• 11. Nov 2019, 20 Uhr
  • 12. Nov 2019, 20 Uhr
  • Rosengarten, Mozartsaal
  • Alexander Soddy
  • Dirigent
  • Tamara Stefanovich
  • Klavier
  • Thomas Bloch
  • Ondes Martenot
  • Olivier Messiaen (1908–1992)
  • Turangalîla-Symphonie

© Stefano Lunardi

Alexander Soddy

Dirigent

Das Großprojekt Turangalîla mit seinen enormen Anforderungen ist eine Herzensangelegenheit für GMD Alexander Soddy, der nach dem Erfolg mit Benjamin Brittens War Requiem den nächsten nachhaltigen Akzent setzen will – und zwar mit einem der fulminantesten Werke aus Messiaens Repertoire. Das Sanskritwort „Turangalîla“ bedeutet in etwa „Dynamik“ und „Lebenskraft“ – Messiaen, Experte für indische Rhythmen, gab seinem gigantischen Opus diesen Titel und taufte es „Hymne an die Freude“. Für diesen Freudentaumel holt die Musikalische Akademie über hundert Musiker auf die Bühne.

© Marco Borggreve

Tamara Stefanovich

Klavier

Unter anderem die Pianistin Tamara Stefanovich, deren „Mesasiaen von makelloser Präszision und Klarheit“ bestimmt ist (The Guardian), …

© Graigue

Thomas Bloch

Ondes Martenot

… und Thomas Bloch, der Ondes Martenot bei Jeanne Loriod am Pariser Konservatorium studiert hat. Zu ihren Lebzeiten galt Messiaens Schwägerin Loriod als weltweit führende Expertin für das seit 1917 entwickelte Tasteninstrument. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Heute findet ihr Schüler mit der Turangalîla-Symphonie auf den Bestenlisten Erwähnung!

„Modi aller Zeiten und Völker, Vogelgesänge: Überallhin nimmt Messiaen sein kleines Notizbuch mit und notiert, was er hört. Dann geht er heim und ordnet, verwandelt, komponiert seine ‚Objekte‘“. So beschreibt Karlheinz Stockhausen das kompositorische Schaffen Messiaens, der sich auf der Suche nach ungewöhnlichen Vogelrufen auf so einige halsbrecherische Expeditionen über Stock und Stein begeben haben soll. Auch in Turangalîla erfahren seine geliebten Objets trouvés eine unermüdliche Modulation, ob er nun die Nachtigall in der Klavierstimme singen lässt („Jardin du sommeil d’amour“) oder eine Myriade von Vogelrufen für die Tuttisätze instrumentiert. Durch dieses Prinzip der musikalischen Onomatopoesie kreiert Messiaen die schönsten Klangbilder, die mal an eine opulente Menagerie erinnern, dann wieder Assoziationen eines verzauberten Waldes wecken, bei dem hinter jedem knarzenden Ast Düsteres vermutet werden muss. Zusammen mit dem geradezu architektonischen Kalkül seiner Kompositionslogik, den aberwitzigen Tempi, Rhythmen und Tonarten, kulminiert sein zehnsätziger „Liebesgesang“ in einem dionysischen Klangrausch, der seinesgleichen sucht und das Parkett garantiert zum Vibrieren bringen wird.

 

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.