• Montag 21. 20 Uhr
  • Dienstag 22. 20 Uhr
  • November 2016, Rosengarten
  • Maxime Pascal
  • Dirigent
  • David Kadouch
  • Klavier
  • Claude Debussy
  • Prélude à l’après-midi d’un faune

  • Frédéric Chopin
  • Klavierkonzert Nr.2 f-moll op. 21

  • Igor Strawinsky
  • Le chant du rossignol

  • Sergei Prokofjew
  • Romeo und Julia, Suite Nr. 2 op. 64

Maxime Pascal

Maxime Pascal

Dirigent

Einen „Musikrebellen“ nannte ihn ARTE, und auch das NTO hat der junge Wilde aus Frankreich begeistert: Maxime Pascal entwickelt, wenn er nicht am Pult bei den großen Orchestern steht, mit seinem von ihm gegründeten Ensemble ganz neue Konzertformate und Klangwirkungen, Pascal bewegt sich in der Neuen Musik wie ein Fisch im Wasser, macht dabei aber auch immer wieder Verbindungen zu den Großen der ferneren Vergangenheit hörbar.

© Balazs Borocz

David Kadouch

Klavier

Für Chopins zweites Klavierkonzert bringt der Querdenker Pascal einen Landsmann mit: David Kadouch hat als 13-Jähriger mit Itzhak Perlman Duo gespielt, dann mehrere Wettbewerbe für sich entschieden und seitdem nur mit den Besten konzertiert – mit Pierre Boulez, den Capuçon-Brüdern oder dem Quatuor Ébène.

„Das ist so viel Musikstück, wie die Palette eines Malers ein Gemälde ist“, sagte Camille Saint-Saëns, Großmufti der Pariser Musikszene, nach der Uraufführung von Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune. Aber Saint-Saëns war ja zu dieser Zeit eben auch schon von gestern, wohingegen Debussy mit seinem „Faun“ damals das Manifest der Musik von morgen komponiert hatte, ständig auf der Suche nach der wirklichen, der einzig wahren und nie gehörten Musik der Welt, wie sie in Luft, Licht, Wäldern und Wasser klingt – oder eben im warmen Wind über einer Sommersonnenwiese, auf der ein Faun durch den Nachmittag döst …

„Im Salon“, so Frédéric Chopin, „spiele ich den Ruhigen, doch wenn ich heimgekehrt bin, donnere ich auf dem Klavier.“ – „Chopin im Zorn ist schrecklich“, bestätigt auch seine Lebensgefährtin George Sand, und Chopin selbst sagte über sich, dass er, was seine Gefühle angehe, mit den anderen „stets in Synkopen“ sei. Von wegen verträumt und zärtlich: Chopin war ein Mann voller Widersprüche – und wer seiner Musik zuhört, stößt immer wieder auf Spuren davon, auch im Klavierkonzert op. 21, das der Neunzehnjährige befeuert von seiner ersten Liebe – und deren Scheitern – komponierte.

Igor Strawinskys Le chant du rossignol war eigentlich einmal eine Oper. In der hatte Strawinsky 1914 die womöglich modernste Musik seines gesamten OEuvre untergebracht: Die Tondichtung, für die er Musik aus der Oper umarbeitete, ist ein Solitär, farben- und bilderreich und harmonisch gewagt, gezähmte Wildheit trifft auf die süßen Melodien von Flöte und Violine, die die lebende und die künstliche Nachtigall darstellen und ein – ziemlich modern tönendes – Hohelied auf die Macht der Musik darstellen.

„Es gibt keine traurigere Geschichte auf der Welt als ein Trauerspiel Shakespeares mit Ballettmusik von Prokofjew“, befand spitzzüngig die Primaballerina am Abend der russischen Erstaufführung von Sergei Prokofjews Romeo und Julia – die Musik sei einfach zu ungewöhnlich, alles so seltsam instrumentiert, und dann die vielen Rhythmuswechsel … das macht natürlich in Wahrheit die Einzigartigkeit von Prokofjews manchmal fast filmisch wirkender Romeo und Julia-Ballettmusik aus, die er später in zwei Suiten umarbeitete. Mitreißend oder zart: Prokofjew zaubert ganz neue Nuancen der Geschichte von den zwei „star-crossed lovers“ auf die imaginäre Leinwand.

Musiker zum Anfassen findet im Anschluss an jedes Konzert in der Lounge des Rosengartens statt. Suchen Sie das Gespräch mit den MusikerInnen, die eben noch für Sie gespielt haben, und lassen Sie den Tag, bewirtet von der Gastronomie des Dorint, bei Musik live ausklingen. Wir freuen uns auf Sie!