• 20. Apr 2020, ENTFÄLLT
  • 21. Apr 2020, ENTFÄLLT
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Roberto Rizzi Brignoli
  • Dirigent
  • Herbert Schuch
  • Klavier
  • Franz Schubert (1797–1828)
  • Ouvertüre zu Die Zauberharfe D 644

  • Franz Schubert (1797–1828)
  • Zwischenaktmusiken aus Rosamunde D 797

  • Franz Schubert (1797–1828)
  • Symphonie Nr. 4 c-Moll D 417

  • Franz Liszt (1811–1886) / Franz Schubert (1797–1828)
  • Fantasie C-Dur op. 15 D 760 Wandererfantasie

Roberto Rizzi Brignoli

Dirigent

ABSAGE: Leider muss das 6. Akademiekonzert ersatzlos ausfallen. Weitere Infos finden Sie hier.

Aufgrund des unerwarteten Verlusts unseres ehemaligen Generalmusikdirektors Friedemann Layer übernimmt Robert Rizzi Brignoli die musikalische Leitung des 6. Akademiekonzerts. Dieses wird Friedemann Layer gewidmet.

Roberto Rizzi Brignoli ist ein international tätiger Dirigent für Oper und Konzert, der regelmäßig an den größten Häusern der Welt gastiert. Am Mailänder Giuseppe-Verdi-Konservatorium studierte er Klavier, Komposition und Orchesterleitung. Zum internationalen Durchbruch verhalfen ihm die erfolgreichen Produktionen von Gaetano Donizettis Lucrezia Borgia sowie Francesco Cileas Adriana Lecouvreur am Mailänder Teatro alla Scala.

Während sein Schwerpunkt insbesondere auf dem italienischen Repertoire liegt – in der Metropolregion Rhein-Neckar hat sich Rizzi Brignoli durch seine Erfolge mit Giuseppe Verdis Trovatore am Nationaltheater Mannheim profiliert –, bewegt er sich mit großer Stilsicherheit auch durch die klassische und romantische Epoche.

© Felix Broede

Herbert Schuch

Klavier

Für die selten aufgeführte Wandererfantasie hat sich die Musikalische Akademie mit dem Pianisten Herbert Schuch einen ausgewiesenen Schubert-Spezialisten mit ins Boot geholt: Hier kommen Liebhaber garantiert auf ihre Kosten!

Schuch erregte internationales Aufsehen, als er innerhalb eines Jahres drei bedeutende Wettbewerbe für sich entscheiden konnte, unter anderem den Internationalen Beethoven Klavierwettbewerb Wien. Neben seiner regen Konzerttätigkeit setzt er sich außerdem bei „Rhapsody in School“ für die Vermittlung klassischer Musik in Schulen ein.

Schubert hatte zeitlebens Schwierigkeiten, sich als Komponist von Opernmusik zu etablieren, und auch die Auftragsmusik zu Helmina von Chézys romantischem Schauspiel Rosamunde, Fürstin von Zypern fiel bei ihrer Wiener Premiere durch. Dabei wurde nicht nur das Libretto verlacht, es hakte auch an der dramaturgischen Umsetzung, und Schubert selbst hatte seine Kompositionsarbeit so kurzfristig begonnen, dass vor der Uraufführung Zeit für nur noch einen Probendurchlauf blieb! Trotz allem wollte Rosamunde ihm noch nicht ganz aus dem Kopf gehen: Einer neuen, überarbeiteten Version stellte er später die Zauberharfen-Ouvertüre voran, die seitdem als Rosamunde-Ouvertüre bekannt ist.

Bereits in jungen Jahren plagte Schubert der Innovationsdruck: „Zuweilen glaube ich wohl selbst im Stillen, es könne etwas aus mir werden, aber wer vermag nach Beethoven noch etwas zu machen?“ Die Tragische, die Schubert im zarten Alter von gerade mal 19 Jahren aufs Papier brachte, scheint ganz unter diesem Eindruck zu stehen. Zum ersten Mal komponierte er eine Symphonie in Moll, genau genommen dem schicksalsträchtigen c-Moll, um sich dem beethovenschen Paradigma in einer musikalischen Auseinandersetzung zu stellen.

„Der Teufel soll dieses Zeug spielen!“ Mit diesen Worten soll Schubert, der selbst kein begnadeter Pianist war, bei der Aufführung seiner Wandererfantasie kapituliert haben. Kein Wunder: In den wirbelnden Arpeggien und der anspruchsvollen Oktavarbeit sah Robert Schumann „ein ganzes Orchester in zwei Händen“. Auch der junge Franz Liszt war hingerissen von den Möglichkeiten des wenig beachteten Originals und schrieb knapp dreißig Jahre nach dessen Entstehung eine Fassung für Klavier und Orchester, in der Schuberts ambitionierte musikalische Ideen nicht nur liebevoll resümiert, sondern mit einem Ausrufezeichen versehen werden.