• Montag 09. 20 Uhr
  • Dienstag 10. 20 Uhr
  • Januar 2017, Rosengarten
  • Marek Janowski
  • Dirigent
  • Marina Prudenskaya
  • Mezzosopran
  • Richard Wagner
  • Vorspiel zum 1. Akt aus Tristan und Isolde

  • Richard Wagner
  • Wesendonck-Lieder

  • Anton Bruckner Bruckner-Zyklus
  • Symphonie Nr. 3 d-moll „Wagner“

© Felix Broede

Marek Janowski

Dirigent

Marek Janowski, bis zum Sommer noch eigenwilliger, aber viel geliebter Chef des Berliner Rundfunk-Sinfonieorchesters, ist einer der großen Wagner-Dirigenten unserer Zeit. Seine „Ring des Nibelungen“- Gesamteinspielung mit der Staatskapelle Dresden wird als Referenzaufnahme gehandelt, mit den Berlinern hat er sämtliche Wagner- Opern eingespielt. Und obwohl er aus Groll gegen das „Regietheater“ nie wieder in Opernhäusern dirigieren wollte, ließ er sich nun doch verführen: Im Sommer 2016 übernahm er von Kirill Petrenko den „Ring“ in Bayreuth – eine kleine Sensation! Für seinen Starauftritt in der Wagner-Stadt Mannheim hat Janowski sich ein Programm mit Lieblingsstücken zusammengestellt, das Wagnerianer und Bruckner-Fans zum Schwelgen bringen dürfte …

© Martin Sigmund

Marina Prudenskaya

Mezzosopran

Marina Prudenskaya ist Marek Janowskis Wunschbesetzung für die Wesendonck-Lieder – die Russin mit dem dunkel-dramatischen Mezzoklang („kraterheiß die Tiefen, dolchblank ihre Höhen“, schrieb die FAZ) begeistert Regisseure von Kusej bis Neuenfels und Dirigenten wie Christian Thielemann oder Daniel Barenboim, unter dessen Leitung sie an der Berliner Staatsoper bereits Netrebko und Domingo überstrahlte – im Sommer wird sie die Waltraute in Janowskis „Ring“ in Bayreuth sein.

 

 

Einen „Lastwagen ins Himmelreich“ nannte Thomas Mann Wagners Tristan-Musik – lustig, dass Richard Wagner anfangs eine eher leichtgewichtige Erfolgsoper vorschwebte, ein „durchaus praktikables Opus“. Und dann komponierte er stattdessen ein grandioses Opernungetüm über den permanenten Ausnahmezustand, über Liebe gegen alle Vernunft, Nacht und Tod. Und platzierte gleich mit dem ersten Akkord des Vorspiels – notorisch berühmt als „Tristan-Akkord“ – einen Sprengsatz in der Musikgeschichte …

Der Tristan ist auch eine Ausgeburt der Liebesexaltationen, die Wagner mit Mathilde Wesendonck zelebrierte. Im Fortgang des – realen oder geträumten – Ehebruchs entsteht eine Handvoll Gedichte, die Mathilde enthusiasmiert zu Papier bringt und die Wagner in Lieder verwandelt. Die Texte sind eher Marke höhere Tochter, Wagners Musik aber veredelt sie mit der Chromatik der Tristan-Welt zu höchster Lust: Die Wesendonck-Lieder enthalten einige der eigenartigsten und geheimnisvollsten Musiken, die Wagner je geschrieben hat.

Tristan und der „Ring des Nibelungen“ geisterten unüberhörbar durch die Erstfassung von Anton Bruckners Symphonie Nr. 3. Auch wenn er das in den späteren Überarbeitungen deutlich abgemildert hat: Der gottesfürchtige Spätzünder hatte als Komponist erschreckend wenige Anhänger, auch seiner Wagner-Liebe wegen. „Symphonische Riesenschlangen“, spottete Brahms über Bruckners Symphonien, und als der seine Dritte in tiefer Verehrung Richard Wagner, dem „Meister aller Meister“ widmete, kam es bei der Wiener Uraufführung zum Debakel. Einer der wenigen, die am Ende Beifall klatschten, war Gustav Mahler – was Bände spricht über die Zukunftsträchtigkeit dieser Musik.

Musiker zum Anfassen findet im Anschluss an jedes Konzert in der Lounge des Rosengartens statt. Suchen Sie das Gespräch mit den MusikerInnen, die eben noch für Sie gespielt haben, und lassen Sie den Tag, bewirtet von der Gastronomie des Dorint, bei Jazz live ausklingen.

Wir freuen uns auf Sie!