikalische Genüsse, humorvolle Moderationen und eine mitreißende Atmosphäre, die die Tradition der Mannheimer Fasnacht in ihrer vollen Pracht widerspiegelt. 
Erleben Sie am 04. Februar 2024 um 11.00 Uhr einen einzigartigen Vormittag voller Frohsinn und musikalischer Höhepunkte. Das Nationaltheater-Orchester sowie Mitglieder des Solist*innen-Ensembles präsentieren ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm unter der charmanten Leitung von Karl-Heinz Bloemeke.

Aufgrund der hohen Nachfrage empfehlen wir Ihnen ab dem 1. Dezember Ihre Karten im Vorverkauf zu sichern. 
Diese sind ab sofort zu je 25,- EUR an der NTM Theaterkasse in O7 18 oder unter dem Kartentelefon 0621 1680 150 erhältlich.
 
Liebe Freundinnen und Freunde der Musik,

ein Jahr voll wunderbarer Musik, bereichernder Begegnungen und unvergesslicher Konzertmomente liegt hinter uns. Wir möchten diese besondere Zeit des Jahres nutzen und uns von Herzen für Ihre Treue und Unterstützung bedanken! Dafür sind wir zutiefst dankbar und freuen uns, wenn Sie uns auch im nächsten Jahr wieder auf unserer musikalischen Reise begleiten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit - gefüllt mit Freude, Liebe und natürlich glanzvoller Musik.

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Musikalische Akademie Mannheim
Nora von Marschall
Seit Anfang des Jahres ist Nora von Marschall Geschäftsführerin der MAM. Die Harfenistin des NTO, die sich bereits in den vergangenen beiden Jahren aktiv im Beirat des Vereins eingebracht hat, erzählt uns hier, wie sie zu ihrem Instrument gekommen ist und was sie gern an ihre Studenten weitergeben möchte.
Harfenistin des NTO und Geschäftsführerin der MAM Nora von Marschall                      
1. Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Position als Geschäftsführerin der Musikalischen Akademie! Welche Vision hast du für die Musikalische Akademie? Hast du, trotz deiner erst recht kurzen Amtsdauer, schon konkrete Ziele, die du gerne im Vorstand umsetzen möchtest? 

Ich finde die demokratische Struktur der musikalischen Akademie sehr besonders. Dass wir Orchestermitglieder die Programmgestaltung und die Einladung für Solist*innen und Dirigent*innen selbst in der Hand haben ist eine unglaubliche Möglichkeit. Allgemein liegt mir ein guter Teamgeist sehr am Herzen. Wenn wir alle gemeinsam hinter unserer Sache stehen, können wir am Besten unseren Enthusiasmus an das Publikum weiter geben. Ein besonderes Anliegen ist mir persönlich außerdem die Musikvermittlung. Ich hoffe sehr, dass es uns in Zukunft immer mehr gelingt, auch ein jüngeres Publikum für unsere Musik begeistern zu können. 

2. Die Harfe als Instrument schon von klein auf zu erlernen ist sicherlich außergewöhnlich. Wann hast du damit begonnen und wie kam es bei dir dazu, dass Harfenspiel zu erlernen? 

Mein Vater ist Dirigent von mehreren Jugendorchestern, sodass ich als kleines Kind häufiger bei Proben und Konzertreisen mit dabei war. Die Mitglieder des Jugendorchesters versuchten mich und meine Schwestern frühzeitig für ihre Instrumente zu begeistern. So wollte beispielsweise die Fagottgruppe mir den Schnuller abgewöhnen indem sie mir Fagottrohre zum Nuckeln gaben. Die damalige Harfenistin hatte während der Proben instrumentenbedingt besonders viel frei und so kam es, dass ich häufig bei ihr auf dem Schoß saß und von ihr vorgelesen bekam. Zwar habe ich dann erst einmal mit der Geige angefangen, die nette Harfenistin hatte aber einen zu großen Eindruck hinterlassen, sodass ich mit 7 Jahren dann meine erste kleine Harfe bekam. 

3. Aktuell unterrichtest du auch an der Hochschule für Musik Würzburg Orchesterstudien und Literatur für die Harfe. Was ist dir hierbei besonders wichtig an deine Studenten weiterzugeben? Wie ist dabei deine Herangehensweise? 

