• ERSATZTERMINE FOLGEN
  • Ingo Metzmacher
  • Dirigent
  • Amihai Grosz
  • Viola
  • Kurt Weill (1900–1950)
  • Kleine Dreigroschenmusik für Blasorchester

  • Paul Hindemith (1895–1963)
  • Der Schwanendreher

  • Ludwig van Beethoven (1770–1827)
  • Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21

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© Harald Hoffmann

Ingo Metzmacher

Dirigent

Ingo Metzmacher, gefragter Gast bei den bedeutendsten Orchestern weltweit, ist immer wieder gern in Mannheim – und sein Programm spiegelt seine künstlerische Vision: „Neues hörbar und Bekanntes hörbar neu zu machen.“

© Felix Rettberg

Amihai Grosz

Viola

Amihai Grosz, Solobratschist der Berliner Philharmoniker, ist, wie einst Paul Hindemith, auch ein hingebungsvoller Kammermusiker und damit just der Richtige für Hindemiths fein besetztes Meisterwerk.

Mit der 1928 im Berliner Theater uraufgeführten Dreigroschenoper legten Kurt Weill und Bertolt Brecht eine Punktlandung hin, die ihnen quasi über Nacht Weltruhm verschaffte. Und das ganz zurecht, denn das Werk hat es in sich: Brechts scharfzüngige Kritik des Weimarer Kapitalismus trifft auf Weills Persiflage der großen romantischen Operntradition, und damit den Geist der Zeit. Die Musik ist ein rauschendes Potpourri voll augenzwinkernder Melodien, die das Jazzkolorit und die Tanzrhythmen des Berliner Nachtlebens in sich vereinen. Im 3. Akademiekonzert 2020/21 dirigiert Ingo Metzmacher die Kleine Dreigroschenmusik für kleines Orchester – auf die Klangfarben von Saxophon, Bandoneon, Banjo und Gitarre darf man jetzt schon gespannt sein!

Paul Hindemiths Konzert für Bratsche und Orchester von 1935 ist eine durchaus altdeutsche Angelegenheit – die einzelnen Sätze basieren auf einigen sehr alten Volksliedern wie eben dem titelgebenden Der Schwanendreher. „Völkisch“ im Sinne der Nazis war das nicht gemeint, Mitte der Dreißigerjahre hatte Hindemith schon jede Menge Ärger mit dem Regime und Auftrittsverbot. „Ein Spielmann“, so beschreibt Hindemith seine Grundidee für das Konzert, „kommt in frohe Gesellschaft und breitet aus, was er aus der Ferne mitgebracht hat … Nach Einfall und Vermögen erweitert und verziert er als rechter Musikant die Weisen, präludiert und fantasiert …“

1800 feiert Beethoven am Wiener Hofburgtheater erste symphonische Erfolge. Die Uraufführung seiner Ersten stand unter keinem guten Stern, das Orchester soll in jämmerlicher Verfassung gewesen sein. Glücklicherweise ließen sich die Wiener davon die Laune nicht verderben – und zogen den Hut vor Beethovens Erstling, der seitdem in aller Welt geschätzt und bewundert wird. Es ist ein Werk von gewohnt großem Format, in dem die Vorbilder Mozart und Haydn noch deutlich zu spüren sind. Trotzdem erlaubt sich die „ungebändigte Persönlichkeit“ auch hier schon eine kleine Provokation, und beginnt, in typisch kühner Beethoven-Manier, mit einer Dissonanz. Könnte es etwas Schöneres geben, um 250 fantastische Jahre Beethoven zu feiern?