Kammerakademie 2018/19

  • Sonntag, 12. Mai. 2019, 19:30 Uhr
  • Nationaltheater Mannheim
  • Sarah Christian
  • Violine und Leitung
  • Julien Heichelbech
  • Viola
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
  • Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477

  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
  • Sinfonia concertante Es-Dur für Violine, Viola und Orchester KV 364 (320 d)

  • Franz Schubert (1797–1828)
  • Streichquartett d-Moll Der Tod und das Mädchen D 810 (Fassung für Streichorchester  von Gustav Mahler)

© Giorgia Bertazzi

Sarah Christian

Violine und Leitung

Die schöne Tradition der Kammerakademie wird hier fortgesetzt: ein Konzert im Opernhaus mit einem besonderen Programm, das das Mannheimer Orchester und seine einzigartige Geschichte seit den Tagen der legendären Mannheimer Schule in den Mittelpunkt stellt. Energiebündel Sarah Christian, die junge, vielfach (zuletzt 2017 beim ARD-Wettbewerb) preisgekrönte Geigerin, Publikumsliebling, wo immer sie hinkommt, leitet dieses Konzert und spielt Mozarts Sinfonia concertante Es-Dur

© Marcel Götz

Julien Heichelbech

Viola

zusammen mit Julien Heichelbech, dem 1. Solobratschisten der Musikalischen Akademie Mannheim.

Goethe und John Wayne, Lessing und Clark Gable, Stresemann und Churchill und mindestens die Hälfte aller amerikanischen Präsidenten, sie alle haben eines gemeinsam: Sie waren Freimaurer – wie Wolfgang Amadeus Mozart.

Menschenliebe, Brüderlichkeit, politische und religiöse Toleranz – an diese Ideale hat Mozart geglaubt, und die Gemeinschaft der Logenbrüder war ihm wichtig. Sein schönstes Freimaurer-Werk ist die „Maurerische Trauermusik c-Moll“, ein Epitaph für zwei verstorbene Logenfreunde auf eine alte Melodieformel aus der Gregorianik: dunkel leuchtende Musik, die nicht für die Kirche, aber trotzdem tiefreligiös ist.

Ein Mittelding zwischen Symphonie und Konzert – das ist die Sinfonia Concertante.

In seiner Salzburger Sinfonia concertante Es-Dur nimmt Mozart den Titel beim Wort und lässt alle Beteiligten miteinander ins Gespräch kommen: Der Dialog der zwei Soloinstrumente, Violine und Viola, spiegelt sich im Frage-Antwort-Spiel der Streichergruppen und der Bläser, und besonders im zärtlichen, fast arienhaften Andante-Satz scheinen Geige und Bratsche klanglich zu verschmelzen und erinnern an Rilkes „Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht“.

Dass gerade Gustav Mahler es war, der Franz Schuberts Streichquartett d-Moll D 810 zum Orchesterstück umarbeitete, kann kein Zufall sein: Mahler hat aus seinen eigenen Liedern den unendlichen Kosmos seiner Symphonien gewoben, und sein Lehrmeister darin war niemand anders als Schubert, der als Erster eines seiner Lieder zur Keimzelle einer groß angelegten Komposition machte.

In diesem Quartett d-Moll umspielt er sein als dramatische Szene aufgebautes Lied

„Der Tod und das Mädchen“ im zweiten Satz, aber auch die anderen Teile sind, wie sein Malerfreund Moritz von Schwind schreibt, „von der Art, dass einem Melodie bleibt wie von Liedern, ganz Empfindung und ganz ausgesprochen …“