Da ich selber in meinem Studium die Erfahrung machen musste, dass fleißiges Üben alleine nicht ausreicht um in einer Drucksituation auch bestehen zu können, habe ich mich sehr viel mit mentalen Strategien auseinander gesetzt. Anders als im Sport, wo die mentale Vorbereitung schon sehr lange automatisch zum Training dazu gehört, fehlte mir das in meiner Ausbildung. Darum liegt es mir sehr am Herzen meine Studierende mental auf Probespiele oder andere Wettbewerbssituationen vorzubereiten. Orchesterstellen zu unterrichten macht mir besonders viel Spaß. Da man im Probespiel sehr schnell von einer Stelle zur nächsten springen muss und dadurch ja auch sehr schnell andere Stimmungen erzeugen muss, machen wir häufig Übungen aus dem Schauspielunterricht in Gruppenstunden. Das genießen alle aus der Klasse immer sehr. Es macht mir Spaß wenn wir dann gemeinsam lachen und sich trotzdem spielerisch riesige Fortschritte bemerkbar machen. 

4. Wie feierst du Weihnachten und was darf dabei deiner Meinung nach auf gar keinen Fall fehlen? Könntest du dir auch mal vorstellen eine andere Weihnachtstradition auszuprobieren, zum Beispiel bei gemäßigteren Temperaturen auf der Südhalbkugel? Wenn ja, wie? 

Für mich ist die ganze Vorweihnachtszeit schon etwas ganz Besonderes. Das fängt schon beim Adventskranz binden an, ich bastle sehr gerne und liebe es viele verschiedene Plätzchensorten zu backen. Am liebsten gemeinsam mit meiner Familie oder meinen Freunden. Dann darf für mich auch das Weihnachtsoratorium nicht fehlen. Bei der Musik komme ich sofort in Feststimmung. Leider hat Bach in diesem Stück keine Harfe besetzt, sodass ich die Musik nie selber spielen werde, aber laut mit gesungen wird zu Hause auf jeden Fall. Wenn ich dann noch unter Menschen bin, die mir wirklich nahe stehen, also meine engen Freunde oder meine Familie, dann ist das für mich ein gelungenes Weihnachtsfest. Prinzipiell würde ich Weihnachten auf der Südhalbkugel nicht ausschließen, bisher hat sich dahingehend aber noch nie etwas ergeben. Da in diesem Fall ohnehin alles anders wäre als meine bisherigen Weihnachtsfeste würde ich die Dinge auf mich zukommen lassen und neugierig schauen, was sich ergibt und ob vielleicht sogar neue Traditionen entstehen.
“Das Rezept für die Florentiner habe ich von meiner Mutter. Es sind einfach die besten Plätzchen.”

                                       
Die MAM verabschiedet sich in die Weihnachtsferien. Wir wünschen Ihnen erholsame Weihnachtsfeiertage und einen guten Start in das neue Jahr!

Bitte beachten Sie, dass unsere Geschäftsstelle vom 22. Dezember 2023 bis zum 7. Januar 2024 geschlossen bleibt. Ab Montag, dem 8. Januar sind wir zu den gewohnten Öffnungszeiten für Sie da.
                                       
GMD Roberto Rizzi Brignoli
Seit dieser Spielzeit ist Roberto Rizzi Brignoli GMD des Nationaltheater-Orchesters Mannheim. In der hektischen Weihnachtszeit hat er einen Moment der Besinnlichkeit genutzt, um uns am 3. Advent einige Fragen zu beantworten.
 GMD Roberto Rizzi Brignoli
Es ist das erste Weihnachten seit Ihrem Amtsbeginn in Mannheim. Womit verbinden Sie Weihnachten in Deutschland und auf was freuen Sie sich in dieser Zeit besonders? 

Nun, ich bin im Herbst dieses Jahres nach Mannheim gezogen und erlebe die Weihnachtszeit in Deutschland nun das erste Mal bewusst. Das Weihnachtsfest selbst verbringe ich traditionell in Italien. Aber viel wichtiger als landestypische Eigenarten ist für mich der Fokus auf die Friedensbotschaft. Denn hier verbirgt sich die eigentliche Bedeutung dieses Festes und ist völlig unabhängig davon, wo und wie auf der Welt wir Weihnachten feiern. Für mich persönlich ist es auch eine Zeit der bewussten Reflexion und Besinnung, die in Verbindung mit und durch die Musik noch gesteigert wird. Ein Zustand, den man eigentlich das ganze Jahr über in sich tragen sollte!

