• Montag, 02. Okt. 2017, 20 Uhr
  • Dienstag, 03. Okt. 2017, 20 Uhr
  • Rosengarten
  • Ingo Metzmacher
  • Dirigent
  • Benedict Kloeckner
  • Violoncello
  • Richard Wagner
  • Vorspiel zum 1. Akt aus Die Meistersinger von Nürnberg

  • Paul Hindemith
  • Kammermusik Nr. 3 op. 36 Nr. 2

  • Dmitri Schostakowitsch
  • Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 Leningrader

     

©Harald Hoffmann

Ingo Metzmacher

Dirigent

© Marco Borggreve

Benedict Kloeckner

Violoncello

Die Exfrau: will Unterhalt, die Geliebte: schwanger von einem anderen, die letzte Oper: gefloppt, die Finanzen: ein Desaster, der Magen: leer – und was tut Richard Wagner? Schreibt eine komische Oper! So bezeichnet er seine Meistersinger von Nürnberg, die ja doch viel mehr als bloß komisch sind: groß und kleinlich, klug und dumm, brachial und zart, aber vor allem, vom ersten Ton des grandiosen Vorspiels an, ganz und gar deutsch, im guten wie schlechten Sinn… „Die Meistersinger“, schreibt Adorno, „sind das größte Zeugnis des wagnerschen Bewusstseins von sich selbst.“

Hindemiths Kleine Kammermusik Nr. 3 aus dem Jahr der Neuen Sachlichkeit 1925 ist eigentlich gar keine Kammermusik, eher ein virtuoses Konzert für Solocello und zehn Instrumente. Das Cello ist Primus inter Pares, aber im vielstimmigen Geplauder dieser ironiebegabten Musik kommen alle mal zu Wort – Brandenburgisches Konzert à la Hindemith!

Die Geschichte der Leningrader Symphonie ist ein Roman: wie Dmitri Schostakowitsch als Mitglied der Brandwache im von der Wehrmacht umzingelten, ausgehungerten Leningrad ausharrte und zwischen seinen Rettungseinsätzen an dieser aufwühlenden siebten Symphonie komponierte. In der dann jedermann nur die deutschen Truppen einmarschieren hörte ‒ in Wahrheit war diese Symphonie mit ihrer mal grell-grotesken, mal verzweifelt-innigen Musiksprache als viel umfassendere Anklage gemeint, gegen Diktatur und Faschismus überall, auch in Stalins Sowjetreich. Und zugleich als flammendes Plädoyer für das Individuum: „Das wichtigste Objekt der Kunst aber bleibt der Mensch“, so Schostakowitsch.

Musiker zum Anfassen findet im Anschluss an jedes Konzert in der Lounge des Rosengartens statt. Suchen Sie das Gespräch mit den MusikerInnen, die eben noch für Sie gespielt haben, und lassen Sie den Tag, bewirtet von der Gastronomie des Dorint, bei Jazz live ausklingen.