• 08. Feb 2021, 20 Uhr
  • 09. Feb 2021, 20 Uhr
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Ariane Matiakh
  • Dirigentin
  • Tanja Tetzlaff
  • Violoncello
  • Michail Glinka (1804–1857)
  • Kamarinskaya

  • Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
  • Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 107

  • Sergej Rachmaninow (1873–1943)
  • Die Toteninsel op. 29

  • Modest Mussorgski (1839–1881)
  • Eine Nacht auf dem kahlen Berge

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© Marco Borggreve

Ariane Matiakh

Dirigentin

Ein Konzertabend „à la Russe“: Ariane Matiakh hat weder Angst vor musikalischen Emotionen noch vor fliegenden Genre-Wechseln, die Französin dirigiert Oper, Symphonie oder Ballett mit gleicher konzentrierter Begeisterung, steht seit Jahren bei den großen Orchestern am Pult und wird als eine der interessantesten Dirigentinnen ihrer Generation gefeiert.

© Giorgia Bertazzi

Tanja Tetzlaff

Violoncello

„Man sammelt Gefühle im Leben“, sagt auch die Ausnahmecellistin Tanja Tetzlaff, und diese Gefühle finden sich in ihrem Spiel wieder, ob sie nun verinnerlicht Bach spielt oder eine Musik der starken Kontraste wie die Schostakowitschs.

Aus dem alten russischen Volkstanz Kamarinskaya hat Michail Glinka ein Orchesterstück gemacht, das seither als Urknallereignis der russischen Klassik gilt: Pjotr Tschaikowski ging gar so weit, zu sagen, dass aus Kamarinskaya die gesamte russische Schule gewachsen sei, so wie ein prachtvoller Eichenbaum aus einer Eichel wachse …

Im Spätsommer 1959 bringt Dmitri Schostakowitsch innerhalb kürzester Zeit sein Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur zu Papier. Für den wohl größten Cellisten des 20. Jahrhunderts, Mstislaw Rostropowitsch, hat er sie geschrieben, diese oft hochdramatische, zwischen Schroffheit und Groteske, Irritation und sphärischen Klängen changierende Musik, in der Schostakowitsch sich in ironischen Zitaten einmal mehr mit seinem Trauma Stalin auseinandersetzt …

Unheimlich leuchtende Felsen, nachtschwarze Zypressen, Wolkenberge im Hintergrund, auf dem Wasser eine gespenstische, weiß verhüllte Gestalt in einem Boot – was für ein Bild! Aber Arnold Böcklins Gemälde wurde eigentlich erst durch Sergej Rachmaninow wirklich vollständig: Rachmaninows Tondichtung Die Toteninsel op. 29 ist ein nicht ganz geheures Orchesterstück, das sowohl das innere Leuchten der Szenerie als auch ihre magnetisch anziehende Finsternis hörbar macht … Großes Romantik-Kino!

Und noch mehr Schauerromantik im Kinoformat: Das unheimliche Treiben sinistrer Zauberer und Hexen in der Walpurgisnacht hat Modest Mussorgski in seinem Orchesterstück Eine Nacht auf dem kahlen Berge eingefangen, das mit seinen drohenden Bläsereffekten, den Crescendi und viel schauerlich wirbelnder Luft unheimlicher von der Gegenwart des Bösen erzählt, als das Worte und Bilder je könnten …

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.