Kammerakademie zum Mannheimer Sommer

  • Donnerstag, 19. Jul. 2018, 20 Uhr
  • Nationaltheater
  • Hervé Niquet
  • Dirigent
  • Opernchor des NTM
  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Symphonie Nr. 39 Es-Dur KV 543

  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Davidde Penitente KV 469
    Kantate nach Texten von Lorenzo da Ponte

© Eric Manas

Hervé Niquet

Dirigent

Opernchor des NTM

Die ungeheure „Trias“ seiner drei letzten – und bedeutendsten – Symphonien komponiert Wolfgang Amadeus Mozart innerhalb weniger Wochen des Jahres 1788, als es ihm so miserabel geht wie vielleicht noch nie in seinem Leben. Er kränkelt, fühlt sich einsam und kämpft mit heftigen Depressionsschüben – von „schwarzen Gedanken“ schreibt er da in einem Brief, die er „mit Gewalt ausschlagen muss“… Und in eben dieser Phase schreibt er dann drei symphonische Werke für die Ewigkeit, in denen jede Sekunde allerhöchste künstlerische Konzentration und verdichtetes Genie ist. Die erste dieser legendären Symphonien-Trias, die Symphonie in Es-Dur KV 543, verbreitet gar über weite Strecken ein derart lebensfrohes, lächelndes Leuchten, dass man ungläubig davorsteht: Diese glückliche, selbstgewisse, heitere Musik soll ein Depressiver geschrieben haben? Hat er, und es beweist nur, dass bei Mozart, vielleicht mehr als bei jedem anderen Komponisten, das Schaffenszentrum eine Zitadelle war, in die keinerlei Trübung und Anfechtung durch äußere Verhältnisse eindringen konnten…
Die Kantate KV 469 Davidde Penitente ist eine sogenannte Kontrafaktur: Den Bußgedanken König Davids in Psalmform mit italienischen Texten (immerhin verfasst von seinem liebsten Partner-in-Crime, Lorenzo da Ponte!) hat Mozart mit teils schon vorhandener Musik aus seiner unvollendeten c-Moll-Messe unterlegt– und seinen aktuellen Lieblingssängern hat er noch schnell die eine oder andere Prachtarie auf den Sängerleib komponiert…