Welches Werk darf bei Ihnen an Weihnachten keinesfalls fehlen? Warum genau dieses? 

Es ist wider Erwarten kein typisches Weihnachtsstück (lacht). An Weihnachten höre ich tatsächlich sehr gern Giacomo Puccinis La Bohème. Dafür gibt es eigentlich keinen besonderen Grund, aber mich erinnert die Stimmung doch sehr an Weihnachten - Die thematisch märchenhafte, liebeserfüllte Atmosphäre bringt alles mit, was man zum Fest der Liebe erwartet. 

Wie sieht das Weihnachtsfest in Italien aus und was macht dieses dort so besonders? 

Genau wie für die meisten unter uns, ist das Weihnachtsfest der Höhepunkt des Jahres. Da ich eigentlich immer unterwegs bin, sind für mich die Festtage der einzige Moment im Jahr, an dem ich meine ganze Familie treffen und mit ihnen Zeit verbringen kann. Zum Abschluss würde uns noch Ihr Lieblingsweihnachtsrezept interessieren. Geht es hierbei in die italienische Richtung, wie zum Beispiel Panettone oder doch etwas ganz anderes? Für mich eindeutig Pannetone, aber senza candite!
"Ich persönlich mag den Panetonne am liebsten ohne kandierte Früchte."


                                       
Mahlerlegende Eliahu Inbal nach über 50 Jahren erneut in Mannheim zu Gast
Einem lang erwarteten Wiedersehen am 18. und 19. Dezember 2023 schaut das NTO entgegen, wenn der israelische Dirigent zu Gustav Mahlers Symphonie Nr. 1 den Auftakt gibt. Solistin Liza Ferschtman widmet sich Benjamins Brittens technisch höchst anspruchsvollem Violinkonzert.
Eliahu Inbal
Im September 1939, Benjamin Britten war kurz zuvor in die USA übersiedelt, vollendet der gerade einmal Sechsundzwanzigjährige sein Konzert für Violine und Orchester. Das Frühwerk sei, so befand der Komponist „zweifelslos mein bestes Stück.“. Das von Jascha Heifetz als „unspielbar“ erklärte Konzert, gehört auch für die größten Geigenvirtuosen zweifelsohne zu den komplexesten Werken. Liza Ferschtman, Preisträgerin des Dutch Music Prize, der höchsten staatlichen Auszeichnung für junge Musiker der Niederlande, hegt eine Leidenschaft für die Komponisten des 21. Jahrhunderts – Brittens Violinkonzert befindet sich bei ihr in besten Händen.

Nachdem Maestro Eliahu Inbal bereits 1971 im Rosengarten zu Gast war, ist es der MAM erneut gelungen, den versierten Mahlerexperten nach Mannheim einzuladen. Vor fast 40 Jahren veröffentlichte der 1936 in Jerusalem geborene und zunächst als Geiger ausgebildete Dirigent einen Zyklus sämtlicher Mahler Symphonien, der noch heute als Referenz auf dem Markt für Tonträger gilt. Am 18. und 19. Dezember wird er sich Gustav Mahlers Symphonie Nr. 1 in D-Dur vornehmen, die sich durch überraschende Wendungen, majestätische Melodien und die Verbindung von Volksmusiktraditionen auszeichnet. Mit dem breiten Spektrum an Klangfarben, orchestraler Pracht und innovativen Strukturen bricht Mahler mit den Konventionen seiner Zeit und schafft ein Werk, das die Höhen und Tiefen des menschlichen Gefühls eindrucksstark ausleuchtet.
Sabine Kneisel
Seit September 2023 ist Sabine Kneisel unsere Referentin des Vorstands und Projektleiterin für die Akademiekonzerte. In unserem Interview am 2. Advent erklärt sie, was es eigentlich heißt, ein Konzert auf die Beine zu stellen und verrät uns an dieser Stelle natürlich auch einiges über das Weihnachtsfest mit ihrer Familie. Vom Bodensee stammend, ist ihr Lieblingsweihnachtsrezept ein Klassiker aus der Schweiz.
 Sabine Kneisel, Referentin des Vorstands und Projektleiterin der MAM
Seit dieser Saison bist du Referentin des Vorstandes und Projektleiterin bei der Musikalischen Akademie Mannheim. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? 

