Im 4. Akademiekonzert der Musikalischen Akademie Mannheim am 2. und 3. Februar 2026 steht mit Gustav Mahlers Symphonie Nr. 6 eines der eindrucksvollsten Werke der spätromantischen Orchesterliteratur auf dem Programm. Das Nationaltheater Orchester Mannheim spielt unter Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli im Mozartsaal des Rosengartens.
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Das Interview von Stefan M. Dettlinger mit Roberto Rizzi Brignoli: Mannheims Generalmusikdirektor über Musik, Kultur und Mut.
Link Mannheimer Morgen
Zum Werk
Mahlers Sechste, häufig als „Tragische“ bezeichnet, zeichnet ein kompromissloses musikalisches Panorama von großer emotionaler Spannweite: Strenge Marschrhythmen, scharf konturierte Kontraste und eine hoch expressive Instrumentation prägen den Charakter der Symphonie. Besonders das Finale mit seinen berühmten Hammerschlägen verdichtet die existenzielle Dramatik des Werkes zu einer eindringlichen Aussage.

Mahler widmete die Symphonie seiner Frau Alma und integrierte darin ein musikalisches Motiv, das er selbst als ihr klangliches Porträt verstand. Umso bemerkenswerter ist Almas zwiespältige Reaktion auf das Werk: Sie empfand dessen Grundcharakter als zu düster, das Andante hingegen als zu schön im Verhältnis zur übrigen Ausrichtung der Symphonie. Verunsichert änderte er mehrfach die Abfolge von Scherzo und Andante – eine Entscheidung, die bis heute Gegenstand musikwissenschaftlicher Diskussionen ist. Für GMD Roberto Rizzi Brignoli ist es eine Premiere: Mit der „Sechsten“ nimmt er sich zusammen mit dem NTO zum ersten Mal eine Mahlersymphonie vor.
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Unsere Solo-Piccolonistin Yeoshin Jang hat ihr Probejahr erfolgreich bestanden. Ihre musikalische Ausbildung absolvierte sie am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, welche sie mit einem Bachelor- und Masterstudium abschloss. Es folgte ein weiterer Masterstudiengang mit Bestnote an der UdK Berlin; derzeit absolviert sie ihr Konzertexamen an der Hochschule für Musik in Freiburg. Im Interview spricht Yeoshin Jang über ihre Erfahrungen im Nationaltheater-Orchester Mannheim und darüber, was diese Zeit für sie persönlich und künstlerisch bedeutet.
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1. Wie haben Sie Ihr Probejahr in unserem Orchester erlebt? Es war eine sehr intensive und zugleich äußerst lehrreiche Zeit. 
Sowohl musikalisch als auch menschlich konnte ich mich schnell weiterentwickeln und hatte zunehmend das Gefühl, als Teil des Orchesters anzukommen und meinen Platz zu finden.

2. Was hat Sie im ersten Jahr im Orchesteralltag besonders überrascht? 
Mich hat die große Bandbreite der Werke und die Vielfalt der Aufführungsformen sehr beeindruckt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, dass die geforderte Flexibilität und Anspannung – wenn man zwischen Oper, Ballett und Konzert wechselt – deutlich höher ist, als ich es erwartet hatte. 

3. Was macht die Position der Solopiccolonistin für Sie besonders und welche Anforderungen stellt sie? 
Die Piccoloflöte ist meiner Meinung nach ein Instrument, das selbst in ganz kleinen Momenten im Orchesterklang eine enorme Wirkung entfalten kann. Es ist eine Position, die exaktes Timing, eine sehr fein abgestimmte Klanggestaltung und die musikalische Verantwortung verlangt, den Gesamtklang immer mitzudenken. 


“Die Piccoloflöte ist meiner Meinung nach ein Instrument, das selbst in ganz kleinen Momenten im Orchesterklang eine enorme Wirkung entfalten kann.”

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4. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen erlebt? 
Ich konnte in einer sehr warmen und offenen Atmosphäre arbeiten und bin dankbar, dass ich von den erfahrenen Kolleg*innen viel lernen durfte und mich dabei jederzeit respektiert und wertgeschätzt fühlte.

 5. Gibt es ein Akademiekonzert oder ein Werk aus dem Probejahr, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? 
Unter den Akademiekonzerten ist mir insbesondere das erste Konzert dieser Saison in Erinnerung geblieben, in dem ich als Piccolosolistin und an der dritten Flöte Werke von Maurice Ravel (Daphnis et Chloé, La Valse) sowie Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung spielte; das Konzert wurde vom SWR aufgezeichnet. Gerade das kurze, aber sehr prägnante Piccolosolo in Daphnis et Chloé war mir besonders wichtig, und ich habe diesen Moment mit großer Konzentration und viel Freude gestaltet. Insgesamt hat mir die Arbeit an Ravels Musik sehr viel bedeutet. Während meiner Probezeit hat dieses Programm bei mir auch persönlich viele Erinnerungen und Emotionen geweckt. Ich habe dabei oft an meine Studienzeit am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris zurückgedacht, und diese Erfahrungen haben mein Spiel auf natürliche Weise geprägt. 

6. Gibt es musikalische Ziele, die Sie sich für die nächsten Jahre gesetzt haben? 
Mein größtes Ziel ist es, im Orchester noch stabiler zu werden und mir als Musikerin langfristig Vertrauen zu erarbeiten. Gleichzeitig möchte ich meine künstlerischen Projekte kontinuierlich ausbauen und mich als Musikerin stetig entfalten.

Gustav Mahlers Symphonie Nr. 6 nimmt innerhalb seines sinfonischen Schaffens eine besondere Stellung ein. Sie gilt bis heute als eines der eindringlichsten Werke des Komponisten und wird aufgrund ihrer Dramatik und düstren Atmosphäre bis heute häufig als die „Tragische“ bezeichnet.

Mahler widmete die Symphonie seiner Frau Alma und integrierte darin ein musikalisches Motiv, das er selbst als ihr klangliches Porträt verstand. Umso bemerkenswerter ist Almas zwiespältige Reaktion auf das Werk: Sie empfand dessen Grundcharakter als zu düster, das Andante hingegen als zu schön und idyllisch im Verhältnis zur übrigen Ausrichtung der Symphonie. Diese Kritik traf Mahler empfindlich. Verunsichert änderte er mehrfach die Abfolge von Scherzo und Andante – eine Entscheidung, die bis heute Gegenstand musikwissenschaftlicher Diskussionen ist und die innere Spannung des Werkes zusätzlich unterstreicht.

Eine der eindrücklichsten Besonderheiten der Sechsten findet sich im Finale. Hier greift Mahler zu einem bis dahin unerhörten Klangmittel: Ein großer Holzhammer schlägt mit dumpfem, beinahe vernichtendem Ton auf eine massive Holzkiste. Ursprünglich sah Mahler drei solcher Hammerschläge vor, strich jedoch später den dritten aus der Partitur. Oft wird diese Entscheidung mit den schweren Schicksalsschlägen in Verbindung gebracht, die kurz nach der Komposition folgten – dem Tod seiner Tochter Maria, der Diagnose einer schweren Herzkrankheit und dem Ende seiner Tätigkeit als Direktor der Wiener Hofoper.

