Rezenzion

11. Januar 2017

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Musik, die an Gott glauben lässt

Von Stefan Dettlinger | Mannheimer Morgen

[…] Es kann kein Zufall sein, dass das zum Schluss bejubelte Nationaltheaterorchester in diesem Bruckner – und zuvor auch schon in Wagners „Tristan“-Vorspiel und den Wesendonck-Liedern – extrem gut klingt. Und im Grunde kann es ja auch nur an zwei Dingen liegen: Das Orchester ist nach der Übernahme durch Generalmusikdirektor Alexander Soddy extrem gut in Schuss. Und dann steht da heute ein Mann am Pult, für den der Ausnahmezustand Normalfall zu sein scheint. […] Einmal überlässt er [Janowski] die Musiker ganz sich selbst und fördert so, dass die sich plötzlich viel besser zuhören. Dann aber setzt er wieder energische Akzente wie ein junger Wilder und türmt titanisch eine Klangschicht auf die andere, setzt Klangsäule neben Klangsäule. Janowski dirigiert streng und ziemlich metrisch, dennoch hat die Musik genügend Luft zum Atmen und Strömen – ein Wunder an Kompaktheit, an Kraft und Durchsichtigkeit. […] Janowski und dem Nationaltheaterorchester gelingt – trotz des ein paar mal zu oft instabilen Hörnersounds – eine exemplarische Wiedergabe dieser großartigen Klangarchitektur, die hier etwas Großes, Universales bekommt, weil die Logik der klanglichen Kontraste, der Charaktere und atmosphärischen Schwingungen vollkommen überzeugt. Mit dem liebestödlichen Vorspiel zu Wagners Musikdrama „Tristan und Isolde“ begann der Abend bereits beseelt, berührend und mit einiger Tragik, und besonders der Streicherapparat glänzte hierbei bereits mit einer Emphase und Geschmeidigkeit, die unter die Haut gingen. […]

Konzert
  • Montag 09.
  • Dienstag 10.
  • Januar 2017

4. Akademiekonzert

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