Wie müssen wir uns eine Konzertplanung von Beginn bis Aufführung im Rosengarten vorstellen? Worauf muss man hier besonders achten? Zunächst muss man sagen, dass die Konzertplanung für diese Saison natürlich nicht erst im September angefangen hat - das heißt, die Vorarbeit hat meine Kollegin Nadin (in Elternzeit) zusammen mit unserem Vorstand bereits Anfang der letzten Saison gemacht: Orchesteraushilfen engagieren, Honorarverträge mit Künstler*innen machen, Hotels buchen etc. Für die tolle Vorbereitung möchte ich ihr an dieser Stelle einmal herzlich DANKE sagen!!! <3 Natürlich fällt dann auch unmittelbar vor den Konzerten noch einiges an: Bedarfs- und Bühnenpläne für den Rosengarten und Ablaufpläne für die Künstler*innen erstellen, Transfers und Transporte organisieren, Blumen bestellen ... Und am Konzerttag selbst bin ich dann zusammen mit den Orchesterwarten hinter den Kulissen dafür verantwortlich, dass alles rund läuft: Ist die Bühne richtig gefahren, ist das Konzertlicht richtig eingestellt, ist die Bestuhlung im Saal korrekt, stehen die Tische für meine Kollegin vom Infostand etc. - hierfür bin ich dann viel im Austausch mit der jeweiligen Projektleitung vom Rosengarten. Ich würde sagen, am wichtigsten ist, dass das Diensthandy genug Akku hat. 😉 

Welches Stück bringt dich so richtig in Weihnachtsstimmung? Hat sich das im Laufe der Zeit verändert? Ab wann beginnst du, Weihnachtsmusik zu hören? 

Da bin ich ganz Kind der 90er: Bei "Carol of the bells" - bekannt durch den Film "Kevin allein zu Haus"- ist es schlagartig da, dieses Gefühl von kindlicher Vorweihnachtsfreude. Es erinnert mich auch ein bisschen an Benjamin Britten's "Ceremony of carols", das ich zu Weihnachten auch sehr liebe und auch schon öfters selbst gesungen habe. So richtig in Weihnachtsstimmung komme ich vermutlich aber nur in der Kirche, wenn die traditionellen Weihnachtslieder gesungen werden und bei "Stille Nacht" das Licht ausgeht - dann ist Weihnachten! Weihnachtsmusik läuft bei uns kurz vor dem 1. Advent - dann ist es aber eher die gute alte "Wir warten auf Weihnachten" von Rolf Zukowski - die können meine Kids schon auswendig und ohne geht’s wohl leider auch nicht mehr. 🙂 

Was ist eine Weihnachtstradition, die deiner Meinung nach mehr Leute übernehmen sollten? Gibt es ein kulinarisches Highlight oder eine bestimmte Weihnachtsdeko, die sich unbedingt mehr Leute anschaffen sollten? Ab wann steht bei dir der Weihnachtsbaum? 

Ich muss ehrlich gestehen, dass es bei uns gar keinen Weihnachtsbaum gibt. Wir sind ohnehin bei den Eltern daheim und da gibt’s für die Enkelkinder natürlich einen echten Tannenbaum zu schmücken. Was Weihnachtstraditionen allgemein angeht, gibt es inzwischen ja so viele, dass es manchmal in Stress ausartet und das Fest seine ganze Besinnlichkeit verliert. Wichtig finde ich, dass man mit seinen Lieben zusammenkommt und da bleiben für mich die Weihnachtsfeiern und Adventsumtrünke eine ganz schöne Tradition. Da darf dann natürlich auch gerne und gut geschmaust werden. Mein kulinarisches Highlight zu Weihnachten ist seit jeher das klassische Raclette oder Käsefondue - aus nostalgischen Gründen und einfach, weil es ein so geselliges Essen ist, was es bei uns meist nur zu Weihnachten gibt.
"Probiert zu meinem Käsefondue doch einmal den Savignon blanc vom Weingut Kneisel!"