Unabhängig von biographischen Deutungen prägen die Hammerschläge den Charakter des Finales entscheidend: Sie bieten keinen versöhnlichen Ausblick, stattdessen verleihen Sie dem Schluss eine schonungslose Konsequenz und machen sie zu Mahlers wohl radikalstem Werk. 

Im 4. Akademiekonzert widmet sich GMD Roberto Rizzi Brignoli Mahlers Sechster Symphonie, die er am 2. und 3. Februar erstmals gemeinsam mit dem Nationaltheater-Orchester im Mozartsaal des Rosengartens aufführt.
Der Vorverkauf hat begonnen!
Tradition trifft Lebensfreude, wenn am Sonntag, den 8. Februar 2026 um 11 Uhr die 43. Mannheimer Fasnachtsmatinee den Mozartsaal im Rosengarten wieder in ein Meer aus Musik, Frohsinn und festlicher Stimmung verwandelt.

Unter der bewährten musikalischen Leitung und charmanten Moderation von Karl-Heinz Bloemeke präsentiert das Nationaltheater-Orchester ein schwungvolles Programm voller musikalischer Überraschungen und heiterer Momente. Besondere Glanzpunkte bereiten in diesem Jahr die Gesangssolisten Irakli Kakhidze und Seunghee Kho, die mit ihren ausdrucksstarken Stimmen und ihrer Bühnenpräsenz für berührende wie beschwingte Augenblicke sorgen. Freuen Sie sich auf einen Vormittag, der ganz im Zeichen der Mannheimer Fasnacht steht – mit Musik, Esprit und jener einzigartigen Atmosphäre, die diese Matinee Jahr für Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
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Ein Jahr reich an bewegenden Klängen, anregenden Begegnungen und besonderen künstlerischen Momenten neigt sich seinem Ende zu. Für Ihre langjährige Verbundenheit und Ihr Vertrauen danken wir Ihnen herzlich. Möge die Weihnachtszeit Ihnen Augenblicke der Ruhe und des Innehaltens schenken, erfüllt von Licht, Wärme und Musik – und möge diese Sie auch im kommenden Jahr begleiten. 

Wir bitten um Beachtung, dass unsere Geschäftsstelle vom 22. Dezember 2025 bis einschließlich 6. Januar 2026 geschlossen bleibt. Ab dem 7. Januar 2026 stehen wir Ihnen wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung. 

Schon jetzt möchten wir Ihren Blick auf einen besonderen musikalischen Höhepunkt des neuen Jahres lenken: das 4. Akademiekonzert am 02. und 03. Februar 2026. Auf dem Programm steht mit Gustav Mahlers Sechster Symphonie eines der eindringlichsten Werke der sinfonischen Literatur. In dieser „Tragischen“ verdichten sich existentielle Fragen, visionäre Klangbilder und eine kompromisslose musikalische Sprache zu einem Werk von außergewöhnlicher emotionaler Wucht. Unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli offenbart dieses monumentale Werk seine ganze dramatische Tiefe – zwischen heroischer Kraft und tiefstem Schmerz.

Für alle, die noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk in letzter Minute sind, sei der Besuch eines Akademiekonzerts wärmstens empfohlen: Konzertkarten oder Gutscheine der Musikalischen Akademie schenken nicht nur Vorfreude, sondern ein gemeinsames Erlebnis, das über den Abend hinaus nachklingt.
Ein musikalischer Adventskalender des Nationaltheater-Orchesters
Auch in diesem Jahr möchte das Nationaltheater-Orchester Mannheim die Vorweihnachtszeit mit Klang füllen. Gemeinsam mit der Musikalischen Akademie haben die Musikerinnen und Musiker einen besonderen Adventskalender gestaltet, der Tag für Tag ein neues kleines Geschenk bereithält.

Seit Generationen begleitet uns der Adventskalender durch die Vorweihnachtszeit. Hinter jedem kleinen Türchen verbirgt sich eine Überraschung – ein Moment der Vorfreude, der uns im oft hektischen Dezember innehalten lässt. Was einst als einfache Papieridee begann, ist längst zu einer liebevollen Tradition geworden, die Groß und Klein mit täglichen Lichtblicken beschenkt. 

In diesem Jahr öffnen die Musikerinnen und Musiker des Nationaltheater-Orchesters Mannheim gemeinsam mit der Musikalischen Akademie ihren ganz eigenen Adventskalender: Jeden Tag erwartet das Publikum eine kleine musikalische Überraschung – persönlich, vielfältig und mit spürbarer Freude gestaltet. 

Der musikalische Kalender wird über die sozialen Kanäle der Musikalischen Akademie sowie auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht. 

Hier geht’s zu den täglichen Beiträgen: 

Facebook: https://www.facebook.com/Akademiekonzerte/
Instagram: https://www.instagram.com/musikalischeakademie/
YouTube: https://www.youtube.com/user/MusikalischeAkademie

Mit diesem besonderen Adventsbegleiter wünschen wir Ihnen eine  besinnliche Vorweihnachtszeit!
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3. Akademiekonzert
Am 8. und 9. Dezember 2025 präsentiert des Nationaltheater-Orchester unter der Leitung von Ingo Metzmacher zwei ikonische Werke der Orchestermusik. Als langjähriger Begleiter der Musikalischen Akademie und seit dem letzten Jahr ihr Ehrenmitglied steht er für musikalische Präzision und stilistische Klarheit.
© FeliXbroede
Als Solist ist Barry Douglas zu erleben, der 1986 mit dem Gewinn der Goldmedaille beim Internationalen Tschaikowski-Klavierwettbewerb weltweit bekannt wurde. Dazu passend interpretiert er im Rosengarten Tschaikowskis erstes Konzert für Klavier und Orchester. Das wohl bekannteste Klavierkonzert der Musikgeschichte verbindet heroische Dramatik mit lyrischer Wärme und fordert sowohl große technische Virtuosität als auch feinsinnige Klanggestaltung. 

Im zweiten Teil erklingt die Suite aus Igor Strawinskys Feuervogel - ein zauberhaftes, wie mythisches Klangmärchen. Strawinsky schafft durch seine orchestrale Farbenpracht, von schillernden Holzbläsern über Harfe bis hin zu mächtigen Blechbläsern, eine geheimnisvolle Atmosphäre, die das dramatische Märchen um Prinz Iwan, den Feuervogel und den bösen Magier Kastchej lebendig werden lässt. Rhythmisch komplex und mit markanten Spannungsbögen entfaltet die Suite unter Ingo Metzmacher ihre ganze Wirkung.
Für den Saisonbeginn der Musikalische Akademien des Nationaltheater-Orchesters Mannheim wählt Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli den "Tagesanbruch" aus Ravels Daphnis et Chloé; das der Komponist als ein „großes musikalisches Freskogemälde“ bezeichnete. Im Ravel-Jahr 2025 erklingen außerdem Ravels berühmte Orchesterierung der Bilder einer Ausstellung
Als Solist tritt Daniel Müller-Schott im Mannheimer Rosengarten auf, dessen „intensive Expressivität“ die New York Times würdigte und ihn als „einen furchtlosen Spieler mit überragender Technik“ beschrieb. 

