• Montag, 07. Jan. 2019, 20 Uhr
  • Dienstag, 08. Jan. 2019, 20 Uhr
  • Rosengarten
  • Ingo Metzmacher
  • Dirigent
  • Bedřich Smetana (1824–1884)
  • Mein Vaterland (Má Vlast)

© Harald Hoffmann

Ingo Metzmacher

Dirigent

Das hat Seltenheitswert: Bedřich Smetanas Tondichtungszyklus „Mein Vaterland“ ist im Konzert außerhalb Tschechiens so gut wie nie im Ganzen zu hören … Ingo Metzmacher, Spezialist für musikalische Aktualität und schon in der vergangenen Spielzeit zu Gast in Mannheim, hat Lust, den schönen Riesen aufzuwecken – und wird aus Smetanas nationalstolzen Historienbildern mit Sicherheit jede Menge Gegenwärtiges zutage fördern!

„Má Vlast“, hat Bedřich Smetana seinen gigantischen Zyklus symphonischer Dichtungen genannt,  und das heißt nicht „Meine Heimat“, sondern „Mein Vaterland“. Smetanas musikalische Postkarten, die die Schönheit Tschechiens und seine Geschichte preisen, wollten als politische Botschaft verstanden werden, als Selbstbekenntnis eines Volks, das jahrhundertelang von fremden Mächten beherrscht worden war und gern eine selbstständige Nation sein wollte.

Schon dass Smetanas „Vaterland“ mit dem „Vysehrad“ beginnt, hat insofern programmatischen Sinn. Am Vysehrad, dem Burgberg im Süden Prags, liegt die Keimzelle der tschechischen Nation – die sagenumwobene Fürstin Libussa soll dort von der Gründung einer Stadt geträumt haben, Smetanas Musik zeichnet die lange Geschichte dieses Orts, das triumphale Erstehen der Burg – und ihren Einsturz.

Die „Moldau“, die unten vorbeifließt, hört man im so berühmten zweiten Bild entspringen und mächtig an Fahrt und Melodie gewinnen, darauf folgt „Sarka“ – eine altslawische Amazone, die ihren Geliebten töten lässt – Penthesilea lässt grüßen.

In „Aus Böhmens Hain und Flur“ beginnen die Wälder, Wiesen und Hügel Böhmens selbst zu singen – und Polka zu tanzen! „Tábor“ erinnert an die gleichnamige Stadt in Südböhmen und die für die tschechische Geschichte so bedeutsamen Hussiten, und zum Schluss wartet noch „Blaník“: Jener Wallfahrtsberg in Mittelböhmen, wo der Sage nach ein hussitisches Ritterheer unter Führung des heiligen Wenzel schläft, um dann, wenn Vaterlandsnot am Mann ist, aufzuwachen und zur Rettung zu eilen …

 

Musiker zum Anfassen findet im Anschluss an jedes Konzert in der Lounge des Rosengartens statt. Suchen Sie das Gespräch mit den MusikerInnen, die eben noch für Sie gespielt haben, und lassen Sie den Tag, bewirtet von der Gastronomie des Dorint, bei Jazz live ausklingen.