• 14. Dez 2020, 20 Uhr
  • 15. Dez 2020, 20 Uhr
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Ingo Metzmacher
  • Dirigent
  • Amihai Grosz
  • Viola
  • Engelbert Humperdinck (1854–1921)
  • Vorspiel zu Hänsel und Gretel

  • Paul Hindemith (1895–1963)
  • Der Schwanendreher

  • Alexander von Zemlinsky (1871–1942)
  • Die Seejungfrau

Mehr Info

© Harald Hoffmann

Ingo Metzmacher

Dirigent

Einen auf den ersten Blick ganz märchenhaft-nostalgischen Abend präsentiert Ingo Metzmacher hier, der aber mit Zemlinsky und Hindemith auch gleich zwei Wegbereiter der Moderne ins Bild rückt. Metzmacher, gefragter Gast bei den bedeutendsten Orchestern weltweit, ist immer wieder gern in Mannheim – und sein Programm spiegelt seine künstlerische Vision: „Neues hörbar und Bekanntes hörbar neu zu machen.“

© Felix Rettberg

Amihai Grosz

Viola

Amihai Grosz, Solobratschist der Berliner Philharmoniker, ist, wie einst Paul Hindemith, auch ein hingebungsvoller Kammermusiker und damit just der Richtige für Hindemiths fein besetztes Meisterwerk.

Im Jahr 1894 hat Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel unter Leitung des aufstrebenden Kapellmeisters Richard Strauss in Weimar Premiere. Diese heimelige Stilmixtur aus Wagner und Volkslied würde ein Knüller werden, das wusste Strauss – und hat recht behalten. Bis heute wird Hänsel und Gretel von Groß und Klein zärtlich geliebt, nicht nur zur Adventszeit. Das Vorspiel erzählt das Märchenspiel schon einmal in Kurzform, wobei es, wie Humperdinck schreibt, „etwas lärmend“ zugehe, aber das dürfe es auch, man sei ja schließlich unter Kindern …

Paul Hindemiths Konzert für Bratsche und Orchester von 1935 ist eine durchaus altdeutsche Angelegenheit – die einzelnen Sätze basieren auf einigen sehr alten Volksliedern wie eben dem titelgebenden Der Schwanendreher. „Völkisch“ im Sinne der Nazis war das nicht gemeint, Mitte der Dreißigerjahre hatte Hindemith schon jede Menge Ärger mit dem Regime und Auftrittsverbot. „Ein Spielmann“, so beschreibt Hindemith seine Grundidee für das Konzert, „kommt in frohe Gesellschaft und breitet aus, was er aus der Ferne mitgebracht hat … Nach Einfall und Vermögen erweitert und verziert er als rechter Musikant die Weisen, präludiert und fantasiert …“

Es ist eines der herrlichsten Orchesterstücke des Fin de Siècle – und ein Bekenntniswerk: In seiner symphonischen Dichtung Die Seejungfrau schöpft Alexander von Zemlinsky aus seiner großen Empathie für Außenseiter und Ausgestoßene eine in allen Farben funkelnde Musik, die Hans Christian Andersens Märchen von der traurigen kleinen Nixe, die die Sehnsucht nach der menschlichen Liebe an die Meeresoberfläche treibt, anrührend erzählt.

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.