• 29. Jun 2020, 20 Uhr
  • 30. Jun 2020, 20 Uhr
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Rafał Blechacz
  • Klavier
  • Alexander Soddy
  • Dirigent
  • Frédéric Chopin (1810–1849)
  • Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11

  • Sidney Corbett (* 1960)
  • Uraufführung einer Auftragskomposition der Musikalischen Akademie
  • Ludwig van Beethoven (1770–1827)
  • Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60

© Marco Borggreve

Rafał Blechacz

Klavier

Als junger Pianist machte Rafał Blechacz von sich reden, als er bei dem Warschauer Chopin-Wettbewerb nicht nur mit dem begehrten ersten Preis ausgezeichnet wurde, sondern auch die Preise für das Klavierkonzert, die Polonaise, Mazurka und Sonate abstaubte. Seit diesem Rekordverdächtigen Erfolg ist der Pianist weltweit gefragt – und kehrt trotzdem am liebsten in sein Heimatstädtchen Nakło nad Notecią zurück, wo Nachbarn und Spaziergänger seit Jahren innehalten, wenn umwerfende Klavierklänge aus seinem Fenster und über die Felder schweben …

© Stefano Lunardi

Alexander Soddy

Dirigent

Im Gegensatz zur Eroica und zur Schicksalssymphonie besticht Beethovens Vierte, die sich ganz ohne Beinamen oder erkennbare Programmatik präsentiert, mit einer nach innen gekehrten Komplexität. Subtile dynamische Effekte, zart ausgearbeitete Melodiebögen – es scheint, als entfalte Beethovens Instrumentationspoesie gerade in dieser innigen Meditation ihre volle Wirkung. Ein würdiger Abschluss der Saison, dachte sich GMD Alexander Soddy: eben Beethoven pur.

Chopins erstem Klavierkonzert war Blechacz schon als Kind verbunden: ein wahres Virtousenwerk, das von wirbelnden Oktavläufen, kraftvollen Akkordpassagen und einer sich schier endlos fortspinnenden Melodie charakterisiert ist. Der dritte Satz schlägt mit dem tänzerischen Krakowiak nationalstolze Töne an – 1830, so kurz vor dem Novemberaufstand, dessen Scheitern Chopin schweren Herzens dazu veranlassen wird, der belagerten Heimat den Rücken zu kehren. Doch all das kommt später: Auf eine Reise durch das leidenschaftliche und stellenweise etwas düstere Gemüt seines polnischen Landsmanns will Blechacz mit diesem Klavierkonzert entführen.

Sidney Corbett wollte schon lange ein Werk eigens für die Musikalische Akademie komponieren: In dieser Spielzeit ist es nun endlich so weit! Gebürtig aus Chicago, promovierte Corbett in Musik und Philosophie an der Yale University, bevor es für sein Kompositionsstudium weiter nach Hamburg ging. Wer ihn dort unterrichtete? Kein Geringerer als György Ligeti. Seit 2006 ist Corbett in Mannheim verwurzelt, wo er als Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Komponisten der jungen Generation fördert. Seine Musik kombiniert „konstruktive Logik mit einer atmosphärischen Magie“ und gilt als „asketisch und sinnlich zugleich“; Texte von Fernando Pessoa, Roland Barthes und Paul Klee dienten ihm in der Vergangenheit als Inspiration. Welcher Idée fixe sich der begnadete Atmosphäriker in seiner neuen Komposition wohl annehmen wird? Man darf gespannt sein!

 

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.