Hören Sie unter folgendem Link das gesamte Konzert!

SWR-Link.

Im 2. Akademiekonzert am 17. und 18. November im Rosengarten Mannheim wird die Konzertmeisterin des Nationaltheater-Orchesters Mannheim, Olga Pogorelova, solistisch zu erleben sein. Sie präsentiert Béla Bartóks 2. Violinkonzert, ein Werk von großer technischer Brillanz und expressiver Tiefe, das sowohl Virtuosität als auch feinfühlige Musikalität verlangt. Im Interview spricht sie über ihre Herangehensweise an dieses anspruchsvolle Werk, die Vorbereitung und den Wechsel von der Rolle als Konzertmeisterin zur Solistin.
Das zweite Violinkonzert von Béla Bartók gehört zu den großen Herausforderungen des Repertoires. Was fasziniert Sie persönlich an diesem Werk, und welche Aspekte machen es für Sie besonders reizvoll, es solistisch zu spielen?

Das Werk ist zweifelsohne eines der bedeutendsten Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts. Auch heute noch, 86 Jahre nach seiner Uraufführung, ist es für den Solisten nicht unbedingt leicht zugänglich, doch damals muss es absolut neuartig und revolutionär gewesen sein. Fast zwei Jahre lang (1937-38) hatte der Komponist an diesem Stück gearbeitet, was für ihn ungewöhnlich lang war. Es war eine sehr schwierige Zeit für Bartók, der düstere Vorahnungen im Hinblick auf die Zukunft Europas, sowie sein eigenes Schicksal hatte. Die Musik ist überaus bildhaft, sie spiegelt auf eine eindringliche Weise die Stimmung jener Zeit wider: Bartók präsentiert uns hier die ganze Palette an Emotionen eines sensiblen Künstlers und Humanisten angesichts der drohenden Katastrophe des großen Krieges.  
Die unglaublich kontrast- und farbenreiche Musiksprache ist es, wie immer bei Bartók mit unverkennbarem folkloristischem Touch, die es mir besonders angetan hat, in Verbindung mit der großartigen Orchestrierung - eine unglaubliche, einzigartige Mischung!

© Roman Petrowsky
Es bedarf einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit der Partitur, um das zunächst scheinbar "Beliebige" als das absolut "Zwingende" zu erkennen und nachzuempfinden, um so der Musik Bartóks näher zu kommen. Dies betrifft absolut alles: die Tempi (die Angaben des Komponisten sind äußerst präzise und lassen dem Interpreten kaum Freiraum!), die rhythmische Struktur, die Tonartwechsel usw. Manche Motive wiederholen sich recht oft, in leicht abgewandelter Form (beispielsweise das legendäre 12-Ton Seitenthema des ersten Satzes kommt in dem ganzen Stück insgesamt mehr als 30-mal vor, aber nie absolut identisch). Was anfangs wie eine rein intellektuelle Übung wirkt, hat in Wirklichkeit eine ganz klare und logische Struktur, die es zu begreifen gilt. Dabei ist die Musik höchst expressiv, mit einer riesigen Bandbreite an Klangfarben, nichts klingt einfach nur" verkopft"! Darin liegt für mich die eigentliche Herausforderung und das Reizvolle zugleich: der Denkweise des Komponisten, aber auch seiner Gefühlswelt näher zu kommen.
Bartóks Violinkonzert gilt als technisch und interpretatorisch anspruchsvoll. Welche Passagen stellen für Sie die größten Herausforderungen dar, und wie begegnen Sie ihnen beim Üben? 

Das 2. Violinkonzert war für den Freund und Duopartner Bartóks, den Violinisten Zoltan Szekely geschrieben und es ist unverkennbar, dass der Letztere bei der Entstehung des Werkes aktiv mitgewirkt haben muss. Bartók, selbst Pianist, schrieb hier jedenfalls ein Werk, das die Geige extrem fordert, ja teilweise fast schon bis an die Schmerzgrenze führt. Die Fülle an Doppelgriffen (Sekunden, Quart- und Quintreihen) und drei- oder sogar vierstimmigen Akkorden ist schon enorm, doch nie wirken diese als reiner Selbstzweck, alles Technische ist dem großen Ganzen untergeordnet und ist stets ein Ausdrucksmittel.  
Ungewöhnlich für die Geige, zumeist ja ein Melodieinstrument, die teilweise recht polyphone Struktur: zwei Stimmen, die sich völlig unabhängig voneinander entfalten (zweite Hälfte der Kadenz). Aber auch der ständige Wechsel der Stimmungen, beispielsweise in den Variationen (2. Satz), ist geigerisch und interpretatorisch nicht leicht. Insgesamt glaube ich, dass kaum ein anderer Komponist so viel "kopflastiges Üben" erfordert- mit und ohne Instrument- um die Musik wirklich innerlich zu "begreifen".   

Wie nähern Sie sich einem so komplexen Werk wie Bartóks 2. Violinkonzert? Gibt es bestimmte Methoden oder Rituale, die Ihnen helfen, sowohl Technik als auch musikalischen Ausdruck zu entwickeln? 

Es braucht ja schon recht viel Zeit, um so ein komplexes Werk einzustudieren. Das geht eben nicht von heute auf morgen. Bartóks Musik ist vor allem kognitiv eine große Herausforderung.  
Während der letzten Monate war das Stück eigentlich mein ständiger Begleiter: ob auf Reisen oder bei einem Spaziergang, irgendwie ist es permanent präsent. Es tauchen im Kopf immer wieder irgendwelche Abschnitte auf, diese Musik lässt einen einfach nicht in Ruhe. Etwa wie ein Hintergrundrauschen, was nie wirklich weg ist, wenn man es so sagen will.  
Meine erste Auseinandersetzung mit diesem Werk war vor rund 13 Jahren, damals führte ich das Stück mehrere Male mit verschiedenen Orchestern auf.  
Als ich mit den Vorbereitungen für die kommenden Mannheimer Auftritte begann, war mir die Musik also einerseits durchaus vertraut, doch vieles entdeckte ich neu, bzw. aus einer anderen Perspektive. Mehr als alles andere betrifft dies die Tongebung. Dieses Konzert wird oft sehr laut aufgeführt. Natürlich gibt es einige laute und sogar brutal klingende Stellen, doch auch unglaublich intime Momente, die oft zu kurz kommen. Es ist wichtig die für jeden Abschnitt richtige Stimmung zu manifestieren. Und das hat für mich nicht unbedingt mit einem Ritual, doch sehr viel mit Konzentration und auch der Vorstellungskraft zu tun.
© Roman Petrowsky
Als Konzertmeisterin kennen Sie die Perspektive des Orchesters sehr gut. Wie verändert sich Ihr Erleben der Musik, wenn Sie nun die solistische Rolle übernehmen und das Orchester Sie begleitet? 

