• Montag, 05. Nov. 2018, 20 Uhr
  • Dienstag, 06. Nov. 2018, 20 Uhr
  • Rosengarten
  • Alexander Soddy
  • Dirigent
  • Anton Bruckner (1824–1896) Bruckner-Zyklus
  • Symphonie Nr. 8 c-Moll WAB 108

© Gerard Collett

Alexander Soddy

Dirigent

Die Musikalische Akademie feiert einen runden Geburtstag!

Es war hier, in Mannheim, wo sich vor jetzt 240 Jahren aus Musikern der legendären Mannheimer Hofkapelle die erste Konzertgesellschaft nach den Prinzipien der demokratischen Selbstbestimmung gründete. Nach Wegzug des großen Kurfürsten Karl Theodor, der fortan in Bayern regieren musste und sein Mannheimer Arkadien schwer vermisste, waren es die Mannheimer Bürger, die die Konzertreihe der Akademiekonzerte auf den Weg brachten – jeder, der sich eine Eintrittskarte kaufte, war willkommen. Urdemokratisch auch die Strukturen im Inneren: Programm und Künstlerauswahl liegen seit damals und bis heute in den Händen des Orchesters – das ist einzigartig in der deutschen Orchesterlandschaft.

Zum Jubiläum bespielt die Musikalische Akademie des Nationaltheaters unter Leitung des Mannheimer Generalmusikdirektors Alexander Soddy die ganz große Leinwand:

Anton Bruckners Symphonie Nr. 8 ist romantische Symphonik in Cinemascope – und war zu ihrer Zeit mit ihren rund 80 Minuten Anwärterin auf den Titel „Längste Symphonie der Musikgeschichte“. Als „Mount Everest“ ist sie schon beschrieben worden, und Bruckner wusste selbst, dass er der damaligen Welt mit diesem schönen Monstrum einiges zumutete: „Möge sie Gnade finden“, schreibt er, als er die fertige Symphonie an seinen Mentor Hermann Levi schickt. Aber sie fand keine Gnade, der arme Bruckner, der gerade im zarten Alter von sechzig Jahren mit seiner Siebten endlich den Durchbruch geschafft hatte, verfiel in Depression und – überarbeitete sein Werk.  Als die Achte dann 1892 in der Neufassung endlich von den Wiener Philharmonikern uraufgeführt wird, ist sie trotz ihrer alle Grenzen sprengenden Dimensionen auf Anhieb ein Riesenerfolg.  Bruckner widmet sein so düster anlaufendes und am Ende feierlich-sakrales „Mysterium“ (O-Ton Bruckner) dem von ihm kindlich verehrten Kaiser Franz Joseph – besser verstanden haben dürfte die Bedeutung des Werks aber der Kollege Hugo Wolf, der nach der Uraufführung schreibt: „Diese Symphonie ist die Schöpfung eines Giganten.“

Musiker zum Anfassen findet im Anschluss an jedes Konzert in der Lounge des Rosengartens statt. Suchen Sie das Gespräch mit den MusikerInnen, die eben noch für Sie gespielt haben, und lassen Sie den Tag, bewirtet von der Gastronomie des Dorint, bei Jazz live ausklingen.