                                       
Julius Joachim
An jedem der kommenden vier Adventssonntage möchten wir Ihnen eine Person vorstellen, die für die Musikalische Akademie ganz besonders ist: Den Anfang macht zum 1. Advent Julius Joachim, unser Soloposaunist und Mitglied des Nationaltheater-Orchesters Mannheim seit September 2020. Darüber hinaus engagiert er sich seit November dieses Jahres als Beiratsmitglied der MAM.
Julius Joachim, 1. Soloposaunist des NTO und Beiratsmitglied der MAM
Im NTM-Orchester spielst du Posaune. Mit wieviel Jahren hast du mit dem Musizieren begonnen und was macht die Posaune in deinen Augen besonders, insbesondere als Orchesterinstrument? 

Im Alter von 6 Jahren bin ich das erste mal mit meinen Eltern zur Kantorei-Probe mitgekommen und habe Klavierunterricht bekommen. Seitdem begleitet die Musik mich eigentlich jeden Tag meines Lebens. Mit der Posaune habe ich erst etwas später begonnen, da war ich 13. Was die Posaune in meinen Augen besonders macht ist ihr Klang: sehr dunkel und warm, manchmal jedoch auch sehr strahlend und mächtig. Mir bereitet es viel Freude diese klanglichen Facetten von weichem pianissimo bis hin zu strahlendem fortissimo jeden Tag aufs Neue herauszuarbeiten. Für mich ist mein Klang auf meinem Instrument fast wie meine eigene Stimme. Etwas sehr persönliches. 

Seit November 2023 bist du offizielles Mitglied des Beirates der Musikalischen Akademie. Was sind deine Aufgaben in selbigen und was erhoffst du dir mit dem Beirat umzusetzen? Hast du ein konkretes Ziel oder Vorhaben, eine Idee, zum Beispiel ein bestimmtes Stück in ein Akademiekonzert einzubringen? 

Als Beiratsmitglied darf ich nun teilhaben an der Arbeit der musikalischen Akademie: Programme, Solisten und Dirigenten für kommende Spielzeiten vorschlagen und darüber abstimmen. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig auch junge Zielgruppen anzusprechen, das geschieht heutzutage am besten über Instagram oder TikTok. Dort denke ich, müssen wir auch in Zukunft vermehrt vertreten sein um die nächste Generation zu erreichen. 

Zum Schluss noch eine weihnachtliche Frage: Wie sieht bei dir ein typisches Weihnachtsfest aus? In welchem Personenkreis feierst du am liebsten? Was darf nicht fehlen? Eher typisch deutsch mit Weihnachtsgans oder doch etwas anderes? 

Weihnachten feiere ich im engsten Kreise der Familie. An Heilig Abend gibt es eine Bescherung bei weihnachtlicher Chormusik und brennenden Kerzen auf dem Weihnachtsbaum. Das ist schon immer so Tradition bei uns. Um 22 Uhr, wenn alle Geschenke ausgepackt sind, spiele ich seit einigen Jahren in einer kleineren Dorfkirche in einer Christmette mit Posaune und Orgel - die Weihnachtsgeschichte wird verlesen - ein Chor singt - dann ist für mich so richtig Weihnachten.
Bei der Frage nach seinem Lieblingsessen in der Weihnachtszeit antwortete Julius direkt: "Vanillekipferl! Die mag ich sehr!" Anbei findet ihr das bevorzugte Rezept unseres Soloposaunisten.

                                       
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Weihnachten steht vor der Tür und wir möchten diese besondere Zeit mit einer exklusiven Geschenkaktion feiern! Als Dankeschön für Ihre Unterstützung und Treue bieten wir Ihnen eine einzigartige Gelegenheit, um Ihre Liebsten zu überraschen und gemeinsam unvergessliche musikalische Momente zu erleben.