Danke für diese sehr interessante Frage! Wir haben hier in der Tat mit zwei vollkommen verschiedenen Herangehensweisen zu tun, die miteinander kaum vergleichbar sind.  
Es ist ein großer Unterschied, ob ich als Teil der Gruppe der 1. Violinen auftrete oder ein Solostück von 35 Minuten Länge auf der Bühne spiele, klanglich wie gestalterisch.  
Als Solistin bin ich selbstverständlich zumeist tonangebend, während die Rolle als Orchestermusikerin viel mehr mit Anpassungsfähigkeit, dem Verschmelzen mit der Gruppe, sowie dem Aufgreifen der Impulse des Dirigenten und deren möglichst präzisen Umsetzung zu tun hat. Dabei ist die Freude am Zusammenspiel und das gemeinschaftliche Erleben eines Werkes essenziell!
 Wie unterschiedlich diese beiden Arten auch sind, so haben beide natürlich ihren eigenen Reiz. Die Schwerpunkte verschieben sich, so auch die Aufgabenverteilung. 
Doch selbst beim solistischen Spielen begreife ich mich immer als eine zwar wichtige, jedoch immer noch eine einzelne Zeile unter den vielen Stimmen in der Partitur. Nur in der perfekt aufeinander abgestimmten Interaktion mit den anderen Musikinstrumenten kann die Solostimme am besten zur Geltung kommen, nur so macht die musikalische Aussage am meisten Sinn. 

Und vielleicht gerade deshalb war es mir wichtig, in Mannheim ein Violinkonzert aufzuführen, in dem die Rolle des Orchesters nicht nur auf die Begleitfunktion reduziert wird. Bartóks Werk ist anspruchsvoll nicht nur aus der Sicht der Solovioline, sondern ist ein Gesamtkunstwerk, das einige spannende Aufgaben für das Orchester bereithält. Für mich ist es eine besondere Auszeichnung, dieses große und vergleichsweise nicht so oft gespielte Violinkonzert gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf die Bühne zu bringen! 

Bartóks Musik ist bekannt für ihre rhythmische und harmonische Eigenständigkeit. Wie finden Sie ihren persönlichen Ausdruck in diesem Werk, und welche musikalischen Aspekte liegen Ihnen besonders am Herzen

Die Suche nach dem persönlichen Ausdruck in diesem Stück ist für mich untrennbar mit dem Verständnis der Musiksprache Bartóks, seinem Erleben des Zeitgeschehens, sowie seinen Wurzeln als Musiker verbunden. 
Wie schon angemerkt ist Bartók in seinen Partituren recht eindeutig. Vieles wird sehr klar, wenn man das Stück näher kennenlernt, Rätselraten gibt es hier tatsächlich nicht.  Doch der musikalische Ausdruck wird natürlich nicht allein aus den Metronomzahlen geboren. Es ist sehr wichtig, die Wurzeln dieser Musik zu studieren, bzw. ihren nationalen Hintergrund. Ungarn war und ist nach wie vor das Heimatland herausragender Geiger, deren Spielweise wertvolle Hinweise zum Verständnis der Klangsprache Bartóks und gleichzeitig eine Inspiration mit sich bringen. Es ist vor allem eine enorme Kraft, tonliche Reinheit, ein durchaus differenziertes Vibrato und eine freie oder besser gesagt, im Zeitmaß frei wirkende, zuweilen improvisierende Rhythmik, die für diese Art zu spielen bestimmend sind. 

Zurück zu dem Violinkonzert. Der erste Satz wirkt fragmenthaft, die Stimmungswechsel sind manchmal sehr abrupt, als wäre man innerlich zerrissen. Die Solovioline (der Erzähler), die das Stück mit einer Cantilene beginnt, erlebt die Außenwelt (das Orchester) zunehmend bedrohlich und chaotisch. Die langsamen, lyrischen Abschnitte beruhigen zwar immer wieder das Geschehen, die Entwicklung ist jedoch unausweichlich, die Spannung steigt bis hin zum orchestralen (beinahe) Kollaps, mit dem die Kadenz eingeleitet wird. Dieser Monolog der Solovioline ist für meine Begriffe absolut einzigartig in der Musikgeschichte. Fast nichts aus dem musikalischen Material des ersten Satzes kommt in der Kadenz vor, was normalerweise üblich ist. Sie wirkt wie eine verzweifelte Auseinandersetzung mit dem Geschehen, wie ein Ringen um ein Weiterkommen, im Leben wie in der Musik. Der Wirbel der inneren, sich streitenden Stimmen wird gegen Schluss der Kadenz bis zum Einsetzen des Orchesters immer heftiger. Und hier geschieht ein musikalisches Wunder: das Wiederkommen des ersten Themas, aber dieses Mal transformiert, mit einer ganz anderen Orchestrierung. Es wirkt wie eine Erlösung, wie ein Geistesblitz, aber auch wie ein "Nachhausekommen". Dieser Moment gehört ohne Zweifel zu den schönsten und berührendsten Bartóks... 
Ganz andere Stimmung im zweiten Satz, dessen Thema nach einer alten fernen Volksweise klingt. Die Solovioline agiert hier, als wäre es eine Stimme nicht von dieser Welt, für den Solisten tonlich und rhythmisch eine schöne Herausforderung. Schließlich der dritte Satz, auch hier mit versteckten Variationen, die auf groteske Weise den ersten Satz imitieren und dabei umkehren. Dazwischen plötzlich die Anspielung auf einen Walzer, dieser ist aber schon zu Ende bevor er in Fahrt kommen konnte. Der Schluss des Konzerts setzt noch eins drauf mit vollem Orchesterapparat und opulenten Klängen!

Im 2. Akademiekonzert am 17. und 18. November stehen unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli zwei herausragende Werke des 20. Jahrhunderts auf dem Programm: Béla Bartóks Zweites Violinkonzert, interpretiert von Olga Pogorelova, Konzertmeisterin des NTO, und Sergej Rachmaninows Zweite Symphonie.

Den Auftakt bildet Bartóks Violinkonzert Nr. 2, an dem der Komponist ab 1937 fast zwei Jahre arbeitete. Das Werk vereint folkloristische Anklänge, romantische Klangpoesie und moderne harmonische Ideen in einer eigenständigen Form. Auf Wunsch seines Auftraggebers, des Geigers Zoltán Székely, komponierte Bartók das Konzert in traditioneller dreisätziger Anlage und entwickelte dennoch seine charakteristischen Variationen und kontrastreichen Motive. Konzertmeisterin Olga Pogorelova übernimmt den anspruchsvollen Solopart und wird Bartóks vielschichtige Klangwelt mit Präzision, Ausdruckskraft und feinsinniger Musikalität zum Leuchten bringen. 

