• 06. Jun 2021, 17 Uhr
  • Opernhaus, Nationaltheater Mannheim
  • Joseph Bastian
  • Dirigent
  • Benedict Kloeckner
  • Violoncello
  • Richard Strauss (1864–1949)
  • Serenade für 13 Blasinstrumente Es-Dur op. 7

  • Antonín Dvořák (1841–1904)
  • Bläserserenade d-Moll op. 44

  • Friedrich Gulda (1930–2000)
  • Konzert für Violoncello und Blasorchester

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© Astrid Ackermann

Joseph Bastian

Dirigent

Joseph Bastians spontaner Einspringer als Dirigent beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks geriet 2016 zur Sensation – der Posaunist des BR überzeugte am Pult auf ganzer Linie und hat seitdem eine steile Dirigentenkarriere hingelegt: Nach Assistenzen bei Mariss Jansons und Daniel Harding gastiert Joseph Bastian inzwischen bei großen Orchestern wie den Bamberger Symphonikern, dem SWR Symphonieorchester oder der Dresdner Philharmonie …

© Marco Borggreve

Benedict Kloeckner

Violoncello

„Erzähler, Pantomime, Schauspieler, Botschafter“, so schwärmte der Mannheimer Morgen beim letzten Auftritt des Ausnahmecellisten Benedikt Kloeckner mit dem NTO – klingt nach dem richtigen Mann für Friedrich Guldas unkonventionelles Konzert für Cello und Blasorchester!

Noch vor Erreichen des Abiturs ist der junge Richard Strauss als Komponist schon bei seinem Opus 7 angekommen: der Serenade für 13 Blasinstrumente Es-Dur. Ein Jugendwerk, das die klassische Form bewahrt und immer wieder ehrfurchtsvoll in Richtung des von Strauss so vergötterten Mozart blinzelt. Aber die verblüffende Virtuosität des Siebzehnjährigen im Umgang mit den vielen verschiedenen Klangfarben der Bläser gibt schon mal den Blick frei auf den großen Orchesterzauberer, der er bald sein wird …

Mozart und seine genialen Bläserserenaden waren auch für Antonín Dvořák eine große Inspiration – ein kleines Zeitreisespiel unternimmt er in seiner herzbewegenden Serenade d-Moll op. 44, wirft mal eben Perücke und Bratenrock über und fühlt sich in die zu seiner Zeit eher altertümliche Form der Serenade ein. Wobei dann neben Mozarts Geist natürlich auch die böhmische Seele ein Wörtchen mitzureden hat, und kein kleines – immer wieder weht die böhmische Volksmusik mit ihren Tanzrhythmen vorbei, und das Finale mündet in einem rauschenden Volksfest …

Friedrich Gulda, dieser sehr wienerische Querdenker und geniale Pianist, schimpfte gern und angelegentlich auf die „vernagelten Klassik-Trottel“, auf die Hochkultur überhaupt, auf Österreich im Allgemeinen und Wien und Salzburg im Besonderen. Aber Gulda schimpfte nicht nur, er lieferte auch Vorschläge, wie es anders gehen könnte: Rock, zünftige Blaskapelle, Bigband-Sound, und dazwischen ein Violoncello, das sich munter durch alle möglichen Stile zwischen Klassik, Volksmusik, Dissonanz und Jazz groovt – Friedrich Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester macht, wo immer es aufgeführt wird, Publikum und Musiker froh.

Zusammen mit dem Nationaltheater Mannheim organisiert die Musikalische Akademie seit 2016/17 das Konzertformat der Kammerakademien. In einem quasi kammermusikalischen Rahmen werden dabei Werke abseits der gängigen Konzertrepertoires in den Fokus gestellt. Gemeinsam mit namhaften Dirigenten und Instrumentalisten sollen Impulse historisch informierter Aufführungspraxis fruchtbar gemacht werden, um so immer neue Ausdrucksmöglichkeiten zu erschließen.