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Eine rückwirkende Geltendmachung des Angebots ist ausgeschlossen. Im Rahmen der Aktion erworbene Karten sind von der Rückgabe ausgeschlossen.
Herzlich Willkommen
Am 3. November 2023 übernahm Nora von Marschall das Amt als Geschäftsführerin der Musikalischen Akademie Mannheim. Sie tritt damit die Nachfolge von Patrick Koch an, der sich nach über 4 Jahren von dieser Rolle verabschiedet.
 Patrick Koch und Nora von Marschall
           Patrick Koch und Nora von Marschall                   

Die Harfenistin des Nationaltheater-Orchesters Mannheim, die sich in den vergangenen beiden Jahren bereits aktiv im Beirat der MAM eingebracht hat, äußerte sich bei Amtsantritt über Ihre neue Rolle:

"Ich freue mich sehr auf neue Herausforderungen und die Zusammenarbeit in einem fantastischen Team. Die Struktur der musikalischen Akademie ist durch die Eigenverantwortung der Orchestermitglieder etwas ganz besonderes und ich freue mich sehr, mich nun weit über meine musikalischen Aufgaben hinaus einbringen zu können."

In der am 23. Mai 2023 gemäß Vereinssatzung stattgefundenen außerordentlichen Mitgliederversammlung der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V. war Nora von Marschall einstimmig von den anwesenden Orchestermitgliedern als neue Geschäftsführerin gewählt wurden. Soloklarinettist Patrick Koch, seit November 2019 amtierender Geschäftsführer, hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. In seiner Rolle hatte er die Geschicke der MAM in den vergangenen vier Jahren maßgeblich gelenkt und vor allem während der Pandemie dazu beigetragen, den Verein finanziell für die Zukunft abzusichern. Dem Vorstand bleibt er weiterhin als künstlerisches Beiratsmitglied erhalten.

Patrick Koch bedankte sich im Anschluss der Wahl für das ihm entgegengebrachte Vertrauen: "Die vergangenen vier Jahre waren eine intensive, herausfordernde und spannende Zeit und ich bin froh, gemeinsam mit dem gesamten Vorstand, für die Akademie verantwortlich gewesen sein zu dürfen. Die Eigenverantwortlichkeit des Vereins bringt mit sich, dass sich alle Orchestermitglieder im Verein engagieren können und nach vier Jahren war es für mich ein guter Zeitpunkt, Platz für neue Akzente und Impulse zu machen."

In der Mitgliederversammlung vom 23. Mai 2023 wurden Fritjof von Gagern, Johanna Pschorr und Christoph Rox sowie Christoph Prüfer als Schriftführer in ihren Vorstandsämtern bestätigt. Als Beiratsmitglieder wiedergewählt wurden Julien Heichelbech, Georg Lustig und Ulrich Grau. Anissa Baniahmad und Julius Joachim stellten sich erfolgreich als neue Mitglieder des Beirats zur Wahl. Die Vereinsvorsitzenden dankten Antonia Zimmermann und Jean-Jacques Goumaz, die keine Neukandidatur anstrebten, für ihr entgegengebrachtes Interesse und Engagement. Nach Entlastung des amtierenden Vorstands in der ordentlichen Mitgliederversammlung am 3. November 2023 tritt der neu gewählte Vorstand nun sein Amt an. 

Wir wünschen allen Vorstandsmitgliedern sowie den Mitgliedern des künstlerischen Beirats alles Gute für Ihre Arbeit!

Freudvolles Wiedersehen
Am 13./14. November 2023 spielt das Nationaltheater-Orchester unter bewährtem Dirigat Werke von Robert Schumann und Arnold Schönberg. Samuel Seidenberg und die drei hauseigenen Solisten des NTO präsentieren Schumanns virtuoses Konzertstück für 4 Hörner und Orchester.

Mit dem Stück Introduktion, Scherzo und Finale hat Robert Schumann ein dreisätziges Orchesterwerk geschaffen, das die Vielseitigkeit und das kreative Können des Komponisten auf beeindruckende Weise demonstriert. 1841 komponiert, taucht das Opus 52 in Schumanns Haushaltsbüchern als „Suite“, „Symphonette“ oder „Sinfonietta“ auf – eine elegante Lösung für diese musikalische „Zwischenform“. Darauf folgt das Konzertstück für 4 Hörner und Orchester mit einem majestätischen Beginn: Samuel Seidenberg und die Hornsolisten Teodor Blagojevic, Clemen Alpermann und Ulrich Grau aus dem NTO stellen das Thema vor, welches vom Orchester aufgegriffen wird. Schumann hat das Werk für das damals noch recht junge Ventilhorn komponiert und zeigt jedem, was das Instrument alles kann – hier sind alle Fähigkeiten der Hörner und des Orchesters gefragt!