Im zweiten Teil des Abends erklingt Rachmaninows Zweite Symphonie, ein Hauptwerk der russischen Spätromantik. Nach dem Misserfolg seiner ersten Symphonie durchlebte Rachmaninow eine tiefe Schaffenskrise, bevor er in Dresden neue Inspiration fand. Mit schwärmerischen Melodien, epischen Bögen und großen dynamischen Steigerungen entfaltet die Symphonie eine überwältigende emotionale Kraft, die zwischen Schmerz und Hoffnung schwebt. Das Konzert unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli verspricht einen Abend, an dem die kontrastreichen Stimmungen und opulenten Klangfarben des Werkes eindrucksvoll zur Geltung kommen.
© Roman Petrowsky
Nach einem glanzvollen Saisonauftakt widmet sich das 2. Akademiekonzert am 17./18. November zwei Komponisten, deren Werke auf unterschiedliche Weise zwischen Tradition und Erneuerung oszillieren. Unter der Leitung von GMD Roberto Rizzi Brignoli erklingen Béla Bartóks Violinkonzert Nr. 2 und Sergei Rachmaninows Symphonie Nr. 2 – zwei Schlüsselwerke der europäischen Musik des 20. Jahrhunderts, die von leidenschaftlicher Sehnsucht, virtuoser Ausdruckskraft und einem tiefen Humanismus durchdrungen sind. 

Bartóks 1938 vollendetes zweites Violinkonzert markiert einen Höhepunkt seines Spätwerks: Es verbindet die formale Strenge klassischer Konzertarchitektur mit der rhythmischen Energie und den modalen Färbungen der ungarischen Volksmusik. Der Komponist lotet darin die Grenzen zwischen Soloinstrument und Orchester neu aus – als partnerschaftlichen Dialog, in dem die Violine immer wieder aus dem orchestralen Geflecht heraustritt, um lyrische, fast vokale Linien zu entfalten. Olga Pogorelova, Konzertmeisterin des Nationaltheater-Orchesters, interpretiert dieses anspruchsvolle Werk mit jener stilistischen Klarheit und klanglichen Präsenz, die Bartóks komplexe Tonsprache erfordert. 

Rachmaninows Symphonie Nr. 2 in e-Moll op. 27, 1908 in St. Petersburg uraufgeführt, gilt als Inbegriff spätromantischer Ausdrucksfülle. In weiten melodischen Bögen und schimmernden orchestralen Farben beschwört sie eine Welt zwischen Verklärung und Melancholie. Das berühmte Adagio – mit seiner weitgespannten, von Sehnsucht getragenen Kantilene – bildet den emotionalen Kern dieser großdimensionierten Symphonie, deren thematische Dichte und organische Entwicklung Rachmaninows Meisterschaft als Symphoniker offenbart. 

GMD Roberto Rizzi Brignoli entfaltet dieses monumentale Werk in seiner vollen Dramatik. Zwischen heroischer Kraft und tiefstem Schmerz erwächst eine Symphonie von zeitloser Intensität. 
Kunsthallenkonzert: Kirchner, Lehmbruck, Nolde - Geschichten des Expressionismus in Mannheim
Im Gespräch mit der Mezzosopranistin Ruth Häde blicken wir voraus auf das Konzert Farbentanz – Musik des Expressionismus, das am Samstag, 25. Oktober 2025, im Rahmen von Live im Atrium in der Kunsthalle Mannheim stattfindet. Mit Alban Bergs Sieben frühen Liedern gestaltet sie ein Werk, das zwischen Spätromantik und musikalischem Aufbruch steht: von schwebender Harmonik, feinen Dissonanzen und einer lyrischen Intensität, die Klang und Emotion auf besondere Weise verbindet. Im Interview spricht Ruth Häde über ihre Annäherung an Bergs vielschichtige Klangsprache und die Faszination dieser expressiven Musik.
© Teresa Rothwangl
Im Folgenden spricht Ruth Häde über die Farben der Musik, die besondere Kunst des Liedgesangs und die Herausforderungen, die Alban Bergs Sieben frühe Lieder an sie stellen.

1. Der Konzertabend trägt den Titel „Farbentanz“, nach Kirchners Druckgrafik von 1914. Was macht für Sie den Reiz dieses Programms aus?
Es ist für mich das erste Mal, dass ich mich so intensiv mit den Kompositionen von Alban Berg auseinander setze. Ich finde es wahnsinnig spannend und werde definitiv dran bleiben. Der Titel „Farbentanz“ passt einerseits zu den so verschiedenen Farben in unserem gesamten Programm zwischen denen wir mühelos tanzen und andererseits aber auch zu den sieben frühen Liedern von A. Berg für sich, die ich singen werde. Jedes Lied drückt eine andere Farbe, eine anderes Gefühl aus. Diese genau gezeichneten Gefühle oder Situationen in den teilweise sehr kurzen Liedern stellen für mich den besonderen Reiz dieses Programm aus. Es fordert hohe Konzentration von mir, dem Quartett und auch dem Publikum, sich auf die verschiedenen Bilder einzulassen. Ich liebe diesen Tanz! 

2. Normalerweise sind Sie im Opernfach zu Hause. Am Konzertabend interpretieren Sie Alban Bergs Sieben frühe Lieder. Was begeistert Sie persönlich am Lied und welche Erfahrungen bringen Sie dabei ein?
Ich habe mich schon immer für Lied begeistern können. Es ist wie eine Oper in Kurzform. Man durchlebt die Gefühle, Gedanken oder die Situation der Figur im Zentrum der Texte, hat für diese ganzen Emotionen aber meist nur wenige Minuten. Es ist also sehr komprimiert oder besser: verdichtet. Das macht das Lied so spannend, wie ich finde. Dazu sind viele Lieder technisch höchst anspruchsvoll und es Bedarf höchster Präzision. Es würde mir sehr fehlen, wenn ich diese Gattung ausschließen müsste. 

3. Bergs Lieder verbinden Spätromantik mit frühem Expressionismus. Welche Besonderheiten oder Herausforderungen stellen sie für Sie als Sängerin dar, und wie nähern Sie sich ihrer Interpretation?
Oh, bei diesen Liedern gibt es viele Herausforderungen! Sie liegen für mich einerseits recht hoch, es wird meistens von einer Sopranstimme gesungen. Es gibt jedoch auch einige Mezzosoprane, wie mich, die diese Lieder singen, sie bergen dann nur anderen technische Herausforderungen, als für eine höhere Stimme. Ich beginne meist damit die Musik zu lernen und die Töne richtig singen zu können (das ist bei diesen Liedern schon manchmal etwas kniffelig). Danach beschäftige ich mich mit den Texten, schreibe sie ab und spreche sie laut vor mich hin, um der Emotion und der Intention des Textes so nah wie möglich zu kommen. Danach setze ich beides Zusammen. In diesem Fall spielen wir die Lieder mit dem tollen Ostara-Streichquartett. Eine besondere Challenge, denn wir haben keinen Dirigenten und müssen die Musik so gut kennen, dass wir gemeinsam spüren, wann die Musik nach vorne eilen will und wann wir uns zurücklehnen und der Musik und dem Text Raum geben können. Das war in der ersten Probe echt herausfordernd, aber inzwischen ist es so eine tolle Erfahrung gemeinsam durch die Lieder zu tanzen.
Ausstellungsbesuch: 
Gegen Vorlage des Konzerttickets kann an der Kasse am 25.10.25 ein Ausstellungsticket zum Gruppenpreis von 12 € erworben werden. Der Ausstellungsbesuch ist zwischen 10 Uhr und 18 Uhr möglich. Karten erhalten Sie auf der Homepage der Kunsthalle Mannheim.

