• Montag, 01. Jul. 2019, 20 Uhr
  • Dienstag, 02. Jul. 2019, 20 Uhr
  • Rosengarten
  • Frank Peter Zimmermann
  • Violine
  • Alexander Soddy
  • Dirigent
  • Oscar Strasnoy (*1970)
  • Uraufführung einer Auftragskomposition der Musikalischen Akademie
  • Bohuslav Martinů (1890–1959)
  • Violinkonzert Nr. 2 g-Moll

  • Antonin Dvořák (1841–1904)
  • Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 Aus der Neuen Welt

© Irène Zandel

Frank Peter Zimmermann

Violine

Einst trat er als musikalisches Wunderkind bei Anneliese Rothenberger an, heute ist Frank Peter Zimmermann einer der größten Geiger unserer Zeit, ein Zen-Meister der mühelosen Konzentration und tiefgründigen Klangmagie. Nach Mannheim kommt er mit Musik des 20. Jahrhunderts, Bohuslav Martinůs lyrischem Konzert e-Moll, das, so Zimmermann, „… klingt, wie wenn Dvořák im 20. Jahrhundert ein Violinkonzert komponiert hätte“.

© Gerard Collett

Alexander Soddy

Dirigent

In die unendlichen Weiten von Dvořáks berühmtestem Werk, der Symphonie „Aus der Neuen Welt“, brechen dann im Anschluss Alexander Soddy und das NTO auf …

Oscar Strasnoys großer Verdienst als zeitgenössischer Komponist ist es, das schon tot und begraben geglaubte Genre der Operette in die Neue Musik hinübergerettet zu haben. Auch sonst kennt der in Argentinien geborene Strasnoy keine Vorurteile in Sachen Musik, vertont William Faulkner zur Oper, Kafka zur Kantate und komponiert konsequent anachronistisch veritable Liederzyklen … Auf Strasnoys Ideen für die Musikalische Akademie Mannheim, die ein neues Werk für Orchester bei ihm in Auftrag gegeben hat, darf man freudig gespannt sein!

Es war der große Geiger Mischa Elman, der sich bei einem Bostoner Konzert in die Musik des Emigranten Bohuslav Martinů verliebte – und daraufhin umgehend das Violinkonzert g-Moll bei diesem bestellt hat. Martinů hat da schon eine lange Lebensreise hinter sich: Geboren als Sohn eines Turmwächters in Ostböhmen, später Geiger bei der Tschechischen Philharmonie Prag, durchgebrannt nach Paris zu den Impressionisten, geflohen vor den Nazis in die USA … klar, dass sich aus so einer Biographie ein ganz besonderer musikalischer Tonfall entwickelt – mit der Sehnsucht nach der alten böhmischen Heimat als heimlichem Grundrauschen.

Böhmens und Mährens Landschaften, ihre Melodien und Tänze, gehörten untrennbar zu Antonín Dvořáks Kunst und zu seinem Wesen. So kommt es, dass in der grandiosen Symphonie, die er in Amerika und für Amerika komponiert hat, Böhmen wie eine geheime Melodie mitläuft. Zwar wollte Dvořák in seiner Neunten, der Symphonie „Aus der Neuen Welt“, einen neuen, „amerikanischen“ Klang erfinden, er jongliert mit exotischen Tonarten und fremdartig-schlichten Eingeborenen-Melodien – und doch reitet der große Indianerführer Hiawatha zum Englischhorn durch eine Prärie, die ebenso gut ein saftig grünes Tal in Böhmen sein könnte …

Musiker zum Anfassen findet im Anschluss an jedes Konzert in der Lounge des Rosengartens statt. Suchen Sie das Gespräch mit den MusikerInnen, die eben noch für Sie gespielt haben, und lassen Sie den Tag, bewirtet von der Gastronomie des Dorint, bei Jazz live ausklingen.