• 16. Dez 2019, 20 Uhr
  • 17. Dez 2019, 20 Uhr
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Marek Janowski
  • Dirigent
  • Anna Vinnitskaya
  • Klavier
  • Sergei Prokofjew (1891–1953)
  • Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 16

  • Johannes Brahms (1833–1897)
  • Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98

© Felix Broede

Marek Janowski

Dirigent

Marek Janowski, dessen Interpretationen von Wagner, Strauss, Bruckner und Brahms weltweit höchstes Ansehen genießen, kehrt immer gern zum NTO zurück.

© Marco Borggreve

Anna Vinnitskaya

Klavier

Mitgebracht hat der Altmeister seine Wunschsolistin Anna Vinnitskaya, deren breites Repertoire von Bach bis Gubaidulina reicht. Die besondere Liebe der Klaviervirtuosin gilt jedoch den großen Russen wie Rachmaninow, Schostakowitsch und Prokofjew: „Wenn ich russische Musik spiele oder einstudiere, dann dauert es bei mir normalerweise nicht so lang, die Musik zu verstehen und zu lernen. Ich habe dann einfach Glück, dass mir diese Musik im Blut liegt.“

Was heute als eines der spieltechnisch anspruchsvollsten Werke im Klavier-Repertoire gilt, war für das Publikum des frühen 20. Jahrhunderts eine einzige Überforderung – „Haarsträubend“, resümierte ein Kritiker nach der Premiere des 1913 uraufgeführten Klavierkonzertes Nr. 2; das Publikum sei geradezu vor Schrecken erstarrt! Den jungen Prokofjew interessierte das wenig: Auf Kriegsfuß mit der konservativen Konzertpraxis, schrieb er ein kompositorisch-experimentelles Klavierwerk, das vor Raffinesse und rasanten Geistesblitzen geradezu strotzt.

Ewig gestrig? Weit gefehlt! In seinem berühmt gewordenen Aufsatz „Brahms, der Fortschrittliche“ rückt Schönberg das Bild des angestaubten Brahms wieder gerade: „Brahms, der Klassizist, der Akademiker, war ein großer Neuerer, ja, tatsächlich ein großer Fortschrittler im Bereich der musikalischen Sprache.“ In seinen Werken sah Schönberg eine „wagemutige“, ja gar „bizarre“ Fantasie voll ungewöhnlicher Melodiefindungen. Auch die Vierte, dieses letzte große brahmssche Meisterwerk, ist mit außergewöhnlichen musikalischen Einfällen gespickt und steht im Zeichen der permanenten Variation. Ausgeziert von einer eleganten motivischen Arbeit, setzt das temperamentvolle Finale seinem zukunftsweisenden Œuvre die Krone auf – und zeigt aufs Lebendigste, weshalb Brahms bei den Akademiekonzerten seit jeher hoch im Kurs steht!

 

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.