1. Akademiekonzert
Mit einem Programm, das von impressionistischen Klangwelten bis zu sinfonischer Monumentalität reicht, eröffnet die Musikalische Akademie Mannheim am 6. und 7. Oktober 2025 im Rosengarten Mannheim ihre neue Saison. Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli stellt Maurice Ravel in den Mittelpunkt: Zwei seiner zentralen Orchesterwerke rahmen den Abend. Ergänzt werden sie durch die von Ravel instrumentierten Bilder einer Ausstellung von Mussorgski sowie das Cellokonzert Nr. 1 von Camille Saint-Saëns, interpretiert von Daniel Müller-Schott.
© Uwe Arens
Saint-Saëns’ Konzert, 1873 in Paris uraufgeführt, gilt bis heute als eines der bedeutendsten Beiträge zur Celloliteratur. Mit seiner Verbindung von Virtuosität und melodischer Eleganz eröffnet es dem Solisten zahlreiche Ausdrucksmöglichkeiten. In Mannheim übernimmt diese Rolle der international renommierte Cellist Daniel Müller-Schott, dessen differenziertes und zugleich kraftvolles Spiel ihn zu einem gefragten Gast der großen Orchester weltweit gemacht hat. 

Ravels Daphnis et Chloé – Suite Nr. 2 eröffnet das Konzert mit impressionistischen Klangflächen von hoher atmosphärischer Dichte. Das Werk, 1912 für das Ballets Russes komponiert, wird oft als Höhepunkt der französischen Orchestermusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Einen besonderen Kontrast bilden Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in Ravels Instrumentierung. Mit feinem Gespür für orchestrale Farben überträgt Ravel den Klavierzyklus in eine sinfonische Dimension. Den Abschluss bildet La Valse, 1920 komponiert, in dem Ravel die traditionelle Form des Wiener Walzers in ein von Dynamik und Abgründigkeit geprägtes Tongemälde überführt. 

Das Konzert wird von SWR Kultur mitgeschnitten und am 23. November 2025 im Abendkonzert ab 20.03 Uhr gesendet.
Konzert in der Kunsthalle
Am Samstag, 25. Oktober 2025, um 19 Uhr ist die Musikalische Akademie Mannheim mit dem Format Live im Atrium in der Kunsthalle Mannheim zu Gast. Das Konzert ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung Kirchner, Lehmbruck, Nolde. Unter dem Titel Farbentanz – Musik des Expressionismus entfaltet der Abend einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Klang und Farbe: Mit Alban Bergs Sieben frühen Liedern, Erwin Schulhoffs erstem Streichquartett und Béla Bartóks Duos für zwei Violinen lotet das Ostara-Streichquartett gemeinsam mit der Mezzosopranistin Ruth Häde die spannungsreichen Facetten des musikalischen Expressionismus aus.

Der Titel dieses Konzertabends in der Kunsthalle Mannheim ist nicht zufällig gewählt: Farbentanz heißt auch eine 1914 entstandene Druckgrafik Ernst Ludwig Kirchners. Drei Frauenfiguren, auf wenige, leuchtende Primärfarben reduziert, bewegen sich in einem ekstatischen Rhythmus, der eher gefühlt als realistisch dargestellt ist. Linien und Flächen scheinen zu vibrieren, der Raum verliert seine Tiefe, und doch entfaltet sich eine mitreißende Dynamik. Kirchners Werk ist ein Sinnbild für den Ausdruckswillen des Expressionismus – für die Aufhebung der Trennung zwischen innerer Empfindung und äußerer Form.
“Oben die Sonne, die farbige Strahlen sendet, rot blau gelb auf die tanzenden Frauen und Blumenwiese unten. Der Entwurf sieht schon jetzt fröhlich und zur Freude auffordernd aus.”
Ernst Ludwig Kirchner an Carl Hagemann, 3.12.1932
© Ernst Ludwig Kirchner: Farbentanz, 1933/34, Druckgraphik, Städel Museum Frankfurt, wikimedia commons
Diese Idee findet im musikalischen Programm ihr Echo: Drei sehr unterschiedliche, aber geistig verwandte Stimmen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begegnen einander. 

Alban Bergs Sieben frühe Lieder (1905–1908) sind noch von der Spätromantik geprägt, doch schon durchzogen von harmonischen Brüchen und schwebender Dissonanz. Naturbilder und Liebeslyrik erscheinen hier nicht idyllisch, sondern in einer gefilterten, fast traumwandlerischen Intensität – wie farbige Flächen, die sich überlagern und ein vibrierendes Ganzes ergeben. 

Erwin Schulhoffs erstes Streichquartett (1924) führt in eine völlig andere Welt: rhythmisch rastlos, scharfkantig, mit einer Mischung aus tänzerischer Energie und beißender Ironie. Hinter der motorischen Kraft blitzt immer wieder ein Abgrund von Melancholie auf – ein Spiegel der zerrissenen Zwischenkriegszeit, in der Vitalität und Verunsicherung untrennbar verbunden waren.
 
Béla Bartóks Duos für zwei Violinen (1931) schließlich destillieren volksmusikalische Motive auf ihre Essenz: archaisch, roh, unverstellt. Hier klingt das archaische Echo ferner Kulturen, das – ähnlich wie in der Bildkunst der Expressionisten – nicht als bloße Folklore verstanden werden will, sondern als Ursprungskraft, aus der Neues erwächst. 

Wie in Kirchners Farbentanz treten auch in dieser Musik Farbflächen – hier Klangfarben – in direkte Konfrontation. Es geht nicht um harmonische Einheit, sondern um das Nebeneinander von Gegensätzen: Licht und Dunkel, Zartheit und Härte, Stille und eruptiver Ausbruch. Der Konzertabend lädt dazu ein, den Expressionismus nicht nur zu sehen, sondern zu hören – als Bewegung, als Spannungsfeld, als tänzerisches Spiel der Emotionen, das bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat. Das Ostara-Streichquartett bestehend aus Dennis Posin (Violine), Barbara Reetz (Violine), Clémence Apffel-Gomez (Viola) sowie Christine Wittmann (Violoncello) – und die Mezzosopranistin Ruth Häde, Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim, schaffen dabei eine Klangwelt, in der musikalische Ausdruckskräfte und grafische Analogien ineinandergreifen.