Arnold Schönbergs symphonische Dichtung für Orchester nach Maurice Maeterlincks Drama Pelléas und Mélisande beschließt den Abend. Wer könnte diese drei Klangorgien besser bändigen als Mannheims ehemaliger GMD Axel Kober? Als gern gesehener Gast in Bayreuth und anderen führenden Opernhäusern, gilt seine Leidenschaft komplexen Partituren von Strauss bis Wagner oder eben Schönberg.

v. l. n. r. Clemen Alpermann, Samuel Seidenberg, Ulrich Grau, Teodor Blagojevic    
Die Konzerte beginnen jeweils 20 Uhr im Mozartsaal des Rosengartens Mannheim. Um 19:15 Uhr findet eine Einführungsveranstaltung statt. Karten können telefonisch unter 0621 26044, in der Geschäftsstelle Goethestraße 12 oder online unter nachfolgendem Link erworben werden.

https://musikalische-akademie.de/konzert/2-akademiekonzert-23-24/
Auftakt in Mannheim – neuer Generalmusikdirektor eröffnet Saison 23/24
Roberto Rizzi Brignoli widmet sein Antrittskonzert der Musik seiner Heimat Italien. Der 40. Generalmusikdirektor in der Geschichte des Nationaltheater-Orchesters beginnt den Abend mit Werken von Giuseppe Verdi, es folgen Alfredo Casella und Ottorino Respighi.
                                       
Während Verdis I Vespri Siciliani in Italien häufiger seinen Weg in den Konzertsaal findet, hört man diese Oper außerhalb der Halbinsel eher selten – da bildet die MAM keine Ausnahme und so wird die gleichnamige Ouvertüre tatsächlich zum ersten Mal im Rosengarten erklingen. Ganz ähnlich verhält es sich mit Casellas Werk Italia, das den Konzertbesuchern hierzulande weniger geläufig ist: 1909 in Paris komponiert, steht die Orchesterrhapsodie noch ganz im Zeichen der frühen Musik Strawinskys für die Ballets Russes. Doch Casella gelingt es, eine ganz eigene Sprache zu finden, welche die Leidenschaft und das Lebensgefühl Süditaliens widerspiegelt. 

Die Römische Trilogie von Ottorino Respighi bildet das zentrale Werk des Abends – Respighi erschafft innerhalb von elf Jahren einen Zyklus, der mit eindringlichen Stimmungsbildern die „Ewige Stadt“ zum Klingen bringt. Als Vertreter der generazione dell’ottanta, einer Gruppe um 1880 geborener italienischer Komponisten, zu der auch Casella zählt, steht der Komponist für einen neuen Nationalstil, mit Rückbesinnung auf Stilelemente der alt-italienischen Musiktradition. Obwohl Respighi zeitlebens ein ambivalentes Verhältnis zu dem mehr als zweifelhaften Regime hegt, sehen die Machthaber in seiner Musik die Vertonung ihres faschistischen Weltbildes. Dass in dieser farbenfrohen Musik viel mehr zu entdecken ist, als imperialistischer Pomp, ist eines der Ziele von GMD Roberto Rizzi Brignoli. Bislang vor allem bekannt für seine energiegeladenen Interpretationen italienischer Opern, zeigt er in seinem Antrittskonzert eine weniger bekannte Seite seiner Heimat.
Sehr geehrte, liebe musikbegeisterte Freunde der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V.,

