Nachgefragt: Alfredo Perl begegnet Mozarts Klavierkonzert Nr. 24

Für unser 7. Akademiekonzert am 11. und 12. Mai ist der chilenische Pianist Alfredo Perl im Rosengarten Mannheim zu Gast. Gemeinsam mit dem Nationaltheater-Orchester Mannheim interpretiert er Klavierkonzert Nr. 24 – ein Werk, das innerhalb von Mozarts Klavierkonzerten eine besondere Stellung einnimmt. Im Vorfeld des Konzerts gewährte Alfredo Perl Einblicke in seine Sicht auf dieses besondere Stück.

“Meine Bekanntschaft mit diesem Konzert begann lange bevor ich an eine Karriere überhaupt denken konnte”
Alfredo Perl
Herr Perl, das c-Moll-Konzert KV 491 von Wolfgang Amadeus Mozart gilt als eines seiner dramatischsten Werke – was fasziniert Sie persönlich an diesem Stück?

Mich hat schon immer der sehr persönliche, subjektive Ton dieser Musik fasziniert, der schon auf die Romantik vorgreift. Und besonders im letzten Satz finde ich die vielen harmonischen Wendungen und die emotionalen Facetten, die zu Tage kommen, besonders bemerkenswert. Und dann natürlich die Eigenschaften, die es mit anderen Klavierkonzerten von Mozart gemein hat, wie z. B. sein grenzenloser Erfindungsreichtum und die Perfektion in der Gestaltung der musikalischen Sprache.

Wie gestalten Sie den Dialog zwischen Klavier und Orchester in diesem Konzert, besonders in den dunkleren, spannungsgeladenen Passagen?

Dieser Dialog muss auf jeden Fall gemeinsam gestaltet werden, und da kommt es darauf an, dass jeder Part in seinem Charakter deutlich herausgearbeitet wird. Der Klavierpart ist in diesem Konzert teilweise in die Textur des Orchester hineingewoben, stellt aber mitunter auch einen Kontrast zur Dramatik des Orchesters her. Und dann ist da noch der kammermusikalischen Dialog mit den Bläsern im zweiten Satz. All dies zu zusammen anzugehen ist eine dankbare Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.
Wie hat sich Ihre Sicht auf dieses Werk im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Meine Bekanntschaft mit diesem Konzert begann lange bevor ich an eine Karriere überhaupt denken konnte. In meiner Kindheit hörte ich es oft und war schon damals besonders von der ruhigen, sanglichen und sanften Melancholie des zweiten Satzes betört. Später fühlte ich mich immer von der Nähe des ersten Satzes zum "Beethovenschen c-Moll" angezogen, und die Düsterheit des dritten Satzes erschloss sich mir erst viel später. Ich fühle, dass sich meine Sicht auf das Konzert später im Laufe meiner Karriere nicht grundsätzlich verändert hat, sondern es hat eher eine Verlagerung der Schwerpunkte gegeben. Anfangs stand für mich eher das Aufgeregt-Aufwühlende im Vordergrund, später das Lyrische, und heute versuche ich, dass die verschiedenen Elemente ein Gleichgewicht finden.
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