Ausstellungsbesuch: Gegen Vorlage des Konzerttickets kann an der Kasse am 25.10.25 ein Ausstellungsticket zum Gruppenpreis von 12 € erworben werden, der Ausstellungsbesuch ist möglich am 25.10.25 zwischen 10:00 und 18:00 Uhr 

Karten für diese Veranstaltung sind ab Mitte September erhältlich (weitere Informationen folgen).

Kurator*innen: Johan Holten, Luisa Heese, Dr. Ursula Drahoss 
Kuratorische Assistenz: Dorotea Lorenz





Liebe Freunde der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V., 

vielleicht hat der eine oder andere im gerade vergangenen Sommerurlaub beim Spazieren an einer Küste dieser Welt einen Leuchtturm gesehen. Seit Jahrtausenden dient dieses Bauwerk dazu, den Kapitänen von Hochseeschiffen den Weg in den (manchmal rettenden) Hafen zu zeigen. Ein Leuchtturm hat schon immer eine besondere Bedeutung für die Küstenregionen, man könnte sagen, ohne den Leuchtturm geht eigentlich gar nichts. 

Nun werden Sie sich fragen, ob in meinem Sommerurlaub vielleicht etwas zu viel Sonne auf dem Radweg geschienen hat, denn es geht hier doch nicht um Bauwerke an der Küste sondern um die bevorstehende neue Saison der Musikalischen Akademie Mannheim mit einem wirklich bezaubernden Programm. Diese Frage ist schnell beantwortet: Seit einigen Jahren hat der Begriff des Leuchtturms eine vielschichtige und ganz neuartige Bedeutung erlangt. Er wird benutzt, um etwas ganz Außergewöhnliches, etwas enorm Erfolgreiches, etwas, was es an keiner anderen Stelle der näheren und ferneren Umgebung gibt, zu beschreiben. Ob Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik – wenn man einen Leuchtturm hat, kann man stolz und selbstbewusst sein. 

Die Musikalische Akademie ist ein solcher Leuchtturm hier in Mannheim. Jede unabhängige Begutachtung würde sofort zu dieser Erkenntnis kommen. Der offensichtliche Beweis liegt mit dem künstlerischen Programm für die Saison 2025/2026 auf dem Tisch. Die großartige Auswahl der musikalischen Werke reicht vom wunderbaren (und sehr schwer zu spielenden) 2. Violinkonzert von Bela Bartok (welches er im Jahre 1938, kurz vor seiner Emigration in die USA, komponierte, damals bereits gezeichnet von seiner schweren Leukämie-Erkrankung) bis hin zur „großen Kiste Mahler 6“ mit phantastischer Maximalbesetzung des Orchesters mit mehr als 100 Musikern auf der Bühne. Mitten in dieser künstlerischen Vielfalt das weihnachtliche Konzert mit Tschaikowsky und Strawinsky sowie ein Mozartabend der anderen Art im Frühsommer mit der „Großen g-Moll-Sinfonie“ und dem Requiem. 

Wir sind sehr froh, dass wir unseren Leuchtturm hier in Mannheim auch in der kommenden 247. Spielzeit vorzeigen und weiterentwickeln können. Er hat eine große Bedeutung nicht nur für Liebhaber der klassischen Musik sondern auch für unsere Stadt und ihre Wirkung nach außen. Wir werden unseren Leuchtturm intensiv weiter pflegen und erhalten, denn zurück zur Einleitung (als noch keiner der Leser wirklich vermutete, was der Leuchtturm mit der Musikalischen Akademie zu tun hat): „… ohne den Leuchtturm der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim geht eigentlich (im musikalischen Bereich) gar nichts. 


Prof. Dr. med. Wolf-K. Hofmann 
Vorsitzender des Kuratoriums der Musikalischen Akademie 
27. September - Anna-Reiss Saal, 19 Uhr
In Kooperation mit dem Institut français Mannheim lädt die Musikalische Akademie zu einem besonderen Kammermusikkonzert im Rahmen des Salon franco-allemand du livre ein. Im Zentrum des Abends steht Maurice Ravels Streichquartett in F-Dur – ein Werk von poetischer Klangsprache und raffinierter Farbigkeit. Es musizieren Mitglieder des Nationaltheater-Orchesters Mannheim: 
Julika Lorenz und Frederike Gast (Violinen), Julien Heichelbech (Viola) sowie Fritjof von Gagern (Violoncello).
Maurice Ravel, 1925
Ravels einziges Streichquartett gilt als Meilenstein der französischen Kammermusik. In vier Sätzen vereint es klassische Formstrenge mit impressionistischer Klangsprache und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie französische Komponisten um 1900 neue Ausdrucksformen suchten. Die fein austarierten Harmonien und rhythmischen Raffinessen lassen das Werk zu einem musikalischen Kaleidoskop werden, das Zuhörerinnen und Zuhörer gleichermaßen fordert und verzaubert. 

Literarisch begleitet und moderiert wird der Abend von Angela Wendt, die Ravels Musik durch feinsinnige Texte und kontextuelle Einordnungen ergänzt. So entsteht ein Dialog zwischen Klang und Wort, der sowohl die musikalischen Nuancen des Quartetts als auch die literarischen Hintergründe und kulturellen Bezüge des Werks erfahrbar macht. 

Programm: 

Maurice Ravel: Streichquartett F-Dur 
1. Allegro moderato – Très doux 
2. Assez vif – Très rythmé 
3. Très lent 
4. Vif et agité

27. September 2025
Anna-Reiss Saal, D5, Mannheim
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19 Uhr

Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

In ihrer 247. Saison präsentiert die Musikalische Akademie Mannheim erneut acht Akademiekonzerte im Mozartsaal des Mannheimer Rosengarten. Die Konzertreihe vereint ein vielfältiges Repertoire mit international renommierten Dirigentinnen, Dirigenten, Solistinnen und Solisten und setzt damit ein starkes Zeichen für musikalische Exzellenz und künstlerische Vielfalt.

1. Akademiekonzert – 06./07. Oktober 2025 
GMD Roberto Rizzi Brignoli eröffnet die Saison mit Jubilar Maurice Ravel: Mit Daphnis et Chloé und La Valse entführt die Musikalische Akademie in impressionistische Klangwelten. Für Saint-Saëns' berühmtes Cellokonzert konnte Weltklassesolist Daniel Müller-Schott gewonnen werden. Den Abschluss bildet Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in Ravels brillanter Orchestrierung. 

2. Akademiekonzert – 17./18. November 2025 Nach einem glanzvollen Saisonauftakt führt GMD Roberto Rizzi Brignoli auch durch das 2. Akademiekonzert, an seiner Seite Konzertmeisterin Olga Pogorelova als Solistin in Bartoks zweitem Violinkonzert. Das Werk verbindet volkstümliche Elemente mit komplexen Strukturen und außergewöhnlichen Anforderungen an Solistin wie Orchester. Rach- maninows zweite Symphonie gilt als Hauptwerk der russischen Spätromantik und ist prädestiniert für den vollmundigen Klang des NTO. 

