• 15. Nov 2020, 18 Uhr
  • 16. Nov 2020, 17:30 Uhr
  • 16. Nov 2020, 20:30 Uhr
  • 17. Nov 2020, 17:30 Uhr
  • 17. Nov 2020, 20:30 Uhr
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Alexander Soddy
  • Dirigent
  • Radek Baborák
  • Horn
  • Franz Schreker (1878–1934)
  • Kammersymphonie

  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
  • Konzert für Horn und Orchester Nr. 3 Es-Dur KV 447
    Symphonie Nr. 35 D-Dur KV 385 Haffner-Symphonie

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© Christian Kleiner

Alexander Soddy

Dirigent

Mannheims GMD Alexander Soddy und die Musikalische Akademie haben für diese Spielzeit wieder Solisten von internationalem Rang eingeladen …

© Lucie Cermáková

Radek Baborák

Horn

Mit achtzehn wurde Radek Baborák Solohornist der Tschechischen Philharmonie, weitere Stationen waren München, Bamberg und schließlich die Solostelle bei den Berliner Philharmonikern – aber seit zehn Jahren ist Baborák solistisch unterwegs und spielt sein ungewöhnlich breites Repertoire mit bedeutenden Orchestern und Maestri wie Daniel Barenboim, Seiji Ozawa oder Neeme Järvi.

„Brausend, erschütternd, flammend, ruhelos; ein Greifen und Haschen nach fliehenden Dingen …“ Diese Notiz aus Franz Schrekers Erinnerungen gibt Aufschluss nicht nur über den Menschen, dessen Schicksal als Jude schon in den Zwanzigern von harten Rückschlägen geprägt war, sondern vor allem auch über den (heute eher wenig beachteten) Komponisten. Um die Jahrhundertwende feierten Schrekers Opern zumindest große Erfolge und wiesen, trotz ihrer Anleihen bei dem Französischen Impressionismus, schon deutlich progressive Züge auf. Auch Schrekers mit 23 Soloinstrumenten besetzte Kammersymphonie – darunter Harfe, Celesta, Harmonium und Klavier – ist geprägt von harmonischer und motivischer Ambivalenz. Eine rätselhafte, quecksilbrige Komposition, die sich in jedem Takt neu zu erfinden scheint … Diese Musik will man wieder und wieder hören.

„Wolfgang Amadé Mozart hat sich über den Leitgeb, Esel, Ochs und Narr erbarmt zu Wien 27. Mai 1783.“ Derbe Späße erlaubt man sich doch am liebsten mit Freunden: Joseph Leutgeb, Salzburger Hornist und Auftraggeber der vier Mozart’schen Hornkonzerte, wird sich wenig aus dieser unflätigen Ansprache gemacht haben. Die Autographe sprühen vor kleinen Gemeinheiten wie dieser („Triff wenigstens einen Ton davon, verdammt nochmal!“) – und stehen nur in scheinbarem Gegensatz zu der umwerfenden Musik, die Mozart für seinen Kindheitsfreund geschrieben hat. Leutgeb muss ein fantastischer Hornist gewesen sein – bis 1820 hatte das Horn keine Ventile, der ausführende Interpret musste mit Naturtönen und Spieltechniken wie dem Stopfen kompensieren. Vielleicht bereitete es Mozart gerade deshalb so viel Freude, Leutgeb mit spieltechnisch äußerst anspruchsvollen Passagen zu piesacken. Das Hornkonzert Nr. 3, in dem Klarinetten und Fagotte in einen vergnügten Austausch mit dem Soloinstrument treten, ist bei Radek Baborák mit seinem wunderbar warmen Klang gut aufgehoben.

Zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder in den Akademiekonzerten: die Haffner-Symphonie KV 385! In diesem Meisterwerk aus Mozarts Feder sind die Streicher gefragt – und wie er sie in seiner furiosen ersten Wiener Symphonie fordert! In Auftrag gegeben von einer reichen Salzburger Kaufmannsfamilie, wechselt sich ein serenadenhafter Tonfall mit rasenden Sechszehntelläufen ab, die vor Feuer und Temperament nur so sprühen. Unglaublich, dass diese Musik in nur einigen wenigen Tagen entstanden sein soll!