Sonderkonzert im Opernhaus

  • Montag 29. 20 Uhr
  • Mai 2017, Nationaltheater
  • Stephan Mai
  • Leitung
  • Alina Pogostkina
  • Violine
  • Martin Spangenberg
  • Klarinette
  • Johann Stamitz
  • Symphonie D-Dur op. 3, Nr. 2

  • Carl Philipp Emanuel Bach
  • Symphonie Es-Dur Wq. 179

  • Johann Stamitz
  • Klarinettenkonzert B-Dur

  • Johann Christian Bach
  • Ouvertüre zu Lucio Silla

  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Violinkonzert G-Dur KV 216

© Gert Mothes

Stephan Mai

Leitung

Der Geiger und Dirigent Stephan Mai ist als Mitglied (und Mitbegünder) der Akademie für Alte Musik Berlin ein ausgewiesener Spezialist für das Repertoire der Frühklassik in historischer Auführungspraxis und leidenschaftlicher Musikvermittler.

© www.25stunden.com

Alina Pogostkina

Violine

„Ich möchte etwas erzählen“, sagt Alina Pogostkina über ihr Geigenspiel. Die in Russland geborene, in Heidelberg aufgewachsene Geigerin hat in Berlin bei Antje Weithaas studiert und in den letzten Jahren eine rasante Karriere hingelegt, ohne dabei das „wirkliche Leben“ aus den Augen zu verlieren – sie konzertiert mit Andris Nelsons und Mikhail Pletnev, mit Dudamel oder Hengelbrock und macht Kammermusik mit Steven Isserlis, Menahem Pressler oder Jörg Widmann, sagt aber auch: „Ich versuche, so viel wie möglich vom Leben mitzunehmen.“

Martin Spangenberg

Klarinette

Martin Spangenberg, einst Soloklarinettist der Münchner Philharmoniker unter Celibidache und Levine, ist heute ein international gefeierter Solist und Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

300 Jahre Johann Stamitz!

Mit diesem Programm präsentiert das Nationaltheater-Orchester ein neues Konzertformat: die Kammerakademie.
Das Sonderkonzert findet ungewohnterweise im Opernhaus statt und richtet damit den Blick auf die einzigartige Tradition des Mannheimer Orchesters, das einst als Mannheimer Hofkapelle unter dem Kurfürsten Karl Theodor zur lebenden, klingenden, „Mannheimer Raketen“ zündenden Legende geworden ist. Die Jahrzehnte der Mannheimer Schule im 18. Jahrhundert sind eine der bedeutendsten Phasen europäischer Musikgeschichte, denn die Symphonie hatte ja ein Leben vor Haydn, Mozart und Beethoven, und es fand in Mannheim statt! Vater der konzertanten Symphonie im Mannheimer Stil und der ganz besonderen Mannheimer Orchesterkultur war Johann Stamitz aus Böhmen, angestellt in Mannheim ab 1753.

Unter seiner kreativen Ägide ist der besondere Klang der Mannheimer entstanden, nicht zuletzt, weil alle, die zur Hofkapelle stießen, durch seine Schule gingen. Und so ist diese erste Kammerakademie des NTO ein musikalisches Fest zu Stamitz’ 300. Geburtstag, natürlich mit Werken des Gründervaters im Mittelpunkt: mit einer der wegweisenden stamitzschen Konzertsymphonien und seinem Klarinettenkonzert B-Dur, dem womöglich ersten Klarinettenkonzert überhaupt – dass die Klarinette eine wichtige Stimme im Orchester wurde, war ja eine der großen Errungenschaften der Mannheimer Schule.

Umrahmt werden die Stamitz-Werke von der Musik zweier Zeitgenossen aus der Frühklassik, der Symphonie Es-Dur Wq. 179 von Carl Philipp Emanuel Bach und der Ouvertüre zu Lucio Silla von Johann Christian Bach, der seiner protestantischen Prägung zum Trotz erst katholisch und dann Opernkomponist wurde. Und alle drei waren musikalische Inspiratoren für Wolfgang Amadeus Mozart, der bei seinem Mannheim-Aufenthalt nicht nur im Stamitz-Schüler Cannabich und den anderen Musikern Freunde fürs Leben fand, sondern vor allem unendlich viele musikalische Impulse aus dieser Werkstatt des beseelten Musizierens mitgenommen hat. Das Violinkonzert G-Dur KV 216 stammt aus seiner Zeit als Geiger – Mozart war ja einige Jahre Konzertmeister der Hofkapelle im verhassten Salzburg und komponierte dort zwei Jahre vor seiner Ankunft in Mannheim dieses Konzert, das seine brachliegenden Sehnsüchte verrät: „Die Singkunst nachahmen“ solle die Violine, befand schon sein Vater Leopold in seiner „Gründlichen Violinschule“, und Mozart schrieb ein Konzert für Sängerin mit Orchester …