3. Akademiekonzert – 08./09. Dezember 2025 Tschaikowskis ikonisches erstes Klavierkonzert trifft auf die schillernde Märchenwelt Strawinskys: Pianist Barry Douglas bringt die funkelnden Kaskaden des Soloparts zum Strahlen, während Dirigent Ingo Metzmacher und das NTO mit dem Feuervogel die ganze Magie der russischen Klangwelt zum Leben erweckt. 

4. Akademiekonzert – 02./03. Februar 2026 Mahlers sechste Symphonie, oft als seine Tragische bezeichnet, fesselt mit schicksalhafter Wucht und legendären Hammerschlägen - GMD Roberto Rizzi Brignoli entfaltet dieses monumentale Werk in seiner vollen Dramatik. Zwischen heroischer Kraft und tiefstem Schmerz erwächst eine Sinfonie von zeitloser Intensität. 

5. Akademiekonzert – 02./03. März 2026 Eintauchen in Böhmens Klangwelt: Während Smetanas Moldau Natur, Menschen und Geister sehnsuchtsvoll miteinander verbindet, zeichnet Dvořák in seiner achten Symphonie gänzlich ohne Programm ein frappierend ähnliches Bild seiner geliebten Heimat. Dem gegenüber steht erstmals ein Solokonzert als Auftragswerk der Musikalischen Akademie: Das erste Violinkonzert von Thorsten Encke. 

6. Akademiekonzert – 13./14.04.2026 Rossinis spritzige Semiramide-Ouvertüre, Webers virtuoses Fagottkonzert und Beethovens ekstatische siebte Symphonie – welch Energie und Spielfreude. Rie Koyama, Solofagottistin der Bamberger Sinfoniker und Geheimtipp in der Fagottwelt, zeigt, wie verkannt dieses wunderschöne (Solo-)Instrument doch ist! 

7. Akademiekonzert – 11./12. Mai 2026 Till Eulenspiegel treibt mit Strauss' berühmter Tondichtung seinen Schabernack, während Alfredo Perl Mozarts 24. Klavierkonzert mit tiefgründiger Intensität zum Leuchten bringt. Den krönenden Abschluss bildet Also sprach Zarathustra mit seinem eindrucksvollen Sonnenaufgang – ein Konzert, das Humor, philosophische Tiefe und orchestrale Pracht vereint. 

8. Akademiekonzert – 22./23. Juni 2026 Endlich wieder eine Mozartsymphonie im Akademiekonzert: Seine „40.“ gilt als trauernde – und passt damit auf bewegende Weise zu seinem sagenumworbenen Requiem. Rinaldo Alessandrini und der Chor des Nationaltheaters sorgen für ein tröstend-bewegenden Saisonabschluss, erstmals im Rahmen des Mannheimer Sommers. 

Kammerakademie – 25. Juli 2026, Schlosstheater Schwetzingen 
Barocke Pracht im historischen Ambiente: Gottfried von der Goltz präsentiert italienische Meisterwerke des 17. und 18. Jahrhunderts. Eine Hommage an die klangvolle Virtuosität und den lebensfrohen Glanz des italienischen Barocks.
Programmheft zum Download
Die Musikalische Akademie Mannheim ist umgezogen: 
Seit diesem Sommer finden Sie unsere Geschäftsstelle in der Hebelstraße 7, nur wenige Gehminuten von unserem bisherigen Standort in der Goethestraße entfernt – und ganz in der Nähe des Nationaltheaters. Auch wenn sich unsere Adresse geändert hat – für Sie bleibt alles, wie Sie es kennen und schätzen. Wir sind weiterhin mit vollem Einsatz für Ihre Fragen, Wünsche und Anliegen da. 

Aktuell befinden wir uns in der Sommerpause. Ab dem 1. September sind wir wieder persönlich für Sie erreichbar – zu den gewohnten Geschäftszeiten, in unseren neuen Räumlichkeiten. 

Wir freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch. Bis dahin wünschen wir allen Freundinnen und Freunden der Musikalischen Akademie Mannheim eine erholsame Sommerzeit – und ein freudiges Wiedersehen zur Spielzeit 2025/26!
© Achim Ringle
Im Rahmen des 8. Akademiekonzerts zeichnete die Musikalische Akademie Mannheim Schülerinnen und Schüler der Mannheimer Musikschule am 24. Juni aus, die beim diesjährigen Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis erhalten haben. 

Als Anerkennung für ihre musikalischen Leistungen überreichte die Akademie den jungen Preisträgerinnen und Preisträgern ein Präsent. Die Unterstützung des musikalischen Nachwuchses ist der Musikalischen Akademie ein besonderes Anliegen. Mit dieser Geste möchte sie junge Talente in ihrer künstlerischen Entwicklung bestärken und ihre Leistungen öffentlich sichtbar machen.

Dirigentenwechsel beim 8. Akademiekonzert am 23. und 24. Juni
Die Dirigentin des 8. Akademiekonzerts, Anna Rakitina, muss ihr Engagement krankheitsbedingt leider absagen. Wir wünschen ihr eine rasche Genesung und freuen uns zugleich sehr, dass Kerem Hasan kurzfristig das Dirigat im Mozartsaal übernimmt. Der britische Dirigent gehört zu den vielversprechendsten Talenten seiner Generation. Internationale Erfahrung sammelte er u. a. mit dem Concertgebouworkest, dem London Symphony Orchestra, dem SWR Symphonieorchester und dem Toronto Symphony Orchestra. Von 2019 bis 2023 war er Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. 

Wir sind dankbar, mit Kerem Hasan einen erfahrenen und musikalisch profilierten Künstler für diese kurzfristige Übernahme gewonnen zu haben – und laden Sie herzlich ein, ihn im 8. Akademiekonzert live zu erleben.
© Marco Borggreve
Kerem Hasan gilt als einer der vielversprechendsten jungen britischen Dirigenten. 2017 gewann er den renommierten Young Conductors Award bei den Salzburger Festspielen und war von 2019 bis 2023 Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. 

In der Saison 2024/25 dirigiert er u. a. das Danish National Symphony Orchestra, die Dresdner Philharmonie, das Staatsorchester Stuttgart und das City of Birmingham Symphony Orchestra. Debüts führen ihn zum Residentie Orkest, Antwerp Symphony Orchestra, Izmir State Symphony Orchestra und Orchestre symphonique de Québec. 

Im Opernbereich leitete er u. a. Carmen und Così fan tutte an der English National Opera, Die Zauberflöte in Glyndebourne, The Rake’s Progress mit Glyndebourne on Tour sowie La forza del destino an der Welsh National Opera. Des Weiteren dirigierte er u. a. das London Symphony Orchestra, das SWR Symphonieorchester, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das Toronto Symphony Orchestra und das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra. 

Er assistierte seinem Mentor Bernard Haitink u. a. beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim Concertgebouworkest und beim Chicago Symphony Orchestra. Kerem Hasan wurde 1992 in London geboren und studierte Dirigieren am Royal Conservatoire of Scotland sowie bei Johannes Schlaefli an der Zürcher Hochschule der Künste.
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