das Programm der 245. Spielzeit der Musikalischen Akademie ist finalisiert und es liest sich stellenweise wie eine phantastische musikalische Reise durch ganz Europa. Was für eine wunderbare Idee in einer Zeit, in der – trotz aller Normalisierungen im täglichen Leben – das „wirkliche“ Reisen (z. B. mit Bahn und Flugzeug) mehr und mehr eine Herausforderung an uns alle stellt.
Mit Musik gehen viele Dinge leichter, Musik begleitet uns mehr oder weniger intensiv in verschiedener Ausprägung und Intensität eigentlich während unseres gesamten Lebens. Umso wichtiger ist es, den Fortbestand dieser wertvollen Kultur in ihrer vielfältigen und in kaum einem anderen künstlerischen Bereich so einflussnehmenden Art und Weise zu sichern. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Musikalische Akademie, insbesondere mit ihren Akademiekonzerten, die uns durch die aktuelle 244. Spielzeit bis zum kommenden Sommer begleiten werden. Den Organisatorinnen und Organisatoren der Konzerte und den Musikerinnen und Musikern des Orchesters des Nationaltheater Mannheims ist es erneut gelungen, ausgewählte Glanzpunkte der klassischen Musik mit exzellenten Dirigentinnen und Dirigenten und Solistinnen und Solisten vorzubereiten. Gemeinsam sollten wir uns auf diese wertvollen Momente der Entspannung und des Genusses in einer sehr schnelllebigen und teilweise turbulenten Zeit freuen und auf diese Art und Weise die unheimliche Kraft der Musik in jeder wie auch immer gearteten Lebenssituation genießen.
Prof. Dr. med. Wolf-K. Hofmann
Vorsitzender des Kuratoriums der Musikalischen Akademie Mannheim
Das 7. AKademiekonzert der Saison 2022/23 können Sie nun in der Mediathek des SWR nachhören. Erleben Sie das letzte Konzert unter Leitung von Alexander Soddy. Solistin ist Veronika Eberle.

Die MAM jetzt im SWR Mittagskonzert erleben

© Christian Gaier
               © Christian Gaier                        
Die Violinistin Veronika Eberle erregte internationale Aufmerksamkeit, als sie mit erst 16 Jahren unter der Leitung von Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern bei den Salzburger Osterfestspielen 2006 auftrat. Inzwischen arbeitet sie mit zahlreichen renommierten Orchestern und Festivals zusammen und war erstmals bei den Akademiekonzerten zu Gast.
Wir sind zurück aus der Sommerpause und begrüßen Sie herzlich in der Saison 2023/24! 
Freuen Sie sich mit uns auf Mannheims neuen Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli und acht berauschende Doppelkonzerte im Rosengarten.

Ab sofort können Sie Ihre Einzeltickets bequem auf unserer Homepage kaufen oder Sie profitieren von unseren attraktiven Abomodellen.

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Zur Spielzeit 2023/24
übernimmt der in Bergamo
geborene Dirigent ­Roberto
Rizzi Brignoli das Amt des
Generalmusikdirektors am
Nationaltheater Mannheim.

Als Experte für italienisches und französisches Opernrepertoire gastierte er an renommierten Häusern und Festivals, darunter an der Metropolitan Opera in New York und der Staatsoper Stuttgart, an La Monnaie in Brüssel, am Concertgebouw Amsterdam, an der Opéra de Lille und der Opéra de Lausanne, am Bolschoi-Theater, am Teatro dell’Opera di Roma, am Teatro Real de Madrid sowie an den Chorégies d’Orange und der Deutschen Oper Berlin, mit der ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet.
Auch im Konzertbereich ist er ein gefragter Interpret, dessen Repertoire symphonische Werke der Klassik, Romantik und Moderne umfasst. Er arbeitete mit zahlreichen bedeutenden Klangkörpern zusammen, darunter dem Orchestra dell’Arena di Verona, dem Orchestra Sinfonica del Teatro dell’Opera di Roma, dem Orchestra Teatro Carlo Felice in Genua, den Cameristi della Scala, dem Orchestra Toscanini Parma, den Orchestern der Deutschen Oper Berlin und der Opéra de Lyon, dem Orchestre National de France, dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine, dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, dem Tokyo Philharmonic Orchestra und den Göteborg Symfonikern.-
                                       
Roberto Rizzi Brignoli absolvierte sein Studium am Mailänder Konservatorium Giuseppe Verdi. Am Teatro alla Scala arbeitete er u. a. mit Riccardo Muti zusammen und dirigierte dort zahlreiche Inszenierungen. Neben seiner Tätigkeit als Generalmusikdirektor des NTM bekleidet Rizzi Brignoli seit 2020 die gleiche Position am Teatro Municipal de Santiago de Chile.
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